Radschnellverbindung Wiesbaden–Mainz, Bahntrasse wird Radweg, Verkehr wird geordnet und barrierefrei.
Wiesbaden stellt die Weichen, und tritt nicht auf die Bremse. Der Magistrat der Landeshauptstadt Wiesbaden beschließt fünf Maßnahmen zum Ausbau des Radverkehrs. Wichtig ist der Zwischenton: Es handelt sich um Grundsatz- und Planungsbeschlüsse. Sie öffnen den Weg für Detailplanung, Förderanträge und Beteiligungen – die Umsetzung folgt in den kommenden Jahren. Die Richtung steht, der Takt ist gesetzt.
Radschnellverbindung Wiesbaden–Mainz
Zwischen Klingholzstraße und Theodor-Heuss-Ring soll zeitnah der erste Bauabschnitt der künftigen Radschnellverbindung beginnen – sobald Planung und Förderung greifen. Für den Abschnitt rechnet die Stadt mit rund 900.000 Euro, etwa 70 Prozent sollen aus Landesmitteln finanziert werden. Clever geplant: Die Baumaßnahmen werden mit den Arbeiten der ELW am Hauptsammler zeitlich abgestimmt, um Synergien zu nutzen und Kosten zu sparen. Hintergrund ist, dass die ELW westlich des Gleisfelds vor dem Hauptbahnhof einen Bau- und Wartungsweg für ihren neuen Hauptsammler errichten wird. Dieser Weg soll asphaltiert und als Radschnellweg mitgenutzt werden.
Richtung Frankfurt: Zeit gewinnen auf zwei Rädern
Auch nach Osten öffnet sich die Perspektive. Die Radschnellverbindung Wiesbaden–Frankfurt erhält mit der beschlossenen Vorzugsvariante Rückenwind. Die Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2020 zeigt, dass eine leistungsfähige Radroute zwischen Wiesbaden, Hofheim, Kriftel, Hattersheim und Frankfurt nicht nur ökologisch, sondern auch volkswirtschaftlich sinnvoll ist: kürzere Fahrzeiten, mehr Komfort, zehn Kilometer Strecke im Stadtgebiet. Jetzt folgen Planung, Grundstückssicherung und Förderanträge – abgestimmt mit Partnerkommunen.
Alte Trasse, neuer Zweck
In Erbenheim verwandelt sich eine stillgelegte Bahntrasse in eine sichere Radverbindung. Auf der ehemaligen, nicht mehr benötigten, Bahntrasse zwischen „An der Käßmühle“ und dem „Mittelpfad“ entsteht abseits des Autoverkehrs eine direkte Route, die die Berliner Straße entlastet und die Luft schont. Fördermittel des Landes machen das Projekt mit einem ein Gesamtvolumen von 712.000 Euro möglich; die Genehmigungen stehen an.
Innenstadt: Fahrradstraße mit Wirkung
Im Stadtgebiet stärkt Wiesbaden der Radverkehr und setzt mit einer neuen Fahrradstraße in der Rüdesheimer Straße ein klares Signal. Mit der direkten Anbindung an die geplante Fahrradstraße in der Adelheidstraße schließt die Stadt eine Lücke im Radnetz, ordnet den Verkehr neu und bremst Durchgangsverkehr. Der Ausbau orientiert sich an den Empfehlungen des Landes Hessen und ist mit dem Projekt „Super-Block Rheingauviertel“ abgestimmt. Insgesamt fließen 35.000 Euro aus dem städtischen Garagenfonds in die Umsetzung
Mehr Raum am Ring
Auf dem Theodor-Heuss-Ring ordnet die Stadt auf Wunsch des Ortsbeirats Südost den Straßenraum neu. Schutzstreifen, Radfahrstreifen und Sicherheitsabstände sollen Konflikte entschärfen. Der Ring bleibt Achse – aber mit mehr Platz für Räder. Die Kosten in Höhe von 192.000 Euro werden über das Programm Radwege finanziert.
Ausblick 2026: Brücke schlagen
Der Blick nach vorn zählt mit: Die Auffahrtsspindel an der Kaiserbrücke, kurz Kaiserspindel, verspricht erstmals eine stufenlose Rheinquerung per Rad. Markierte Radstreifen, Minikreisel und weitere Fahrradstraßen folgen. Wiesbaden investiert – leise, beharrlich, wirksam.
Archivfoto – Radfahrer in der Wellritzstraße ©2020 Volker Watschounek
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