In Wiesbaden wird während der Krötenwanderung auf Straßensperrungen erst einmal verzichtet. Die Stadt stellt sogenannte Amphibienleitsysteme auf.

Sobald die Temperaturen nachts nicht mehr unter fünf Grad Celsius fallen, wandern Amphibien nach der Winterstarre ab Ende Februar von ihren Überwinterungsorten zu den Laichgewässern. Auf ihrer Reise überqueren Grasfrösche, Erdkröten, Feuersalamander und Molche auch immer wieder viel befahrene Straßen. Um die Tiere auf ihren Wanderungen zu schützen, lässt die Stadt an viel befahrenen Straßen von Ende Februar bis Juni sogenannte Amphibienleitsysteme aufstellen. In Wiesbaden erfolgt das im Auftrag des Umweltamtes im Bereich der Eishausweiher in Klarenthal, im unteren Goldsteintal und im Bereich der Auringer Mühle

„Kröten sind sehr langsam, sie pausieren immer wieder und benötigen bis zu 15 Minuten für eine Straßenüberquerung.“ – Umweltamt Wiesbaden

Die Stadt bittet die Anwohner und Anlieger in den oben genannten Bereichen vorsichtig zu fahren. Neben Kröten sind dort in den nächsten Monaten in den Abend- und Morgenstunden auch engagierte Unterstützer der Wiesbadener Naturschutzverbände  mit Warnwesten unterwegs, um die Amphibien zu schützen. Sie sammeln täglich Tiere aus den Fangeimern entlang der Amphibienzäune ein und bringen sie sicher auf die andere Straßenseite. Außerdem überprüfen sie die Funktion der Zäune und informieren das Umweltamt bei auftretenden Problemen. Dabei dokumentieren sie auch regelmäßig die Zahl der Tiere, um die örtliche Populationsentwicklung der Amphibien über Jahre hinweg verfolgen zu können.

„Der BUND sucht noch weitere Helfer zur Betreuung der Amphibienschutzanlage in Auringen. Interessierte wenden sich an julia.beltz@bund-wiesbaden.de.“ – Umweltamt Wiesbaden

Abgestimmt mit dem betreuenden BUND, wird dieses Jahr auf die nächtliche Straßensperrung zwischen Heßloch und Auringen verzichtet. Anstelle bieten Amphibienzäune entlang der Strecke Schutz. In den letzten Jahren ergaben Zählungen des BUND rückläufige Populationsgrößen, was möglicherweise an geänderten Wanderrouten der Tiere liegt. Aber auch die Klimaveränderungen, zuletzt mit den sehr heißen und trockenen Sommern 2018 bis 2020, könnten zur Verringerung der Populationen geführt haben.

Entlang des Querbach- und Alsbachtals wird das Umweltamt an verschiedenen Stellen zusätzliche Laichgewässer schaffen, um die Amphibienpopulation in Wiesbaden unter den schwierigen klimatischen Bedingungen zu fördern.

Auf einen Blick – Amphibienzäune

Auringen

K 661 – Ortsausgang Heßloch/in Richtung Auringen
K 659 – im Bereich Alsbachtal/Kläranlage/Straßeneinmündung Richtung Heßloch

Klarenthal

Im Bereich der Eishausweiher; Lahnstraße/Wilfried-Ries-Straße

Sonnenberg

Unteres Goldsteintal in Richtung Hubertushütte

Foto oben ©2022 Pixabay

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Krötenwanderung 2022: Die offizielle Internetseite des NABU finden Sie unter www.nabu.de.

 

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