Eine „arkadische Landschaft“ mit Landhäusern stellte sich Wiesbadens Stadtplaner Christian Zais auf der Anhöhe vor. Der Umstände wegen waren die Anfänge auch an der Kapellenstraße bescheiden.

Die schwierige Hanglage machte es den Architekten im 19 Jahrhundert im Ortsteil Nordost nicht leicht und so dauerte es einige Zeit, bis sie sich den Baugrundmängeln stellten und an die für damalige Verhältnisse große Herausforderungen heran wagten. Christian Zais war einer von ihnen. Die Kapellenstraße ist heute noch Zeugnis seines Schaffens.

Stadtführung, kurzgefasst

Stadtführung – Von Menschenfreunden und vornehmen Herrschaften
Wann: Mittwoch, 22. Juli 2020
Uhrzeit: 18:00 Uhr (etwa 2 1/2 Stunden)
Wo: Wiesbadener Villenviertel
Treffpunkt: Kochbrunnen am Kochbrunnenplatz (Karte / Navigation)
Teilnahme: 8,00 Euro

Die Karten für beide Entdeckungs-Touren sind vor Ort zu haben; Reservierungen werden unter der Telefonnummer 0611 / 507427 gerne entgegen genommen.

Der Architekt Zais, Wiesbadens großer Stadtplaner im frühen 19. Jahrhundert, wollte die Höhen oberhalb vom Sonnenberger Weg (heute Sonnenberger Straße) und Taunusstraße als „arkadische Landschaft“ mit vornehmen Landhäusern bebaut wissen. Die Anfänge von Geisbergstraße, Kapellenstraße und Dambachtal waren jedoch eher bescheiden.

Zwischen Nerotal und Dambachtal

Entlang des unteren Steinhohlwegs entstand daher erst nach seinen Plänen ein Kleine-Leute-Viertel für Bauern und Gewerbetreibende in der Tradition der Herzoglichen Baugnaden. Professor Remigius Fresenius, der 1848 sein Laboratorium eröffnete, drängte auf die Umbenennung der Straße, die sich schließlich in ihrem weiteren Verlauf auf der Anhöhe zwischen Nerotal und Dambachtal zu einer der schönsten Wiesbadener Wohnstraßen mit herrlichen Villen mauserte.

Unnützes Wissen

Der Architekt Zais prägt mit seinem gesamtplanerischen Stadtentwurf bis heute das Bild der Wiesbadener Innenstadt. Er entwarf und errichtete zwischen 1808 und 1811 das frühere Alte Kurhaus Wiesbaden, 1813 das Erbprinzenpalais an der Wilhelmstraße oder das durch alliierte Bomber im Februar 1945 zerstörte Hotel Vier Jahreszeiten.

Chrstian Zais und sein Ansehen in Wiesbaden

Bei den Wiesbadenern war Zais alles andere als beliebt. Als er 1805 in die Stadt kommt, gab es zwar bereits ein bescheidenes Kurwesen, das auf mittelalterlicher und römischer Traditionen beruhte.l Die Stadt war aber noch weit von ihrem späteren Ruf als „Weltkurstadt“ entfernt.

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Angebote zu Stadtführungen und Rundfahrten in Wiesbaden finden Sie im Internet unter www.wiesbaden.de

 

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