Mobile Schutzwände bleiben, Feuerwehr baut sie bei Bedarf auf. Hochwasserschutz in Schierstein und Kostheim ist langfristig m
Wenn der Rhein steigt, steigt in Wiesbaden die Aufmerksamkeit. Sandsäcke stapeln sich zwar längst nicht mehr wie früher, doch die Stadt rüstet weiterhin – und das freiwillig. Der Magistrat beschließt jetzt, den Hochwasserschutz für die Stadtteile Schierstein und Kostheim auch über das Jahr 2026 hinaus sicherzustellen. Eine gesetzliche Verpflichtung besteht nicht. Die Stadt handelt dennoch.
Vorsorge statt Vorschrift
Bürgermeisterin und Umweltdezernentin Christiane Hinninger stellt klar, worum es geht: Wiesbaden liegt am Wasser. Wer am Rhein und am Main baut, lebt mit dem Pegel. „Den Schutz der Bevölkerung und der Infrastruktur verstehen wir auch künftig als unsere Pflicht“, sagt sie. Die Stadt setzt dabei auf mobile Hochwasserschutzanlagen. Sobald kritische Pegelstände drohen, rückt die Feuerwehr im Auftrag des Umweltamtes aus, errichtet Schutzwände und überwacht sie, bis die Gefahr sinkt.
Das klingt nüchtern, wirkt aber konkret. Denn Hochwasser kündigt sich nicht mit Trompeten an. Es kommt leise, steigt langsam – und verlangt schnelle Reaktionen. Genau hier greift das Konzept: mobil, flexibel, einsatzbereit.
Schutzwände mit Geschichte
Die eingesetzten Elemente stehen seit mehr als zwanzig Jahren bereit. Sie haben Hochwasser erlebt, Strömungen abgehalten und manchem Keller den Ernstfall erspart. Doch Technik altert. Dichtungen verschleißen, Verbindungen lockern sich. Damit die Anlagen weiter zuverlässig funktionieren, stellt die Stadt rund 65.000 Euro für Instandsetzung und Wartung bereit.
Das Geld fließt in Sicherheit. Und es fließt bewusst. Denn die Kommune investiert freiwillig. Rechtlich müsste sie nicht handeln. Politisch will sie es. Und so schützt die Stadt nicht nur Wohnhäuser, sondern auch Straßen, Leitungen, Betriebe und öffentliche Einrichtungen. Infrastruktur bleibt funktionsfähig, Schäden bleiben aus – oder fallen zumindest geringer aus.
Eigenvorsorge bleibt Pflicht
Trotz kommunaler Maßnahmen bleibt Hochwasserschutz eine Gemeinschaftsaufgabe. Die Stadt verweist auf Notfallvorsorge und Informationsangebote. Karten zeigen Überschwemmungsgrenzen, Starkregen-Hinweiskarten geben erste Einschätzungen, Fließpfadkarten verdeutlichen, wohin Wasser bei Starkregen abfließt. Seit 2023 liegen für ganz Wiesbaden detaillierte Starkregen-Gefahrenkarten vor. Sie berechnen Abflussmengen und berücksichtigen lokale Besonderheiten.
Wer wissen will, wie hoch Rhein oder Main aktuell stehen, informiert sich über die Hochwasservorhersagezentralen oder ruft die automatische Pegelansage für Mainz an. Auch die App „Meine Pegel“ liefert Daten von rund 3.000 Messstellen in Deutschland. Information ersetzt keine Mauer, aber sie verschafft Zeit.
Symbolfoto ©2026 KI-generiert
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