Boris Rhein fordert im Bundesrat strengere Strafen gegen heimliche Bildaufnahmen. Eine Initiative soll Frauen besser schützen und Lücken schließen.
Hessens Ministerpräsident Boris Rhein fordert deutlich härtere Strafen für heimliche, sexuell motivierte Bildaufnahmen. Im Bundesrat in Berlin unterstützt Hessen am Freitag eine Initiative, die die Bundesregierung auffordert, zügig einen Gesetzentwurf vorzulegen. Ziel ist es, Frauen und Mädchen wirksamer vor heimlichen Fotos und Videos zu schützen.
Rhein begründet den Vorstoß mit zunehmenden Fällen voyeuristischer Aufnahmen im öffentlichen Raum. Wer heimlich filmt oder fotografiert, verletze nicht nur die Privatsphäre, sondern greife auch die Würde der Betroffenen an. Solche Taten stellten einen gravierenden Eingriff in die sexuelle Selbstbestimmung dar.
Strafrecht soll an digitale Realität angepasst werden
Die Bundesratsinitiative fordert, bestehende Lücken im Strafrecht zu schließen. Nach Ansicht der Länder reicht der aktuelle Schutz nicht aus. Zwar stellen einzelne Vorschriften voyeuristische Handlungen bereits unter Strafe. Dennoch bleiben bestimmte Formen heimlicher Aufnahmen bislang rechtlich schwer zu verfolgen.
Rhein fordert deshalb, dass das Strafrecht stärker auf die digitale Realität reagiert. Moderne Smartphones und kleine Kameras erleichterten es Tätern, unbemerkt Aufnahmen zu machen und später zu verbreiten. Der Schutz müsse bereits beim unerlaubten Anfertigen der Bilder beginnen – nicht erst bei der Veröffentlichung.
Mehr Schutz für Frauen im öffentlichen Raum
Der hessische Ministerpräsident verweist in seiner Rede auf Situationen im Alltag. Frauen müssten sich frei im öffentlichen Raum bewegen können, etwa beim Joggen im Park. Wenn sie befürchten müssten, heimlich gefilmt zu werden, schränke das ihre Freiheit ein.
Die Initiative fordert daher eine klare strafrechtliche Regelung für voyeuristische Aufnahmen auch im öffentlichen Raum. Ziel ist es, Betroffene besser zu schützen und Ermittlungsbehörden mehr Handlungsmöglichkeiten zu geben.
Signal aus den Ländern
Mit der Unterstützung der Initiative setzt Hessen gemeinsam mit anderen Ländern ein politisches Signal an die Bundesregierung. Diese soll nun prüfen, wie ein entsprechender Gesetzentwurf aussehen kann.
Für Rhein steht dabei ein Grundsatz im Mittelpunkt: Gewalt gegen Frauen – auch in Form digitaler Übergriffe – greife die offene Gesellschaft an. Der Staat müsse darauf reagieren und das Recht am eigenen Bild konsequent schützen.
Symbolfoto ©2026 AI / Wiesbaden lebt!
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