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Plakat: Internationale Maifestspiele, zu Gast in Wiesbaden

Maifestspiele: Ukrainische Künstler sagen ab

Wiesbaden und russische Kultur sind stark miteinander verbunden. Ohne dem Kurhaus, hätte es Dostojewskis „Spieler“ vielleicht nie gegeben. Ohne Tschaikowski viele Konzerte. Jetzt fordert die Ukraine, dass Wiesbaden nicht nur auf russische Künstler, sondern auch auf russische Kultur verzichte.

Volker Watschounek 1 Jahr vor 0

Russische Künstler sind eins. Vertonungen Dostojewskis oder Tschaikowskis Violinkonzert, Kultur aus einer anderen Zeit.

In den Gesichtern im Hintergrund stehen große Fragezeichen. Nachdem die Entscheidung von Intendant Eric-Uwe Laufenberg, an dem Engagement der russisch-österreichischen Künstlerin Anna Netrebko dir Runde macht, gibt es neue Entwicklungen. Wie bekannt wurde, hat die Agentur Andreas Richter am Montag einen Brief des Generalintendanten des Nationalen Operntheaters der Ukraine Petro Chupryna sowie ein an die Staatsministerin für Kultur und Medien Claudia Roth gerichtetes Schreiben des ukrainischen Kulturministers Oleksandr Tkachenko erhalten und weitergeleitet.

Das Staatstheater erklärt dazu

Die Agentur Andreas Richter, die sowohl die Ukrainische Nationalphilharmonie als auch Teodor Currentzis’ musicAeterna in Europa vertritt, hatte dem Chefdirigenten Mykola Diadiura und der Nationalphilharmonie frühzeitig mitgeteilt, dass in einem anderen Konzert auch Anna Netrebko im Rahmen der IMF auftreten werde. Die Künstler hat das seinerzeit nicht davon abgehalten, unsere Einladung anzunehmen. Und jetzt!

Ukrainischen Nationalphilharmonie sagt ab

Die vorläufigen Absagen, die uns nun sowohl seitens der Ukrainischen Nationalphilharmonie als auch seitens des Taras-Schewtschenko-Theater Charkiw erreichten, sind ganz offensichtlich politisch motiviert bzw. von der Politik auferlegt. Dies wird nicht zuletzt aus dem Schreiben des Kulturministers Oleksandr Tkachenko an Claudia Roth offenbar. Tkachenko stellt in diesem Schreiben klar, dass die ukrainische Seite weder die Zusammenarbeit mit Personen tolerieren werde, die die russische Kultur repräsentierten, noch überhaupt Veranstaltungen, in denen russische Kultur zur Darstellung käme. Im Original schreibt er: The Ukrainian side does not tolerate any kind of collaboration with the aggressor state nor participation in any cultural event together with anyone representing Russian culture, nor being part of any event promoting russian culture.

Politisch motivierte Absagen

Für uns würde das bedeuten, dass wir keinerlei russische Künstler mehr auftreten lassen könnten, keinerlei russische Musik mehr spielen – was wir mit Tschaikowskis Violinkonzert bei den IMF tun – und auch keine russischen Dichter mehr zu Wort kommen lassen dürften – was in unserer Eröffnungspremiere mit der Vertonung von Dostojewskis – Aus einem Totenhaus passieren wird. Diese Forderung des ukrainischen Kulturministers, die russische Kultur aus unseren Spielplänen ganz zu entfernen, kann für uns in einem freien Land nicht hinnehmbar sein.

Auch halten wir es für falsch, dass ukrainische Künstler, die uns mehrfach beteuert haben, dass sie bei den Internationalen Maifestspielen 2023 auftreten möchten, von staatlicher Seite daran gehindert werden.

Kultur zerbricht am Krieg

Wenn wir von ukrainischen Staatsbeamten aufgefordert werden, dass wir uns zwischen zwei Kulturen entscheiden sollten – der Kultur des Aggressors und der Kultur eines demokratischen Staates, – so wird hier eine falsche Alternative aufgemacht. Wir haben uns klar gegen den Angriffskrieg von Putin und auch gegen das gesamte Handeln des Putin-Regimes gestellt. Das kann aber keine Verurteilung aller russischen Menschen und aller russischen Kultur bedeuten. Kultur lebt immer von menschlichen Werten, die über den Nationen stehen. So ist die ukrainische Theatertruppe mit dem französischen Stück Caligula von Albert Camus eingeladen und das ukrainische Orchester mit einem Werk des Italieners Giuseppe Verdi. Dass es dazu auf staatliches Geheiß in Wiesbaden vermutlich nicht kommen wird, ist kein gutes Zeichen für eine Kultur, die Kriege und Unrecht überwinden will. Die Internationalen Maifestspiele Wiesbaden sind international. Sie entscheiden sich nicht für oder gegen eine nationale Kultur. Sie entscheiden sich für die eine Kultur, die alle verbinden sollte.

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Maifestspiele die zweite: Der Ukrainische Kultusminister Tkachenko macht klar, dass die Ukraine weder die Zusammenarbeit mit Personen toleriere, die die russische Kultur repräsentierten, noch Veranstaltungen, in denen russische Kultur zur Darstellung käme.
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Foto oben ©2023 Von Manfred Werner (Tsui) – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0 

Weitere Informationen aus dem Ortsbezirk Mitte lesen Sie hier.

Die Internetseite der Internationalen Maifestspiele finden Sie unter www.staatstheater-wiesbaden.de.

 

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Geschrieben von

Volker Watschounek lebt und arbeitet als freier Fotograf und Journalist in Wiesbaden. SEO und SEO-gerechtes Schreiben gehören zu seinem Portfolio. Mit Search Engine Marketing kennt er sich aus. Und mit Tinte ist er vertraut, wie mit Bits und Bytes. Als Redakteur und Fotograf bedient er Online-Medien, Zeitungen, Magazine und Fachmagazine. Auch immer mehr Firmen wissen sein Know-how zu schätzen.