Wehen Wiesbaden gewinnt 1:0 beim VfL Osnabrück. Trainer und Spieler bewerten den Erfolg klar und betonen Mentalität, Effizienz und fehlende spielerische Qualität.
Der SV Wehen Wiesbaden hat an der Bremer Brücke ein Spiel gewonnen, das kaum jemand als fußballerische Delikatesse bezeichnen würde, das aber genau jene Energie freisetzte, die ein Team in der 3. Liga braucht. Die Mannschaft kämpfte, hielt dagegen, blockte, klärte und atmete nach 90 Minuten tief durch. Mit dem 1:0 nimmt sie drei Punkte mit, die in dieser Phase der Saison mehr bedeuten als jede spielerische Schönschrift.
Scherning lobt Mentalität – und spart nicht mit Kritik
Cheftrainer Daniel Scherning erlebte einen Abend, der ihn zufrieden und unruhig zugleich zurückließ. „Ich bin froh über die drei Punkte, aber nicht zufrieden mit dem Spiel“, sagte er. Sein Team wirkte im Ballbesitz statisch, suchte selten mutige Wege und verlor viele zweite Bälle. Doch Scherning betonte, wie sehr seine Spieler in Zweikämpfe, Flanken und Standards gingen. „So kannst du an der Brücke bestehen.“
Dass Fatih Kaya den Treffer des Abends markierte, freute ihn spürbar: „Er wurde viel kritisiert. Aber er arbeitet. Und heute hat er der Mannschaft den Sieg geschenkt.“
Kaya erklärt sein Tor – und mahnt Verbesserungen an
Der Stürmer selbst ordnete den Erfolg nüchtern ein. „Das war eine unserer schlechteren Leistungen“, sagte Fatih Kaya. Osnabrück presste früh, Wiesbaden reagierte oft hektisch. „Wir waren nicht mutig genug.“
Und doch reichte ein Moment: Kaya sah den weit vor dem Tor stehenden Keeper – und zog ab. „Der Trainer will mehr Abschlüsse. Heute hat es gepasst.“
Heimcoach Timo Schultz rang nach Worten. Sein Team schoss oft, traf aber nur Fangzaun und Bande. „Wir belohnen uns nicht. Und Wehen Wiesbaden macht aus 40 Metern das Tor.“
Ein Abend für die Tabelle – und für den Charakter
Der SVWW nahm nicht den schönsten Sieg mit nach Hessen. Aber einen, der zeigt, wie eng diese Liga bleibt – und wie wertvoll jeder kleine Moment wird.
Archivfoto
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