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Grafik zum EU-Beitritt der Ukraine.

Hessen drängt auf schnelle EU-Perspektive für Ukraine

Europa rückt zusammen: Hessens Europaminister Manfred Pentz begrüßt den Start der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und Moldau. Zugleich fordert er mehr Tempo bei den Gesprächen und warnt davor, die Staaten des Westbalkans aus dem Blick zu verlieren.

Grafik: Kathleen Rother Redaktion 1 Monat vor 0

Hessens Europaminister Manfred Pentz begrüßt die EU-Beitrittsgespräche mit der Ukraine und Moldau und fordert schnelle Fortschritte.

Mit dem Beginn der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und der Republik Moldau ist nach Ansicht Hessens ein wichtiges Signal für die Zukunft Europas gesetzt worden. Der hessische Europaminister Manfred Pentz sprach von einem „guten Tag für Europa“ und forderte zugleich, die Gespräche nun mit Nachdruck voranzutreiben.

Für Pentz steht fest: Die Europäische Union muss zeigen, dass sie handlungsfähig ist. Die Ukraine und Moldau hätten über Jahre auf eine konkrete europäische Perspektive gewartet. Angesichts des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine komme dem Beitrittsprozess eine besondere politische und symbolische Bedeutung zu. Die Menschen dort würden täglich beweisen, dass sie europäische Werte verteidigten und lebten.

„Die Ukraine gehört zu uns. Ihr Platz ist in der europäischen Familie“, betonte der Minister. Nun komme es darauf an, die Verhandlungen nicht durch langwierige Verfahren auszubremsen. Europa müsse liefern und den Beitrittskandidaten eine glaubwürdige Perspektive eröffnen.

Europa soll aus früheren Fehlern lernen

Pentz verwies dabei auf die Erfahrungen früherer Erweiterungsrunden. Immer wieder seien Hoffnungen von Beitrittskandidaten durch langwierige Verfahren enttäuscht worden. Als Beispiele nannte er den späten EU-Beitritt Kroatiens sowie Nordmazedonien, das bereits vor mehr als zwei Jahrzehnten einen Antrag auf Mitgliedschaft gestellt hatte.

Gerade in einer Zeit geopolitischer Spannungen könne sich Europa solche Verzögerungen kaum noch leisten. Für den Europaminister geht es dabei nicht allein um Politik, sondern auch um die Glaubwürdigkeit der Europäischen Union als Werte- und Friedensgemeinschaft.

Chancen für Hessens Wirtschaft

Neben der politischen Dimension sieht Pentz auch erhebliche wirtschaftliche Potenziale. Als exportstarkes Bundesland könne Hessen von engeren Handelsbeziehungen, gemeinsamen Innovationsprojekten und einem erweiterten europäischen Binnenmarkt profitieren.

Besondere Chancen erkennt der Minister zudem in Zukunftstechnologien und im Bereich der Sicherheit. Die Ukraine habe während des Krieges umfangreiche Erfahrungen mit moderner Verteidigungstechnologie, Drohneneinsatz und künstlicher Intelligenz gesammelt. Dieses Wissen könne langfristig dazu beitragen, Europa widerstandsfähiger und sicherer zu machen.

Damit diese Potenziale genutzt werden könnten, müsse die Europäische Union allerdings ihre Entscheidungsprozesse beschleunigen. Zu viel Bürokratie und zu langsame Verfahren könnten das Vertrauen in den Erweiterungsprozess gefährden und Skeptikern in Europa wie auch in den Beitrittsländern Auftrieb geben.

Partnerschaft mit der Region Kiew soll wachsen

Bereits heute pflegt Hessen enge Beziehungen zur Ukraine. Die bestehende Regionalpartnerschaft mit der Oblast Kiew soll nach Angaben des Ministers weiter ausgebaut werden. Ziel sei es, wirtschaftliche Kooperationen zu vertiefen, Investitionen zu fördern und den Wiederaufbau der Ukraine langfristig zu unterstützen.

Westbalkan nicht vergessen

Bei aller Aufmerksamkeit für die Ukraine und Moldau dürfe Europa jedoch den westlichen Balkan nicht aus dem Blick verlieren, mahnte Pentz. Die laufenden Beitrittsprozesse mit Albanien, Bosnien und Herzegowina, Serbien, Montenegro, Kosovo und Nordmazedonien seien von zentraler Bedeutung für die Stabilität des Kontinents.

Der Minister sprach von einem notwendigen „Lückenschluss“ zwischen Kroatien und Griechenland. Dieser sei keine Frage politischer Symbolik, sondern ein entscheidender Beitrag zu Sicherheit, wirtschaftlicher Entwicklung und europäischer Handlungsfähigkeit. Besonders Montenegro habe gezeigt, dass Reformen möglich seien und Fortschritte erzielt werden könnten.

Für Pentz ist die Richtung klar: In einer Welt zunehmender Krisen und Unsicherheiten könne Europa nur gemeinsam bestehen. Deshalb müsse die Erweiterungspolitik entschlossen fortgesetzt werden. „Zusammenhalt ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit“, lautet seine zentrale Botschaft.

Symbolfoto ©2026 KI-generiert

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