Nach einstimmigem Beschluss senkt die Stadt in der Schützenstraße das Tempo. Lärmgutachten belegen Handlungsbedarf im Wohnbereich deutlich.
Wer durch die Schützenstraße fährt, merkt schnell: Hier rollt der Verkehr nicht zaghaft, sondern zielstrebig. Autos strömen von der B417 Richtung Innenstadt, Pendler nutzen die Achse, Studierende radeln zur Hochschule RheinMain. Nun greift die Stadt ein und senkt im Wohnbereich das Tempo auf 30 Stundenkilometer.
Das Verkehrsdezernat setzt damit einen einstimmigen Beschluss des Ortsbeirats Nordost um. Auch zahlreiche Anwohnende haben Druck gemacht. Sie schrieben Briefe, baten um Berechnungen, schilderten schlaflose Nächte. Jetzt reagiert die Verwaltung.
Lärm wird berechnet – und überschreitet Grenzwerte
Das städtische Umweltamt prüfte die Situation nach dem bundesweit vorgeschriebenen Verfahren. Es ha nicht mit dem Bauchgefühl gemessen, sondern mit Rechenmodellen, Verkehrsaufkommen und Pegelwerten. Das Ergebnis fällt eindeutig aus: Die zulässigen Lärmwerte werden überschritten.
Daburch gibt es Handlungsbedarf. Die Stadt darf nicht nur, sie muss reagieren. Verkehrsdezernent Andreas Kowol betont, Lärm mache krank – auch an Hauptverkehrsstraßen. Wer dauerhaft beschallt werde, schlafe schlechter, leide häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Tempo 30 soll den Geräuschpegel senken und die Belastung mindern.
Sicherheit als Nebeneffekt
Die Schützenstraße verbindet nicht nur Häuserzeilen, sie führt auch zur Hochschule RheinMain und zum Arbeitsplatzschwerpunkt „Unter den Eichen“. Studierende überqueren die Straße ständig, Beschäftigte fahren mit dem Rad. Langsamerer Verkehr erhöht die Reaktionszeit und verkürzt den Bremsweg.
Tempo 30 schützt also nicht nur vor Lärm, sondern senkt auch das Risiko schwerer Unfälle. Die Stadt erwartet, dass sich die Verkehrssicherheit spürbar verbessert.
Symbolfoto ©2024 Pixabay
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