Und wieder macht das Hallenbad Mainzer Straße Schlagzeilen. Die Seit Ende Juli für den Betrieb gesperrte  Schwimmhalle wird nicht saniert und bleibt geschlossen

Die Entscheidung war im Grunde bereits in der letzten Sitzung gefallen. Nur der Beschluss blieb aus. Am Dienstagabend wurden die inoffiziellen Fakten nach kurzer Erläuterung durch den Magistrat bestätigt. Sachverständige hätten die tragende Deckenkonstruktion in Halle für nicht mehr standsicher erklärt. Ohne eine grundlegende Sanierung des gesamten Deckenaufbaus sei der Weiterbetrieb der Schwimmhalle aus Sicherheitsgründen nicht mehr zulässig.

„Der bauliche Zustand des Freizeitbades in der Mainzer Straße ist alles andere als erfreulich. Es zeigt uns aber auch, dass die zügige Planung und Fertigstellung des Ersatzneubaus am Sportpark Rheinhöhe oberste Priorität haben muss.“ – Oberbürgermeister Sven Gerich

Die Halle 3 des Freizeitbades wurde Mitte der 70er Jahren an den bestehenden Hallenbadkomplex als Flachdachgebäude angebaut. Das Becken wurde seitdem als Warmwasserbecken mit zehn Massagedüsen und einer Sprudelliege betrieben. Im Zuge des damaligen Anbaus fanden Betonelemente Verwendung, die heutzutage im Schwimmbadbau nicht mehr zulässig sind. Die chlorhaltige Luft in der Schwimmhalle führte dazu, dass die Stahlbewehrung im Stahlbeton stark korrodierte und dieser somit seine Tragfähigkeit verlor. Im Zuge von Untersuchungen des Bäderbetriebs mattiaqua wurde die Schwimmhalle bereits am 31. Juli dieses Jahres geschlossen.

Halle 3 wird baulich abgetrennt

Die notwendigen Sanierungskosten für eine ungefährdete Wiederinbetriebnahme der Schwimmhalle liegen nach groben Schätzungen zwischen 370.000 und 650.000 Euro. Eine genaue Bezifferung der Sanierungskosten ist erst nach Demontage der jetzigen Dachkonstruktion möglich. Vor dem Hintergrund der aktuellen Planungen für einen Ersatzneubau des Freizeitbades am Sportpark Rheinhöhe in den nächsten vier bis fünf Jahren steht die Wirtschaftlichkeit einer Sanierung der Schwimmhalle außer Frage.

Die Betriebskommission hat sich bereits in ihrer letzten Sitzung gegen eine teure Sanierung ausgesprochen sowie Magistrat und Stadtverordnetenversammlung empfohlen, die Halle 3 im Freizeitbad baulich abzutrennen und den Betrieb des Beckens einzustellen. Der Magistrat ist dieser Empfehlung jetzt gefolgt.

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