Leises Knirschen unter den Schuhen, Licht zwischen Bäumen, ein weiter Blick über Wiesbaden: ein winterlicher Sonntagsspaziergang der hängen bleibt.
Manchmal braucht es keinen großen Plan. Es reicht, die Tür zu schließen, das Handy wegzustecken und loszugehen. Dieser Stadtspaziergang startet am Schweizer Häuschen und führt mitten hinein ins Nerotal. Hier ist Wiesbaden im Sommer grün, ruhig und überraschend weit weg vom Alltag – ebenso wie in der aktuellen Winterlandschaft.
Startpunkt mit Geschichte
Am Schweizer Häuschen beginnt der Weg. Das denkmalgeschützte Gebäude zeigt sich im Stil eines Schweizer Chalets. Früher genossen Gäste hier die Aussicht, tranken Kaffee und blickten ins Tal. Heute markiert der Ort einen perfekten Startpunkt. Gleich daneben wartet die Talstation der Nerobergbahn. Das technische Meisterwerk gönnt sich gerade Winterpause – ein guter Grund, diesmal zu Fuß zu gehen.
Schritt für Schritt nach oben
Der Weg zieht sanft an. Durch Wälder, vorbei an kleinen Pfaden und immer wieder mit Blick ins Tal. Wer auf dem Neroberg 245 Meter über dem Meeresspiegel ankommt, wird mit einem Blick auf die Stadt belohnt. Viele nennen den Aussichtspunkt unterm Denkmal liebevoll den Balkon der Stadt. Wer hier ankommt, bleibt fast automatisch stehen und schaut.
Wein, Weite und ein Tempel
Ein Stopp im Chateau Nero gehört normalerweise dazu. Kein geschlossener Gastraum, keine schwere Atmosphäre. Stattdessen öffnet sich dort ein luftiger Wein- und Biergarten. Im Sommer sitzen hier Menschen mit einem Glas Riesling, hören Gespräche und lassen den Blick schweifen. Aktuell ist der „Raum“ geschlossen – in Winterpause.
Wenig später taucht der Neroberg-Tempel auf. Er erinnert an italienische Renaissance und erzählt eine besondere Geschichte. Seine Säulen dienten einst in der Wilhelmstraße als Straßenlaternen. Als Gaslicht die Öllampen verdrängte, fanden sie hier ein zweites Leben.
Spuren der Vergangenheit
Der Neroberg-Turm steht still und verschlossen. Er ist das letzte Zeugnis des einstigen Neroberg-Hotels, das über hundert Jahre den Hausberg prägte, bis Brände es zerstörten. Der Weg führt weiter durch den Rabengrund Richtung Opelbad. Wer mag, kehrt im Restaurant Wagner ein oder macht einen Abstecher zur russischen Kapelle.
Zeit einplanen, Schritte zählen
Drei Stunden solltet ihr einplanen. Etwa 9 Kilometer sind zurückzulegen. Geht langsam, schaut euch um und lasst euch treiben. Dieser Spaziergang lebt davon, dass man nichts überspringt.
Eine ausführliche Beschreibung der Route gespickt mit Anekdoten findet Ihr im den Reiseführer: „Zu Fuß durch Wiesbaden“.
Symbolfoto – winterliches Wiesabden ©2025 Volker Watschounek
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