Andreas Izquierdo stellt seinen ermittelnden Trauerredner vor und eröffnet eine neue Krimireihe.
Wenn ein Trauerredner ermittelt, dann kippt die Andacht schnell ins Abgründige. Der KrimiMärz bringt genau diesen Ton nach Wiesbaden – klug, schwarzhumorig und mit Sinn für schräge Figuren. Am Donnerstag eröffnet Andreas Izquierdo im Literaturhaus Villa Clementine die neue Krimireihe um Mads Madsen.
KrimiMärz, kurz gefasst
Eröffnung/Lesung – Über die Toten nur Gutes
Eintritt: ausverkauft, ermäßigte Karten für Nebenraum mit Videoübertragung 11,00 Euro
Wann: Donnerstag, 5. März 2026, 19:30 Uhr
Wo: Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65183 Wiesbaden
In „Über die Toten nur Gutes“ schickt Izquierdo keinen Kommissar ins Rennen, sondern einen Mann, der sonst Abschiedsworte wählt. Mads Madsen schreibt Nachrufe. Er hört zu, fragt nach, ordnet Leben. Als er für einen neuen Auftrag recherchiert, stolpert er über Widersprüche. Aus kleinen Irritationen wächst ein Fall. Und Madsen merkt schnell: Wer zu tief gräbt, bringt nicht nur alte Wahrheiten ans Licht, sondern auch sich selbst in Gefahr.
Izquierdo setzt auf Tempo und Dialoge. Er lässt seine Figuren streiten, zweifeln, stolpern. Madsen ermittelt nicht allein. Sein Vater Fridtjof mischt sich ein, Beerdigungsunternehmer Fiete weiß mehr, als er sagt. Eine Malteserhündin namens Bobby sorgt für Wärme. Hauptkommissarin Luisa Mills bleibt spröde und wachsam. So entsteht ein Ensemble, das trägt – und das den Tod nicht verklärt, sondern mit Witz kontert.
Auftakt mit Fortsetzung
Nach Eifelkrimis und Drehbüchern für Serien beginnt Izquierdo mit Mads Madsen ein neues Kapitel. Der zweite Band „Niemals geht man so ganz“ ist bereits für den Herbst angekündigt. Der KrimiMärz liefert damit nicht nur einen Abend, sondern den Start einer Reihe.
Durch das Gespräch führt Alexander Pfeiffer. Er wird nachhaken, einordnen, Pointen setzen. Das Publikum darf sich auf einen Dialog freuen, der Literatur nicht feiert, sondern befragt.
Der KrimiMärz erobert die Stadt
Der KrimiMärz läuft vom 3. bis 31. März an vielen Spielorten in Wiesbaden. Lesungen, Gespräche, Begegnungen – die Stadt rückt das Verbrechen ins Zentrum und zeigt, wie vielseitig das Genre heute erzählt. Das Kulturamt veranstaltet die Lesung in der Villa Clementine und beweist einmal mehr, dass Spannung auch im Salon funktioniert.
Wer keinen Platz mehr im Saal findet, kann im Nebenraum per Videoübertragung teilnehmen. Elf Euro kostet das Ticket, das Kontingent bleibt begrenzt. So oder so: Der KrimiMärz setzt ein Zeichen. Er bringt Autorinnen und Autoren nah ans Publikum. Er lässt Figuren lebendig werden. Und er zeigt, dass man über die Toten vielleicht nur Gutes sagen soll – aber über gute Krimis darf man leidenschaftlich sprechen.
Foto re/li – Udoweier – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0 || Von Benjamin Dahlhoff – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0
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Das gesamte Programm vom KrimiMärz finden Sie hier.
Mehr zum Krimimärz 2026 finden Sie unter www.wiesbaden.de.



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