Das Stadtlexikon enthält ausgewählte Beitrage. Von A bis Z aufgereiht, beleuchten Sie Persönlichkeiten, Istitutionen … und jetzt auch das Leben von Dr. Thomas Broer. 

Wiesbaden – mitten im Rhein-Main-Gebiet gelegen – ist als Hauotsdat des Bundeslandes Hessen urbanes Zentrum und lebenswerte Metropole zugleich. Dank seiner Thermalquellen, aber auch aufgrund seines einzigartigen baukulturellen Erbes ist Wiesbaden international berühmt. So heißt es im Wiesbaden Lexikon, dass von Cornelia Röhlke und Brigitte Streich im Theiss Verlag herausgegeben wurde. Auf über 1100 Seiten haben Böhlke und Streich von über 300 Autoren Textfragmente und Artikel zusammengestellt – und diese mit Fachexpertise verbunden. In Zeiten des digitalen Zeitalters bilden die 1120 Seiten nur noch den Rahmen für das Nachschlagewerk der Stadt … ein schönes Geschenk im übrigen. Einen Rahmen, der online bis zur Neuauflage weitergeführt und ergänzt wird. Jetzt um den Namen Dr. Thomas Broer.

„Der detaillierte und sorgfältig recherchierte Beitrag für das Stadtlexikon Wiesbaden zeichnet die Stationen eines überaus beeindruckenden Menschen unserer Stadt nach, dessen Leben im Alter von nur 33 Jahren viel zu früh beendet wurde.“ – Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende

Neuester Einrag: Thomas Clemens Broer wurde am 2. September 1976 in Wiesbaden geboren und ist am 15. April 2010 in Baghlan-i-Jadid, Afghanistan, durch einen Hand- und Panzerabwehrwaffenbeschuss von Taliban aus dem Leben gerissen worden.

Letzte Ruhestätte

Dr. Thomas Broer wurde auf dem Friedhof Dotzheim bestattet wurde. Neben zahlreichen bundesweiten Auszeichnungen und Ehrungen wurde in der 2012 neu errichteten Wohnsiedlung Newman Village auf dem Gebiet der General Lucius D. Clay Kaserne eine Straße nach ihm benannt: Dr. Broer Street. Benennungen von Straßen, Plätzen oder Sportstätten obliegen den Ortsbeiräten.

Auszug aus dem Stadtlexiko

Thomas Clemens Broer wurde am 2. September 1976 in Wiesbaden-Sonnenberg als einziges Kind eines selbständigen Elektroinstallateurs geboren. Broers Mutter arbeitete als kaufmännische Angestellte im Familiengeschäft. Als Kind besuchte er zunächst den St.-Georg-Kindergarten in Wiesbaden-Frauenstein in der Nähe seines Wohnorts. 1982 wurde Broer auf der Grundschule Schelmengraben eingeschult. Nach der Grundschule wechselte er zunächst 1987 auf die Gerhard-Hauptmann-Schule und dann auf das Carl-von-Ossietzky-Oberstufengymnasium in Wiesbaden-Klarenthal.

Frühe Berufung

Noch als Schüler stellte Broer im November 1995 einen Antrag auf Einstellung für den freiwilligen Dienst als Offizier der Bundewehr bei der zuständigen Meldestelle in Wiesbaden. Als Verwendungswunsch gab der 19-Jährige eine Laufbahn als Offizier mit verbundenem Medizinstudium an“

Fortbildung

Im Spätsommer und Herbst 1996 absolvierte der Offiziersanwärter die seemännische Grundausbildung auf dem Segelschulschiff ‚Gorch Fock‘ und wurde zum Gefreiten befördert. … In Mainz nahm Broer an der Johannes-Gutenberg-Universität ein Studium der Humanmedizin auf. … Im September 2004 wurde Leutnant z.S. Broer bei durchgehend sehr guten bis exzellenten Bewertungen durch seine Vorgesetzten zum Stabsarzt befördert. Zur gleichen Zeit folgten u.a. in Koblenz, München und Fürstenfeldbruck lehrgangsgebundene Weiterbildungen u.a. zum Schiffsarzt, in der Notfall- und Fliegermedizin, in der Tropenmedizin und zum Leiter von Sanitätsteams. … Nach der Tätigkeit in verschiedenen Abteilungen der Bundeswehrkrankenhäuser Ulm und Koblenz, dem Beginn seiner Facharztausbildung zum Hautarzt sowie einer großen Zahl weiterer Fortbildungen und Einweisungen wurde Broer von Sommer 2006 bis Sommer 2008 als Schiffs- und Geschwaderarzt auf der Fregatte F 209 „Rheinland-Pfalz“ mit Heimathafen Wilhelmshaven eingesetzt.

Auszeichnungen

An Bord der ‚Rheinland-Pfalz‘ – insgesamt verbrachte er 153 Tage auf See – nahm Broer von November 2007 bis Januar 2009 an der NATO-Operation „Active Endeavour“ zur Seeraumüberwachung im Mittelmehr teil. Mit dieser Mission zeigte die NATO zwischen 2001 und 2016 zur Abschreckung terroristischer Aktivitäten im Mittelmeerraum Präsenz und ging gegen Schmuggler vor. Broer war neben seiner Tätigkeit als Schiffsarzt u.a. auch für die Freizeitbetreuung und für die sanitätsdienstliche Helferausbildung der rund 200 Seeleute verantwortlich. Für seine Teilnahme an diesem Einsatz wurde Broer mit der NATO-Medaille und mit der Einsatzmedaille der Bundeswehr in Bronze ausgezeichnet.

Auslandseinsatz

Vom 14. Juli 2009 bis zum 26. August 2009 absolvierte Oberstabsarzt Dr. Broer seinen zweiten Auslandseinsatz beim deutschen ISAF-Kontingent in Afghanistan. Als Sanitätsoffizier war er im Feldlager ‚Camp Marmal‘ bei Mazar-e-Sharif bei der Klinik-Kompanie des Sanitätseinsatzverbandes eingesetzt“.

Letzter Einsatz

Eine zweite deutsche Marschkolonne wurde zur Unterstützung aus einem Vorposten in Bewegung gesetzt. Ihr gehörte der Bewegliche Arzttrupp (BAT) an, in dem Oberstabsarzt Dr. Broer seinen Dienst versah. Diese Kolonne wurde vier Stunden später, gegen 18:30 Uhr auf dem Vormarsch zum Einsatzort durch Taliban mit Hand- und Panzerabwehrwaffen beschossen. Dabei drang eine Granate in den hinteren Teil des Radfahrzeuges Mowag Yak des BAT ein. Oberstabsarzt Dr. Thomas Broer wurde durch den Treffer getötet. Broer war damit, fünfzehn Tage vor dem Ende seines bis zum 30. April 2010 verfügten Einsatzes, der 42. Bundeswehrangehörige, der in Afghanistan starb. Thomas Broers Lebensgefährtin erwartete zu diesem Zeitpunkt von ihm ein Kind, das im Herbst 2010 geboren wurde.

Foto oben ©2022 Wiesbaden lebt!

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Das Wiesbadener Stadtlexikon finden Sie auch online unter www.wiesbaden.de.

 

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