In der Regel sind verkaufsoffene Sonntage anlassbezogen, und in schweren Zeiten kann ein Virus zum Anlass werden – zum anhaltenden. Aber deswegen die Geschäfte öffnen?

Die direkten und indirekten Auswirkungen der Corona-Pandemie sind deutlich zu spüren. Regelungen und Verordnungen zur Eindämmung des Virus bestimmen den privaten wie beruflichen Alltag. Zwar wurden mittlerweile viele Beschränkungen erheblich gelockert. Trotzdem, in der Wirtschaft hallt der Virus mit massiven Einschnitten nach, weshalb Bürgermeister Dr. Oliver Franz die negativen wirtschaftlichen Effekte der Krise abfedern möchte. Ein probates Mittel könnten verkaufsoffene Sonntage sein. Für die einen ist er die ideale Gelegenheit, um entspannt zu shoppen. Für andere ein Arbeitstag, der unter der Woche auszugleichen ist.

„In Wiesbaden beschäftigt uns die Thematik der verkaufsoffenen Sonntage. Diese bieten ein innerstädtisches Erlebnis für die Bürger. Sie sind ein wichtiges Instrument, um dem stationären Einzelhandel zusätzliche Absatzmöglichkeiten zu bieten und ihn somit zu unterstützen.“ – Dr. Oliver Franz, Bürgermeister

Pro und Contra. Wer regelmäßig 40 Stunden in der Woche arbeitet, hat von montags bis samstags oft keine Gelegenheit, mit dem Partner und den Kindern zusammen einkaufen zu gehen. Manche Paare nutzen die Möglichkeit als Freizeitbeschäftigung. Sie bummeln gemütlich durch die Geschäftsstraßen, pausieren in einem Restaurant und machen sich einfach einen schönen Tag. Von Nachteil ist ein verkaufsoffener Sonntag für viele Berufstätige: Während andere sich amüsieren, müssen sie auch an diesem Tag an der Kasse sitzen, Waren auspacken und ihren Kunden beratend zur Seite stehen. Zwar arbeiten die Angestellten in der Regel dann unter der Woche einen Tag weniger, jedoch ist dies beispielsweise für Familien nicht das gleiche. Die Kinder müssen in die Schule, der Lebensgefährte an die Arbeit. Ausgedehnte Sonntagsausflüge, beispielsweise zu einem weiter entfernten Ziel, sind nicht mehr möglich.

Verkaufsoffener Sonntag

Aufgrund der Einschränkungen durch die Pandemie lassen sich die straffen Genehmigungsrichtlinien für die verkaufsoffenen Sonntage nicht erfüllen. Diese sind an Veranstaltungen gekoppelt, die gegenüber der Ladenöffnung im Vordergrund stehen – beispielsweise Märkte oder traditionelle Feste. Von einer temporären Lockerung der Bedingungen würde insbesondere der Einzelhandel profitieren, der besonders stark von der Krise betroffen ist, so Franz weiter.

Wie sieht die Gesetzeslage aus?

Das bundeseinheitliche Recht über den Ladenschluss regelt in § 3, dass an Sonn- und Feiertagen die Geschäfte geschlossen bleiben müssen. Es definiert jedoch gleichzeitig – ebenfalls bundesweit – geltende Ausnahmen. Demnach ist der Verkauf von Waren jährlich an vier Sonntagen erlaubt. Voraussetzung ist, dass diese von den jeweiligen Gemeinden als verkaufsoffener Sonntag freigegeben werden.

Darüber hinaus dürfen sie nicht im Monat Dezember liegen. Weiterhin ist das Augenmerk auf die Zeiten der Hauptgottesdienste zu legen, die nicht betroffen sein dürfen. Ausnahmeregelungen gelten für Kur- und Erholungsorte. Dort dürfen Ladengeschäfte und Einkaufscenter einen verkaufsoffenen Sonntag an bis zu 40 Wochenenden im Jahr ihren Kunden bieten.

Die Sonntage, an denen die Geschäfte geöffnet sind, müssen weiterhin an einen Anlass geknüpft sein. Dazu gehören Messen, Märkte, Stadtfeste und ähnliche Veranstaltungen, die in der Regel einen höheren Besucherandrang nach sich ziehen.

Meinungsumfrage

In Wiesbaden gibt es vier verkaufsoffene Sonntage. Soll die Zahl wegen der Pandemie kurzfristig heraufgesetzt werden?

 

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Alle verkaufsoffenen Sonntage in Hessen finden Sie unter www.verkaufsoffener-sonntag.com.

 

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