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Mantu im Bergkirchenviertel.

Teigtaschen und Tee: Ein Mittag im „Mantu“ im Bergkirchenviertel

Im „Mantu“ im Wiesbadener Bergkirchenviertel trifft afghanische Esskultur auf moderne Café-Ideen. Zwischen dampfenden Teigtaschen, Kardamom-Kaffee und überraschenden Desserts entsteht ein Ort, der nicht nur satt macht, sondern Menschen ins Gespräch bringt – leise, offen und angenehm unaufgeregt.

Volker Watschounek 18 Stunden vor 0

Das „Mantu“ bringt eine Küche nach Wiesbaden, die viele noch nicht kennen. Es zeigt sie ohne Pathos, aber mit Haltung. Wer kommt, isst gut.

Wer das „Mantu“ im Hirschgraben betritt, merkt schnell: Hier geht es nicht nur ums Essen. Kaum sitzt man, entsteht Kontakt. Ein Blick, ein Satz, ein kurzer Austausch mit dem Nebentisch. Nichts drängt sich auf, nichts wirkt inszeniert. Es passiert einfach. Genau so, wie es Gastgeber Jawed Kakar beschreibt: In Afghanistan isst man selten allein.

„Mantu“, Blick in die Karte

Mantu 4er, 6er oder 8er-Portion 8,20 €, 12,20 €, 14,80 €
Füllung: Rindfleisch, Spinat, Spinat-Garnele, Pilze
Kabuli Palau. 16,20
Reis mit geschmorten Kalbsfleisch und karamelisierten Karottenstreifen
Kichererbsensalat 7,80/9,80 € (klein/groß)

Waffel mit Puderzucker 5,20 €
Waffel mit Safransahne 5,20 €

Espressso 2,60 €
Cappuccino 3,80 €
Matcha Latte 5,50 €

(Nur eine Auswahl aus der Karte)

Das junge Paar hinter dem Konzept hat diesen Gedanken übersetzt – nicht laut, sondern beiläufig. Während er sich um die Gäste kümmert, organisiert seine Frau im Hintergrund Design, Marke und Auftritt. Man spürt diese Aufteilung. Der Service reagiert aufmerksam, lässt Raum und greift dann wieder ein, wenn es passt.

Mantu: Herzstück mit Geschichte

Der Name ist Programm. „Mantu“ sind gedämpfte Teigtaschen, deren Wurzeln bis nach Zentralasien und China reichen. Hier landen sie in verschiedenen Varianten auf dem Tisch: klassisch mit Rind, vegetarisch mit Spinat oder Pilzen, auf Wunsch vegan. Serviert werden sie mit Joghurt- und Tomatensoße, die sich großzügig um die Taschen legen.

Die Portionen lassen sich wählen, vier, sechs oder acht Stück – ein Detail, das den Besuch flexibel macht. Wer teilt, probiert mehr. Wer bleibt, entdeckt Nuancen: Koriander, Knoblauch, leichte Säure.

Mehr als Teigtaschen

Die Karte geht weiter. Kabuli Palau bringt Reis, Kalbfleisch, Rosinen und karamellisierte Karotten zusammen. Mezze – „persische Tapas“ – laden zum Kombinieren ein. Hummus erscheint in Varianten, die überraschen: grüne Erbsen, Süßkartoffel. Dazu kommen gebratene Auberginen oder Okra.

Und dann die süße Seite: Waffeln mit Safransahne, Matcha, Chai. Besonders bleibt der Cappuccino mit Kardamom. Er schmeckt kräftig, würzig, anders. Dazu ein Eis mit steirischem Kürbiskernöl – eine Idee, die man so in Wiesbaden kaum erwartet.

4er Mantu mit Jogourt- und Tomaten-Sauce

Ein Ort, der funktioniert

Der Raum ist hell, die großen Fenster öffnen den Blick nach draußen. Rund 30 Plätze verteilen sich locker, im Sommer soll der Platz draußen um eine Terrasse erweitert werden. Das Publikum mischt sich: junge Gäste, Neugierige, Stammkunden in spe.

Am Nebentisch erklärt ein Sohn seinem Vater die Karte. Der Vater fragt nach Besteck, bekommt einen Löffel – und akzeptiert. Am Ende sind beide zufrieden. Genau das beschreibt das „Mantu“ am besten: ein Ort, der Unterschiede nicht erklärt, sondern erlebbar macht.

Foto – Blick durchs Mantu ©2026 Volker Watschounek

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Mehr vom Mantu auf Instagram.

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