Mit Zahlen, Zeichen und Symbolen führt der Künstler Eduard Steinberg den Betrachtern eine neue Sicht auf Motive von Malewitsch vor Augen – im Museum Wiesbaden.

Die Dauerausstellungen im Museum Wiesbaden sind keineswegs statisch. In regelmäßigen Abständen legen die Kustoden neue Sammlungsschwerpunkte fest und präsentieren Highlights aus den Schätzen der Museumsdepots. Im Zentrum der aktuellen Neuordnung der Kunstsammlung im Museum Wiesbaden steht der Zyklus Das Dorf des russischen Künstlers Eduard Steinberg (1937-2012).

Landesmuseum, kurz gefasst

Ausstellungen: „Doch die Käfer Kratze Kratze“ , „Ernst Wilhelm Nay“, „Archipele“, „Samlung Natur“, „Vom Wert des Wassers, alles in Fluss?“, „Jugendstil“
Wo: Hessisches Landesmuseum für Kunst und Kultur (Museum Wiesbaden), Friedrich-Ebert-Allee 2, 65185 Wiesbaden
Öffnungszeiten: dienstags 10:00 bis 20:00 Uhr, mittwochs und freitags bis sonntags 10:00 bis 17:00 Uhr,  montags geschlossen

Steinberg, dessen Vater als verfemter intellektueller Dichter nicht in Moskau leben durfte, wuchs im 200 Kilometer von der Hauptstadt entfernten Dorf Tarussa auf. Ausgeschlossen von jeglicher höheren Bildung entwickelte er im kreativen Klima anderer aus der Lagerhaft dorthin verschlagenen Intellektuellen eine eigenständige Bildsprache, die den russischen Suprematismus Kasimir Malewitschs auf subtile Art und Weise in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts überführt.

„Aus heutiger Perspektive betrachtet, scheint es beinahe so, als ob Steinberg der noch jungen russischen Demokratie, die er zwei Jahrzehnte aus nächster Nähe beobachten konnte, nicht vertraute.“ – Dr. Roman Zieglgänsberger

Während der Sowjetrepublik hatte Steinberg – wie sein 1985 aus der Sowjetunion geflohener Freund Ilja Kabakov – als Vertreter der unerwünschten geometrisch abstrakten Kunst kaum Möglichkeiten zur Entfaltung.  Von 1990 bis zu seinem Tod pendelte er zwischen Paris (Winter) und Moskau (Sommer). Als Angehöriger der Gruppe der Nonkonformisten wurde Steinberg zu einem weltweit gefragten Künstler. In seinem Testament verfügte er, dass seine bedeutendsten Werke in ein zentral in Europa gelegenes, deutsches Museum übergehen sollten. Ein Jahr nach dem Tod des Künstlers übergab die Witwe Steinbergs, Galina Manewitsch, dem Museum Wiesbaden den Nachlass. Steinberg schätzte das Museum aufgrund der umfangreichen Jawlensky-Sammlung sehr.

Seine Witwe Galina Manevič übergab 2013 den Nachlass aus 68 Gemälde und 15 Collagen Werke von Steinberg an das Museum Wiesbaden. Dort wurden siee bis 2015 wissenschaftlich bearbeitet. – Wikipedia

Angesichts der Entscheidung von Steinberg, seinen Nachlass keinem russischen Museum zu übergeben vermutet Kustos Dr. Roman Zieglgänsberger, dass der Künstler der jungen russischen Demokratie wenig vertraute. Der vielteilige Dorf-Zyklus, der aufgrund des doppelten Jubiläums des zehnten Todestages des Künstlers (2012) und des zehnten Jahrestages der Nachlassschenkung (2013) eingerichtet wurde, ist unmittelbar vor der Wende in den späten 1980er-Jahren auf dem Land entstanden. Die Werkgruppe schildert mit vielen russischen kulturellen Anspielungen und großer individueller Einfühlsamkeit das langsame Aussterben eines typischen russischen Dorfes. Zum ersten Mal komplett wurde sie in Moskau ausgestellt. Sie gilt als eine Synthese von Leben und Werk des Künstler

Foto oben Museum Wiesbaden © 2021 Bernd Fickert

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Die offizielle Internetseite vom Museum Wiesbaden finden Sie unter museum-wiesbaden.de.

 

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