Zehn Hessen erhalten einen Verdienstorden – eine Anerkennung für Menschen, die Engagement leben und ihr Land mit Tatkraft formen.
Für die Wiesbadener Gäste im Schloss Biebrich gab es am Freitag einen Namen, der sofort Resonanz auslöste: Prof. Olaf Leu, der international bekannte Grafikdesigner. Er gehörte zu jenen zehn Hessinnen und Hessen, die Ministerpräsident Boris Rhein am Freitag mit einem Verdienstorden auszeichnete. Leu bekam den Hessischen Verdienstorden am Bande – nicht, weil er an diesem Abend im Mittelpunkt stand, sondern weil sein Werk und seine Persönlichkeit weit über die Landesgrenzen strahlen und in Wiesbaden seit Jahrzehnten kulturelle Spuren hinterlassen.
Rhein würdigte ihn als Gestalter, der „Präzision mit künstlerischer Freiheit verbindet und Gestaltung zu einem kulturellen Dialog gemacht hat“. Leus Einfluss auf Design, Lehre und typografische Entwicklung wirkt noch immer – und verleiht Wiesbaden, das ihn lange begleitet, einen besonderen Platz in der Geschichte des deutschen Grafikdesigns.
Zehn Auszeichnungen, ein gemeinsamer Kern
Ob Wiesbaden, Frankfurt, Kronberg oder Kelsterbach – an diesem Abend trafen Lebenswege aufeinander, die eines eint: Menschen handeln aktiv für ihr Umfeld. Rhein formulierte es knapp und treffend: „Ihr Engagement stärkt den Zusammenhalt in unserem Land.“ Der Festsaal im Schloss Biebrich bot dafür die passende Bühne. Keine Pathoskulisse, sondern ein Ort, an dem Anerkennung ganz selbstverständlich klingt.
Frankfurter Engagement: Stein und Völker
Volker Stein erhielt den Hessischen Verdienstorden für jahrzehntelanges Wirken zwischen Kirche, Kommunalpolitik und sicherheitspolitischer Verantwortung. Er baute Strukturen auf, begleitete Transformationsprozesse und stärkte den Kulturstandort. Rhein lobte seine Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen – und Menschen mitzunehmen.
Peter Völker, ebenfalls ausgezeichnet mit dem Hessischen Verdienstorden, verwandelte die TG Bornheim in einen Verein von nationalem Rang. Er professionalisierte Abläufe, eröffnete Sportzentren und führte durch die Pandemie. Heute wirkt sein Engagement weiter – in Talenten, Strukturen und einer Vereinsidee, die Frankfurt spürbar geprägt hat.
Gemeinschaft stiften: Dittrich-Brauner und Deeg
Mit dem Verdienstorden am Bande ehrte Rhein zwei Menschen, die ihre Gemeinden mit stiller Beharrlichkeit formen. Karin Dittrich-Brauner gründete die Stiftung „Pfadfinden“, entwickelte Nachbarschaftshilfen, unterstützte ukrainische Familien und schuf digitale Plattformen, die Menschen verbinden. Sie zeigt, wie Orientierung, Empathie und Initiative soziale Räume konkret verändern.
Sven Deeg engagierte sich in Linden und Leihgestern über Jahrzehnte: in Politik, Jagdwesen, Naturpflege und Sport. Als Präsident des Hessischen Judoverbands begleitet er Talente und stärkt Vereine – eine Mischung aus Idealismus und Pragmatismus, die in Hessen selten so sichtbar wird.
Gümbel, Moosbrugger und Martin
Das Bundesverdienstkreuz am Bande erhielten drei Menschen, deren Engagement unterschiedliche gesellschaftliche Felder verbindet. Dr. Annette Gümbel prägte Bildungsbeiräte, Vereine, soziale Projekte und Sportinitiativen in Lich. Sie stärkt Inklusion, organisiert Austauschprogramme und formt ein Miteinander, das Generationen verbindet.
Prof. Dr. Helfried Moosbrugger wirkt seit Jahrzehnten in Kronberg – politisch, kulturell und organisatorisch. Als treibende Kraft hinter den Freunden der Kronberg Academy gab er dem Casals Forum eine Stimme im öffentlichen Leben.
Christof Wilhelm Martin engagiert sich kirchlich, begleitet Bauprojekte und steht als Notfallseelsorger Menschen in Ausnahmesituationen zur Seite. Seit 1996 spendet er Trost, vermittelt Geschichte und hält kulturelles Erbe lebendig.

Verdienstkreuz 1. Klasse
Die höchste Auszeichnung des Abends erhielten zwei Menschen, die kommunale Identität und gesellschaftliche Debatten über viele Jahre prägten. Helga Oehne engagierte sich in Kelsterbach als Stadtverordnetenvorsteherin, in der katholischen Gemeinde und in der Städtepartnerschaft. Sie stärkt Zusammenhalt – politisch, sozial und kulturell.
Andreas de Maizière wirkte in Stiftungen, Vereinen und Diskussionsforen. Er fördert Denkmalpflege, unterstützt kulturelle Initiativen und setzt Impulse in der Debattenkultur. Rhein nannte ihn „eine außergewöhnliche Stimme für das Gemeinwohl“.
Ein Orden sagt mehr als ein Dank
Der Abend endete ohne Inszenierung, aber mit klarer Botschaft: Ehrenamt lebt nicht von Titeln, sondern von Taten. Die Verdienstorden zeigen, wie viele Menschen in Hessen Verantwortung tragen – und damit ein Fundament stärken, das nicht sichtbar glänzt, aber täglich trägt.
Prof. Olaf Leu erhält den Hessischen Verdienstorden am Bande. ©2025 Paul Müller
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