Roadtrip durch Nordnorwegen: Von Tromsø nach Alta – Sonne, Trolle und ein warmes Dachzelt
Der neunte Reisetag begann freundlich. Strahlender Sonnenschein lag über Tromsø, der Wind zeigte sich deutlich milder als am Vortag. Nach einer Nacht auf Kvaløya bauten wir das Dachzelt bei blauem Himmel ab – Routine inzwischen. Reißverschlüsse lösen, vier Schnallen öffnen, zusammenklappen. Ein paar Handgriffe, dann war alles verstaut.
Bevor wir weiterzogen, gönnten wir uns noch einen kleinen Schneespaziergang mit Sparky. Knirschender Untergrund, klare Luft, weite Sicht. Tromsø verabschiedete sich freundlich.
Noch einmal Tromsø: Auf den Spuren der Trolle
Ganz konnten wir die Stadt noch nicht loslassen. Ein Programmpunkt fehlte: das Troll Museum Tromsø. Schließlich gilt Norwegen als das Land der Trolle – tief verwurzelt in Sagen, Mythen und nordischer Folklore.
Das Museum liegt zentral in Tromsø und setzt auf moderne, interaktive Elemente. Für knapp 20 Euro Eintritt pro Person erhielten wir eine kompakte, technisch gut gemachte Ausstellung. Inhaltlich eher überschaubar, aber unterhaltsam. Ein schneller, kurzweiliger Stopp – mehr Erlebnis als Tiefgang.
Anschließend kehrten wir in ein schönes Café im Zentrum, nahe dem Hafen, ein. Warmes Licht, ruhiges Ambiente, eine kleine Stärkung. Genau der richtige Rahmen, um den Vormittag entspannt ausklingen zu lassen.
Weiter Richtung Alta
Da wir schneller durch Tromsø kamen als gedacht, entschieden wir uns bereits am Mittag für die Weiterfahrt Richtung Alta. Die Strecke führte weiter durch weite Landschaft, vorbei an Fjorden, Felsen und verschneiten Ebenen.
Alta liegt rund 380 Kilometer nördlich des Polarkreises und ist bekannt für seine steinzeitlichen Felszeichnungen (UNESCO-Welterbe) sowie als einer der besten Orte Norwegens zur Beobachtung von Polarlichtern. Der Alta-Fluss zählt zudem zu den berühmtesten Lachsflüssen Europas.
Spontanes Wiedersehen
Am Abend angekommen, überraschte uns eine unerwartete Begegnung: Freunde waren zufällig am selben Tag ebenfalls in Alta – ohne vorherige Absprache. Manchmal schreibt die Reise selbst die schönsten Geschichten.
Gemeinsam suchten wir ein Restaurant. Mit Hund gestaltete sich das allerdings schwieriger als gedacht. Mehrere Lokale lehnten Hunde ab, sodass wir schließlich pragmatisch in einer Filiale einer Pizzakette landeten. Nicht geplant, aber gesellig. Und darauf kam es an.
Eis, Licht und klare Nacht
Im Dunkeln entdeckten wir in Alta noch schön beleuchtete Eisskulpturen, die der Stadt einen fast märchenhaften Charakter verliehen. Ein kleiner Abendspaziergang führte uns durch das Zentrum, vorbei an modernen Gebäuden und der markanten Nordlyskatedralen, deren Architektur an ein Polarlicht erinnert.
Nachtlager im Zentrum
Zum Übernachten wählten wir einen großen Parkplatz im Zentrum, nahe einer Kirche. Unkompliziert, gut erreichbar, funktional.
Das Naturbummler-Dachzelt stand schnell. Danach folgte der entscheidende Schritt bei arktischen Temperaturen: die Standheizung. In Kombination mit dem Thermoinlay verwandelte sich das Dachzelt in einen erstaunlich gemütlichen Raum. Draußen Frost, drinnen angenehme 18 °C.
Gegessen hatten wir bereits, also blieb nur noch ein ruhiger Tagesausklang. Die Kilometer summieren sich inzwischen – über 3.000 Kilometer seit dem Start vor gut einer Woche. Die Reise fühlt sich längst nicht mehr wie Aufbruch an, sondern wie ein eigener Rhythmus.
Tagesfazit
Tag 9 war sonnig, entspannt und überraschend gesellig. Ein kurzer Ausflug in die Welt der Trolle, spontane Begegnungen in Alta und ein warmer Schlafplatz im Dachzelt. Kein spektakulärer Tag – aber einer, der zeigt, dass Reisen nicht nur aus Highlights besteht, sondern aus Momenten, die bleiben.



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