Zum 14 Mal wurde der Integrationspreis vergeben: coronabedingt nicht im Festsaal des Rathauses, sondern im kleinen Rahmen im Amt für soziale Arbeit.

Auf die große Aufmerksamkeit gut besuchten Festsaal mussten die Gewinner vom 14. Integrationspreis in diesem Jahr verzichten. Ihre Leistung schmälert dies in keiner Weise. Und das 2020 ein besonderes Jahr ist, wird bei der Preisübergabe sichtbar. Nicht ein, sondern zwei Schecks sind auf dem Foto zu sehen. Nach 14 Jahren wurde der Preis in diesem Jahr zum ersten Mal geteilt. Die Gewinner erhalten je 2500 Euro: 2500 Euro für das Netzwerk für Integrationspartner Gemeinsam-in-Wiesbaden mit ihrem Projekt Netzwerk für Integrationspaten und 2500 Euro für das Psychosoziale Zentrum Süd der Werkgemeinschaft mit dem Projekt NeW – Fachberatungsstelle für traumatisierte geflüchtete Menschen.

„Es ist das erste Mal in der Geschichte des Integrationspreises, dass wir zwei Preisträger haben. Die Projekte der Gewinner haben die Jury mit ihren unterschiedliche Angebote und Ansätze überzeugt – und sind beide von herausragender Qualität.“– Integrationsdezernent Christoph Manjura

Gemeinsam-in-Wiesbaden, Netzwerk für Integrationspaten ist ein Zusammenschluss von Netzwerk- und Kooperationspartnern, die sich für Ehrenamtliche, die zugewanderte insbesondere Geflüchtete begleiten, einsetzen, um deren Integrationsprozess zu unterstützen. Diese einzigartige Austauschplattform leistet einen erheblichen Beitrag zur Integration in Wiesbaden.

„In diesem Rahmen haben wir uns in den vergangenen Jahren gegenseitig in der Entwicklung unserer jeweiligen Projekte unterstützt, haben Öffentlichkeitsarbeit gemacht und verschiedene Veranstaltungen organisiert. Darüber hinaus haben wir Schulungs-und Fortbildungsreihen für die ehrenamtlichen Paten entwickelt.“ – Mitarbeiterin im Netzwerk

Durch das Netzwerk werden auch Tandemprogramme unterstützt, welche wiederum geflüchtete Menschen in unterschiedlichen Lebensbereichen unterstützen, wodurch Möglichkeiten eröffnet werden, gegenseitig die Kultur der Gegenseite kennenzulernen. Natürlich würden die Paten von ihren bisher gemachten Erfahrungen profitieren. Das Netzwerk freue sich, wenn sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen an neue Paten weitergeben,  Adriana Ruiz, Mitglied im Netzwerk.

„Wir möchten, diesen Preis auch nutzen, um auf uns aufmerksam zu machen und um weitere Freiwillige zu werben. Der Integrationsprozess ist noch lange nicht abgeschlossen. Im Gegensatz zu vielen anderen Bereichen des freiwilligen Engagements, in denen Aktivitäten nicht mehr oder nur noch sehr eingeschränkt stattfinden, ist die Übernahme einer Patenschaft nach wie vor möglich.“Netzwerk für Integrationspaten

Unter Wahrung der bestehenden Hygiene- und Abstandsregelungen finden auch jetzt sowohl Erstgespräche als auch Matching-Gespräche statt. Zum Teil finden die weiteren Treffen der Tandems online oder unter freiem Himmel statt. Wie, dass vereinbaren die Tandempartnern individuell. Ruiz appelliert an Wiesbadens Bürger: Wenn Sie Freude haben, einem geflüchteten Menschen einen Eintritt in unsere Gesellschaft zu erleichtern, melden Sie sich bitte bei uns. Sie werden gebraucht und es wird Ihr Leben in jedem Fall bereichern.

„Der Integrationspreis der Stadt Wiesbaden ist für uns eine wichtige Auszeichnung und eine große Anerkennung unserer Arbeit. Da psychische Belastungen, Traumatisierungen und deren Folgen häufig immer noch gesellschaftliche Tabuthemen sind, ist es uns ein Anliegen, darauf aufmerksam zu machen und darüber aufzuklären.“ – Alena Rompf, Koordinatorin NeW Wiesbaden

Als Fachberatungsstelle für traumatisierte geflüchtete Menschen erfüllt NeW Neue Wege in Wiesbaden von der Werkgemeinschaft e.V. eine sehr wichtige Funktion im Integrationsprozess. Durch Beratung, Stabilisierung und interkulturelle Verständigung befähigt NeW, Menschen in ihrer neuen Heimat Fuß zu fassen und ein selbst bestimmtes Leben zu führen. Der innovative Ansatz unterschiedlicher Angebote, darunter beispielsweise Traumaberatung in Einzelgesprächen oder Psychoedukation und Weitervermittlung, hat bereits über 200 Personen in der Landeshauptstadt erreicht und Ihnen geholfen ihren weiteren Weg der Integration, welcher zum Teil auch steinig sein kann, zu bewältigen.

„Diese Themen gehen alle etwas an und für betroffene Menschen ist es wichtig, zu erkennen, dass sie nicht allein sind.“ –  Alena Rompf, Koordinatorin NeW Wiesbaden.

Die zwölfköpfige Jury aus Vertretern des Magistrats, der Stadtverordnetenversammlung, des Ausländerbeirates sowie der Kirchen und Vertreter der Jüdischen Gemeinde Wiesbaden und der islamischen Gemeinden unter dem Vorsitz von Integrationsdezernent Christoph Manjura war auch in diesem Jahr von den eingereichten Bewerbungen und Vorschlägen beeindruckt. Alle vorgestellten Projekte haben gezeigt, wie vielfältig, kreativ und wichtig diese Integrationsarbeit ist, die Wiesbaden zu einer weltoffenen Stadt macht.

„Integrationspreis: Das umfangreiche Angebotsspektrum und das hohe Engagement beider Projekte sowie die große Zielgruppe, die beide Projekte erreichen und die unterschiedlichen und vielfältigen Aktivitäten der Preisträger sind für die nachhaltige Integration von herausragender Bedeutung.“ – Christopoh Manjura

Covid-19 hat alle vor große Herausforderungen gestellt, denn durch die Corona Pandemie ist der Alltag teilweise von Angst, Unsicherheit und Hilflosigkeit geprägt. Besonders in dieser Zeit, in der Menschen auf die Solidarität anderer angewiesen sind, ist ehrenamtliches Engagement nach Ansicht der Jury wichtig und unerlässlich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. An dieser Stelle leistet das Netzwerk für Integrationspaten großartige Arbeit. Ebenso großartige Arbeit leistet die NeW – Fachberatungsstelle, weil es die zusätzlich Hürden, die die Pandemie für traumatisierte Menschen mit sich bringt, überwindbar werden lässt

Kontakt

Die Sieger des Integrationspreis: Wenn Sie Kontakt mit einer der beiden Organisationen aufnehmen möchten, können Sie dies über die beiden Internetseiten machen. Das Team von Gemeinsam in Wiesbaden erreichen sie unter der gleichnamigen Seite www.gemeinsam-in-wiesbaden.de; das Psychosoziale Zentrum Süd der Werkgemeinschaft über die Seite www.werkgemeinschaft-wiesbaden.de.

 

Adriana Ruiz, Dr. Karin Falkenstein, Cristoph Manjura, Eduard Galyschew, Alena Romph Brautpaar der Woche Foto: Volker Watschounek

Adriana Ruiz, Dr. Karin Falkenstein, Cristoph Manjura, Eduard Galyschew, Alena Romph Foto: Volker Watschounek

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Die offizielle Internetseite des Amtes für Integration finden Sie unter www.wiesbaden.de

 

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