Die Narren erobern die AKK-Ortsverwaltung. Mit Helau, Humor und klaren Regeln übernehmen sie bis Aschermittwoch das närrische Kommando.
Wer am Samstag Vormittag die AKK-Ortsverwaltung betreten wollte, erlebte keine Bürgersprechstunde, sondern Bühnenreife. Vor dem Gebäude sammelten sich Garden, Elferräte und neugierige Bürger. Sie schwenkten Fahnen, trommelten, ließen Fanfaren erklingen und riefen, was zwischen dem 11. November und Aschermittwoch als einzig legitimer Gruß gilt: Helau.
Artikel, Schwur und närrische Ordnung
Die Narren traten nicht nur mit Pappnasen auf, sie brachten Ihre eigenen Gesetzte mit. Artikel 9 verpflichtet alle, vom 11. November bis Aschermittwoch mit Helau zu grüßen. Artikel 10 erlaubt, AKK-Bürger zu närrischen Diensten einzuziehen. Artikel 11 mahnt zur Gelassenheit: Niemand soll sich zu ernst nehmen, denn jeder bleibt nur ein kleiner Teil der großen Fastnacht.
Die Menge vor der Ortsverwaltung am Sankt Veit Platz in Kastel schwörte Treue zu „Gott Jokus“. Sie hob die Hände, lachte und sang. „Es lebe die Fasnacht“, rief eine und setzte gleich darauf an „mit einem dreifach donnernden Helau!“ Die Antwort rollte wie eine Welle über den kleinen Platz.
Stromausfall und Wortgefecht
Kaum begann die symbolische Belagerung, streikte das Mikrofon. „Habt ihr nicht mal ein Mikro?“, rief einer aus der ersten Reihe. Gelächter brandete auf. „Mainzer Strom“, witzelte jemand, „der fällt ab und an mal aus.“ Als das Licht am Lautsprecher zurückkehrten, ging ein Raunen durch die Reihen. Selbst Technik übte an diesem Tag Humor.
Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende stand hinter dem Wall, lachte. Die Narren warfen ihm spielerisch vor, er habe „edle Verstärkung“ mitgebracht. Auch Staatsminister Ingmar Jung tauchte im Wortgefecht auf. „Das ist der Anfang von eurem Ende“, rief ein Sprecher, während die Menge johlte.
„Raus aus dem Bau“
Die närrische Abordnung forderte den Auszug der Verwaltung. „Ihr macht Pause. Wir übernehmen jetzt den Laden“, tönte es aus den Reihen. Platzpatronen knallten, Trommeln schlugen, Fahnen flatterten. Niemand fürchtete sich, und alle spielten ihre Rolle mit Hingabe. Die Barriere fiel.
Dann folgt der entscheidende Moment: die Unterzeichnung. Vertreter aus AKK, Wiesbaden und Mainz beugten sich über das Dokument. Sie bestätigten die Niederlage der Verteidiger – zumindest auf Zeit. Die Schlüssel wechselten die Hände. Die Ortsverwaltung schmückt sich mit närrischen Fahnen.
Macht auf Zeit
Von Fastnachtssamstag bis Aschermittwoch regiert das närrische AKK-Bündnis. Beamte erhalten symbolisch „Amnesie“ und dürfen sich dem Treiben anschließen. Die Stadtkasse bleibt unangetastet – „sie ist sowieso leer“, witzelte ein Redner. Bezahlt wird hier nichts außer mit Applaus.
Die Szene zeigt, was Fastnacht in AKK bedeutet: Sie stellt die Welt auf den Kopf, ohne sie aus den Angeln zu heben. Politik lässt sich verspotten und beweist, dass Demokratie Humor verträgt. Die Narren drohen augenzwinkernd mit Haft bis Aschermittwoch, doch niemand nimmt Schaden.
Ein Ritual mit Ernst im Spaß
Der Sturm auf die AKK-Ortsverwaltung gehört längst zur festen Dramaturgie der Kampagne. Er verbindet Amöneburg, Kastel und Kostheim, erinnert an alte Rivalitäten und schafft neue Gemeinschaft. Wer hier mitmacht, bekennt sich zu einer Tradition, die Kritik in Reime packt und Macht mit Konfetti bestreut.
Am Ende hebt sich noch einmal der Ruf: Helau, Helau, Helau. Die Schlüssel glänzen in der Wintersonne. Die Verwaltung schließt für einen Moment die Akten – und öffnet die Tür für die närrische Republik.
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Foto – Gert-Uwe Mende in Handschellen ©2024 Wiesbaden lebt! / Volker Watschounek
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Die Internetseite der AKK-Zugleitung finden Sie unter www.akk-zugleitung.de.




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