Miku Sophie Kühmel liest in der Villa Clementine. Ihr Roman „Hannah“ erzählt von Liebe, Kunst und Widerstand in den 1920er Jahren.
Wer sich auf diesen Abend einlässt, reist. Nicht bequem, nicht geradlinig – sondern tastend, suchend, manchmal stolpernd. Genau dort beginnt die Kraft von Miku Sophie Kühmel. Sie erzählt nicht einfach, sie setzt zusammen. Sie schneidet, fügt, überblendet. Und plötzlich entsteht: Nähe.
Literaturhaus Wiesbaden, kurz gefasst
Lesung – Hannah
Eintritt: ausverkauft, ermäßigte Karten für Nebenraum mit Videoübertragung 11,00 Euro
Wann: Dienstag, 14. April 2026, 19:30 Uhr
Wo: Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65183 Wiesbaden
In ihrem neuen Roman „Hannah“ folgt Kühmel zwei Künstlerinnen durch die wilden 1920er Jahre. Die Dadaistin Hannah Höch und die Schriftstellerin Til Brugman begegnen sich, verlieben sich, arbeiten, feiern – und geraten immer stärker unter Druck. Geschichte rückt näher. Politik drängt hinein. Das Private wird politisch.
Was wie eine klassische Liebesgeschichte beginnt, entwickelt sich zu einem vibrierenden Zeitbild. Kühmel schreibt leicht, fast schwebend – und trifft doch ins Mark. Sie lässt Sprache tanzen, stolpern, aufblitzen. Und sie zeigt: Liebe bleibt nie unberührt von ihrer Zeit.
Literatur, die sich selbst neu erfindet
Am Dienstag, 14. April, liest die Autorin im Literaturhaus Wiesbaden in der Villa Clementine. Ein Haus, das selbst Geschichten atmet – hohe Räume, knarrende Dielen, ein Ort, der zuhört. Moderiert wird der Abend von Ariane Binder. Sie führt durch ein Gespräch, das mehr will als Fragen stellen: Es will verstehen, einordnen, vielleicht auch ein wenig herausfordern.
Kühmel, die bereits mit „Kintsugi“ Preise gewann, wagt erneut etwas. Sie verbindet Zitate, Formen, typografische Spielereien. Sie schreibt nicht nur über Kunst – sie macht sie. Genau das macht diesen Abend spannend: Man erlebt nicht nur Literatur, man erlebt ihr Entstehen im Kopf.
Ein Abend, der hängen bleibt
Dass die Lesung verschoben wurde, wirkt im Nachhinein fast passend. Gute Dinge brauchen Zeit – und dieser Text verlangt Aufmerksamkeit. Wer kommt, hört nicht einfach zu. Wer kommt, denkt mit, fühlt mit, nimmt etwas mit. Oder, um es mit einem der Sätze aus dem Roman zu sagen: Man vergisst ihn nicht so schnell.
Foto – Miku Sophie Kühmel liest im Literaturhaus Wiesbaden aus „Hannah“ ©2026 (li Literaturhaus Villa Clementine ©2022 Von Benjamin Dahlhoff – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, | re Von FRANK RUMPENHORST/DPA – Diese Datei ist ein Ausschnitt aus einer anderen Datei, CC BY-SA 4.0)
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