Federschmuck ist aus der ganzen Welt bekannt. Die Vögel, von denen die Federn stammen, unterscheiden sich dabei von Region zu Region. Zu sehen im Museum Wiesbaden.

Das Museum Wiesbaden präsentiert in der aktuellen Sommerausstellung und noch bis zum 8. März 2020 wie Federn von verschiedenen Kulturen eingesetzt wurden und werden und welche Vogelarten besonders begehrte Federn für den beliebten Federschmuck besitzen – eine außergewöhnliche Entdeckungsreise rund um den Globus.

Museum Wiesbaden, kurz gefasst

Sommerausstellung – Mit fremden Federn
Wann: 16. Juni 2019 bis 8. März 2020
Öffnungszeiten Mo geschlossen Di, Do 10:00—20:00 Uhr Mi, Fr 10:00—17:00 Uhr Sa,So, Feiertage 10:00—18:00 Uhr
Wo: Hessisches Landesmuseum für Kunst und Natur (Museums Wiesbaden), Friedrich-Ebert-Allee 2, 65185 Wiesbaden (Anfahrt planen!)
Eintritt:  10,00 Euro, ermäßig 7,00 Euro

Anmeldung, Buchung und Beratung für Schulgruppen unter 0611 / 335 2185 oder edu@museum-wiesbaden.de.

Auf 700 Quadratmetern bietet die farbenfrohe Ausstellung in drei Sälen Exkursionen zu fünf Kontinenten an. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf Südamerika. Neben dem farbenprächtigen Federschmuck Südamerikas und dem für modische Kreationen verwendeten Schmuck der Paradiesvögel beeindruckt die Nutzung von Federn auch für kultische Objekte in Afrika. Aus Europa finden sich Alltagsgegenstände zu speziellen Themen wie der Jagd und der Symbolik von Federn bis zu aktuellen Hutdesigns. Die Ausstellung präsentiert über 300 Exponate – neben seltenen und exzellenten Vogelpräparaten auch bisher noch nicht gezeigte ethnologische Zeugnisse.

Das Museum ist ein Ort für Entdeckungen, zur Entwicklung eines Interesses und Förderung von Respekt gegenüber dem Anderssein.“ – Fritz Geller-Grimm, Kurator der Ausstellung

Vogelfedern schützten vor extremen Temperaturen, vor strömenden Regen und dienen der Kommunikation. Ohne Federn können Vögel nicht fliegen. Im Laufe der Evolution haben sich zahlreiche Variationen an Formen und Farben entwickelt. Sie ermöglichten eine erfolgreiche Verbreitung der gefiederten Lebewesen auf allen Kontinenten und in allen Lebensräumen mit mehr als zehntausend Arten. Hat ein Vogel eine Feder verloren, landet sie schnell als Schmuckstück im Haar oder am Hut. Wann Menschen begannen, sich mit Federn zu schmücken, ist nicht belegt. Dazu ist die Menschheitsgeschichte zu alt und die Natur der Feder zu vergänglich. Der Gebrauch von Federn ist dagegen aus vielen Kulturen der Welt und seit Jahrhunderten bekannt. Von Nutzen sind sie als wärmende Decken, als Teil von Spiel- und Sportgeräten oder als Schreibfedern. Vor allem haben kulturelle Bedeutungen, wechselnde Moden und unterschiedliche Verfügbarkeit von Federn eine formenreiche und farbenprächtige Vielfalt an Kopfschmuck- und Kleidungsstücken hervorgebracht. 

„Federarbeiten sind in diesem Zusammenhang ein besonderer Schatz und es ist zu hoffen, dass sowohl die Natur als auch die kulturelle Nutzung durch den Menschen eine Zukunft erleben dürfen.“  Fritz Geller-Grimm, Kurator der Ausstellung im Museum Wiesbaden

In der Ausstellung Mit fremden Federn im Museum Wiesbaden vereinen sich Kunst und Natur mit der Welt indigener Kulturen, in denen Federarbeiten eine herausragende Rolle spielen. Die Ausstellung stellt Federschmuck und kulturelle Erzeugnisse verschiedenster Regionen vor, darunter Masken, Kopfbedeckungen und Armschmuck. Diese werden ergänzt durch Vogelpräparate der Arten, die als Quelle dienten. Das Gefieder von Aras oder Paradiesvögeln war begehrter Bestandteil von Federschmuck. In den Tropen werden besonders farbenprächtige und auffällige Vogelfamilien genutzt, darunter Kotingas und Tangaren in Südamerika, Paradiesvögel in der Australis oder Perlhühner in Afrika. Papageienfedern finden überall Zuspruch. In Südamerika sind besonders die Federn der Aras, in Asien die der Pfauen und Fasanen und in Australien die der Kakadus gefragt. Auch die Federn domestizierter Haushühner finden sich im Schmuck zahlreicher Kulturen wider. 

„Die aktuelle Diskussion um Kolonialismus und Restitution auch von ethnologischen Objekten ist notwendig und hilft, ein größeres gegenseitiges Verständnis aufzubauen. Sie darf aber nicht davon ablenken, dass ethnologische Exponate nicht alleine ihrer Besonderheit oder Eleganz wegen gesammelt wurden. Fritz Geller-Grimm, Kurator der Ausstellung

Im Alltag findet und fand Federschmuck jedoch nicht nur dekorativen Nutzen. Er wird verwendet bei Feierlichkeiten und rituellen Handlungen, darunter Initiationsriten, kann die Zugehörigkeit zu Gruppen signalisieren und gibt Aufschlüsse über den Rang seines Trägers oder seiner Trägerin. Eine Vielzahl an Beispielen liefern Leihgaben aus der Sammlung Werner Hammer, die einzelne indigene Gruppen Südamerkias vorstellen, darunter die WaiWai, Wayana Aparai, Karajá, Kayapo, Munduruku oder Jivaro. 

„Die Diskussion darf aber nicht davon ablenken, dass ethnologische Exponate nicht alleine ihrer Besonderheit oder Eleganz wegen gesammelt wurden. Fritz Geller-Grimm, Kurator der Ausstellung

Kolonialismus und Restitution werden ebenfalls in der Schau thematisiert. Bereits im frühen 19. Jahrhundert gelangten Federarbeiten auch nach Wiesbaden – als Handelsgut, Geschenke und Forschungsgegenstände. Die Naturhistorischen Sammlungen beherbergen seitdem eine kleine, aber exzellente ethnologische Sammlung, die Südamerika mit Federarbeiten fokussiert und für die Ausstellung durch Leihgaben ergänzt wurde. 

„Diskussion und Federn sind ebenfalls Botschafter von Kulturen, die bereits erloschen sind oder dringend auf Unterstützung angewiesen sind.“  Fritz Geller-Grimm, Kurator der Ausstellung

Die Ausstellung lädt Besucher ein zu einer Reise durch die Kulturen Südamerikas, mit Exkursen nach Nordamerika, Australien, Afrika, Asien und Europa. Ein Raum widmet sich darüber hinaus auch den historischen Methoden zur Jagd auf Vögel. Weiterhin veranschaulichen zwei Dioramen den Lebensraum der Vögel in Neuguinea. Mitmachstationen für Klein und Groß stellen spielerisch die Vielfalt der Nutzung von Federn vor. 

Rahmenprogramm im Museum Wiesbaden

Dienstag, 12. November 2019, 18:00 Uhr
Die Plainsfederhaube im Spiegel von Vergangenheit und Gegenwart
Mit Dr. Markus Lindner, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Institut für Ethnologie Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend 

Dienstag 11. Februar 2020, 18:00 Uhr
Die frühesten Federarbeiten Brasiliens und Guyanas im Nationalmuseum Kopenhagen 
Mit Dr. Andreas Schlothauer, Schwabstedt 

Sa 4. Januar  2020, 11:00 – 15:00 Uhr
Federtage mit einem besonderen Familienprogramm am Eintrittsfreien Samstag. 

Angebote für KITAS und Schulen 

Pädagogische Gruppen und zwei Begleitpersonen erhalten freien Eintritt in die Dauer- und Sonderausstellungen des Museums Wiesbaden. Eintritt frei für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Einfache Führungen 

Dauer: 45 Minuten (1 Schulstunde)
Kosten für Schul- und Kindergartengruppen:
45,— Euro, Freier Eintritt für Kinder und 2 Betreuer
Kosten für Privatgruppen: 70,— Euro zzgl. Eintritt 

Erweiterte Führungen
Dauer: 90 Minuten (2 Schulstunden)
Kosten für Schul- und Kindergartengruppen:
75,— Euro, Freier Eintritt für Kinder und 2 Betreuer 

Führung mit Workshop
Dauer: 135 Minuten (3 Schulstunden)
Kosten für Schul- und Kindergartengruppen:
90,— Euro, zzgl. Materialkosten 0,50 Euro je Kind. Freier Eintritt für Kinder und 2 Betreuer 

FA. Modellieren von Vögeln Paradiesvogel, Tukan oder Papagei – aus Modelliermasse werden Vögel geformt und mit Federn versehen. Die Modelliermasse ist selbsthärtend und lässt sich nach dem Trocknen (nach ca. 3-4 Tagen) mit Plaka- oder Acrylfarbe bemalen. 

FB. Malen mit Ölkreiden Vogel oder Federschmuck – gezeichnet und koloriert auf schwarzem Tonpapier, auf dem die kräftigen Farben der Ölkreiden besonders gut zur Geltung kommen. 

FC. Federschmuck-Ketten Federn können schmücken. Es wird Federschmuck hergestellt, wobei neben Federn noch weitere Naturmaterialien zum Einsatz kommen. 

FD. Masken Warum bauen Menschen Masken? Welche Bedeutung haben diese? Masken sind weit mehr als nur Verkleidung. Das ist das Thema dieses Workshops, in dem Masken angefertigt werden – aus Pappe, Federn und mit Ölkreiden. 

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Die offizielle Internetseite vom Museum Wiesbaden finden Sie unter museum-wiesbaden.de.

 

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