Roadtrip durch Norwegen: Wind, Eis und Tromsø
Der achte Reisetag begann in Narvik. Blauer Himmel spannte sich über die Küste, doch die Idylle hatte einen Gegenspieler: Wind. Kräftig, kalt, konstant. Wir starteten entlang der Küste, bevor wir zurück auf die E6 Richtung Norden einbogen. Die Landschaft blieb großartig, weit und offen – doch auf den Straßen zeigte sich immer deutlicher, dass wir tief im Winter unterwegs waren.
Eis, Wind und Weite
Der Wind begleitete uns den gesamten Tag. Immer wieder wehten Schneeverwehungen über die Fahrbahn, teils lag blankes Eis auf der Straße. Die Fahrweise passte sich an, Tempo wich Aufmerksamkeit. Kurz hielten wir für einen Spaziergang mit Sparky. Strahlender Sonnenschein, klare Sicht – und ein eisig kalter Wind, der keinen Zweifel daran ließ, wo wir uns befanden.
Zurück im Auto ging es weiter. Am Straßenrand tauchten plötzlich drei frei lebende Rentiere auf. Ruhig, gelassen, vollkommen selbstverständlich. Wenig später verließen wir die E6 und bogen auf die E8 Richtung Tromsø ab. Auch hier blieb das Bild gleich: viel Eis, viel Wind – und immer wieder eingezäunte Rentierherden entlang der Straße.
Ankommen in Tromsø
Mit jedem Kilometer wuchs die Vorfreude auf Tromsø. Die Stadt gilt als das kulturelle Zentrum Nordnorwegens und liegt rund 350 Kilometer nördlich des Polarkreises. Trotz ihrer Lage ist Tromsø lebendig, studentisch geprägt und bekannt für Forschung, Polargeschichte und Nordlichttourismus. Nicht umsonst trägt sie den Beinamen „Tor zur Arktis“.
Unser erster Halt war die Eismeerkathedrale. Markant, modern, weithin sichtbar. Der Platz bot eine schöne Aussicht auf Stadt und Fjord – und Sparky wurde hier schnell zum heimlichen Touristenmagneten. Fotos, neugierige Blicke, kurze Gespräche.
Zu Fuß durch die Stadt
Über die Tromsø-Brücke ging es hinüber ins Zentrum. Zu Fuß erkundeten wir die Stadt weiter. Die Fußgängerzone wirkte belebt, trotz Wind und Kälte. Tromsø zeigte sich urbaner als erwartet, gleichzeitig kompakt und übersichtlich.
Ein Programmpunkt durfte nicht fehlen: das Polarmuseet Tromsø. Hier wird die Geschichte der Polarforschung, des Walfangs und der Expeditionen in die Arktis erzählt. Sparky musste währenddessen im Auto warten – eine Ausnahme an diesem sonst sehr hundefreundlichen Tag.
Kulinarik und Einschränkungen
Zum Abendessen ging es ins Huken Brygg. Hier war Sparky willkommen, was den Tag angenehm abrundete. Für uns gab es Rentier – passend zum Ort, zur Region und zur Reise.
Ein Abstecher zur berühmten Ølhallen scheiterte anschließend an einer klaren Regel: keine Hunde. Also zurück zum Auto, kein Drama, sondern Teil des Unterwegsseins.
Küste, Wolken und Wind
Weiter ging es zur Telegrafbukta. Ein schöner Ort, direkt am Wasser, bekannt für Sonnenuntergänge und Polarlichtblicke. Doch an diesem Abend blieb der Himmel zu bewölkt, und der Wind machte den Aufenthalt kurz. Die Bedingungen waren da – nur nicht für lange Pausen.
Schlafplatz auf Kvaløya
Zum Übernachten wechselten wir auf die Nachbarinsel Kvaløya. Hier fanden wir über einen kostenfreien Wanderparkplatz unseren Schlafplatz. Ruhig gelegen, funktional, genau richtig nach einem langen Tag.
Einordnung des Tages
Inzwischen waren wir über 3.000 Kilometer unterwegs, seit dem Start vor gut einer Woche. Straßen, Fähren, Eis, Wind, Städte und Wildnis lagen hinter uns. Tag 8 fühlte sich wie ein Übergang an: vom reinen Unterwegssein hin zu einem bewussteren Ankommen im hohen Norden.
Tagesfazit
Tag 8 war geprägt von Wind und Eis, von Bewegung und Ankommen. Tromsø zeigte sich als lebendige Stadt oberhalb des Polarkreises, offen und zugleich rau. Rentiere am Straßenrand, eisige Fahrbahnen, Kultur, Geschichte und gutes Essen verbanden sich zu einem Tag, der weniger spektakulär wirkte – und gerade deshalb authentisch war.



Tag 7: Von Rentieren, Elchen und einzigartigem Polarhimmel
Skandinavien Roadtrip Tag 6
Von stillen Wäldern bis zur bunten Stadt: Norwegens Straße ruft
Tag 4: Oslo, Akershus und weiter nach Dovre
Skandinavien Roadtrip Tag 3
Skandinavien Roadtrip Tag 2 
