Sie ist eine der nervigsten Verkehrs-Engstellen auf dem Weg von Mainz ins Rhein-Main-Gebiet. Damit sich das ändert, wird die Boelckestraße ausgebaut – Stück für Stück.

Am 17. Juli wurde mit der Einrichtung des nächsten Bauabschnittes in der Boelckestraße begonnen. Die provisorische Verbreiterung der bestehenden Boelckestraße ist jetzt abgeschlossen. So wird der Verkehr für den neuen Bauabschnitt an den östlichen Fahrbahnrand verlegt. Ist das geschehen, rücken der Kampfmittelräumdienst und die Archäologen an. Geben sie grünes Licht, wird mit dem eigentlichen Ausbau angefangen. Die Boelckestraße wird dann wie geplant bis 2022 vierspurig ausgebaut. Gleichzeitig werden alle unterirdischen Versorgungsleitungen für Wasser, Gas, Strom und die digitale Glasfaser-Infrastruktur im Kreuzungsbereich Boelckestraße/Otto-Suhr-Ring modernisiert und neu verlegt. Die bisherigen Umleitungen im Gebiet behalten für die nächsten Monate ihre Gültigkeit. Die Pläne und weitere Informationen sind im Internet unter www.wiesbaden.de.

„Es kann nur ein Schritt nach dem anderen gemacht werden, was für einen Außenstehenden durchaus den Eindruck erwecken kann, dass es auf der Baustelle nicht weitergeht.“ – Karsten Hense, Projektleiter

Was einfach klingt ist eine Herkulesaufgabe und die Umlegung des Verkehrs ist nur die sichtbare Spitze des komplexen Bauvorhabens. Ein viel größerer Aufwand der Arbeiten geschieht im Untergrund. Die Stadt nutzt die Gelegenheit alle Versorgungs- und Telekommunikationsleitungen für Mainz-Kastel neu zu verlegen.

„Wir arbeiten step by step. Erst wenn der erste Graben auf und wieder zugemacht wurde, kann direkt daneben der nächste Graben auf und zugemacht werden.“ – Karsten Hense, Projektleiter

Um die Versorgung des bestehenden Gewerbegebiets aufrecht zu erhalten, sind umfangreiche provisorische Leitungstrassen notwendig. Leitungstrassen, die nicht einfach an- und abzuklemmen sind, sondern den gleichen hygienischen Standard aufweisen müssen wie alle bestehenden Leitungen. Für das Tiefbauamt und den Versorger bedeutet dies, dass jede Rohr-Verbindungsnaht der neuen Leitungen der Herstellung mit verschiedenen Verfahren geprüft werden muss. Bevor die Prüfberichte nicht vorliegen, kann die Rohrleitung nicht isoliert und der Graben verschlossen werden. Vor der Einbindung in das Netz müssen dann alle Rohrleitungsstränge gereinigt und – insbesondere die Trinkwasserleitungen im Labor auf Keimfreiheit untersucht werden. Vorher darf keine Einbindung in das bestehende Leitungsnetz erfolgen. Andere Abschnitte/Leistungen der Umlegearbeiten können erst begonnen werden, wenn die alten Leitungen entfernt wurden, um Platz für die neuen Leitungstrassen zu schaffen.

„Es ist ein komplexes Proejekt. Versorgungstechnisch sind die einzelnen Teilleistungen leider nur nacheinander und nicht gleichzeitig auszuführen.“ – Karsten Hense, Projektleiter

Zudem gibt es ein Hygienekonzept für die Baustellen, nach denen die Anzahl der gleichzeitig anwesenden Arbeitskräfte in einem Baubereich nach Möglichkeit geringgehalten wird, um den Anforderungen in der Corona-Pandemie einzuhalten. So arbeiten verschiedenen Firmen derzeit grundsätzlich nicht in einem Graben/Baufeld zusammen, sondern lediglich nacheinander oder wenn möglich mit größerem Abstand was den Anschein erwecken kann, dass nur wenig Personal auf der Baustelle tätig ist.

Umleitunmg Otto Suhr Ring ©2020 Tiefbau- und Vermessungsamt

Umleitunmg Otto Suhr Ring ©2020 Tiefbau- und Vermessungsamt

Verkehrsbehinderungen bis 2022

Für die nächsten Monate ist im gesamten Bauabschnitt mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Verkehrsteilnehmer werden gebeten, wenn möglich, den Bereich großräumig zu umfahren. Bis September 2021 sollen die Arbeiten in Richtung Wiesbaden die Ernst-Galonske-Straße erreichen. Voraussichtlich im Jahr 2022 wird dann die Verbreiterung in Richtung A 671 fertiggestellt.

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Aktuelle Informationen zum Projekt und Baufortschritt finden Sie unter: www.wiesbaden.de.

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