10 Prozent gehen einer Nebenbeschäftigung nach. 67 Prozent sagen. dass ihre Tätigkeit nicht ihrem Beruf entspreche. Nicht überall steht ausreichend Corona Schutzausrüstung zur Verfügung.

Nein, die Gesundheitsminister tagen nicht im Kurhaus. Wie in Corona-Zeiten üblich haben Sie sich virtuell vernetzt um heute, am 16. Juni über die Zukunft der regionalen Impfzentren und die Corona-Folgen bei Kindern und Jugendlichen zu beraten. Unweit vom Hessischen Sozialministerium nutzt verdi. die Gunst der Stunde. Rund 60 Teilnehmer sind dem Aufruf gefolgt, um vor dem Kurhaus auf die aktuelle Lage hinzuweisen.

„Auch wenn sich die Gesundheitsminister des Bundes und der Länder pandemiebedingt diesmal digital treffen, entkommen sie nicht der Kritik der Beschäftigten. Denn die messen den Bundesgesundheitsminister nicht daran, wie viele Gesetze er auf den Weg bringt, sondern ob sie wirken und sich ihre tägliche Arbeitssituation verbessert. Spahns Versprechungen stehen in deutlichem Widerspruch zu dem, was er politisch auf den Weg gebracht hat.“ – Georg Schulze, Landesfachbereichsleiter Gesundheit und soziale Dienste

Jetzt müssten die richtigen Lehren aus der Corona-Pandemie gezogen werden, so Schule weiter. Doch zum Ende der Legislaturperiode gebe es nur Nebelkerzen. Bislang werde es versäumt, wirksame Verbesserungen auf den Weg zu bringen. Das sei ungenügend. Das heißt: In der Altenpflege bleiben die vielerorts gezahlten Niedriglöhne ebenso ungelöst wie Tas Thema Personalmangel. Mit den aktuellen Gesetzesinitiativen werden bei der Bezahlung nach Tariflohn etliche Schlupflöcher geschaffen. Bundesweit einheitliche und verbindliche Personalvorgaben sind aber weiter nicht in Sicht, bilanziert Landesfachbereichsleiter.

„Dass die bedarfsgerechte Personalausstattung wieder um Jahre geschoben werden soll, ist ein Schlag ins Gesicht all der Pflegekräfte, die in der Pandemie über ihre Grenzen gegangen sind, um Menschen zu schützen und Leben zu retten.“ – Georg Schulze, Landesfachbereichsleiter Gesundheit und soziale Dienste

Ebenso kommen auch bei den Krankenhäusern die so dringend erforderlichen Verbesserungen nicht an. Der Bundesgesundheitsminister weigere sich, die PPR 2.0 (Pflegepersonalregelung) in Kraft zu setzen. Das Instrument zur bedarfsgerechten Personalausstattung in der Krankenhauspflege haben ver.di, der Deutsche Pflegerat und die Deutsche Krankenhausgesellschaft bereits im Januar 2020 vorgelegt,“ so Schulze weiter.

Versorgungsbarometer

Belegt werden die gravierenden Probleme in der Branche durch das »Versorgungsbarometer«, einer von ver.di initiierten Befragung, deren Ergebnisse am Mittwoch vor dem Kurhaus vorgestellt wurden. Die nächste Bundesregierung und die Länder müssen in der Gesundheitspolitik dringend eine Kehrtwende einleiten. Dafür machen wir mit bundesweiten Protesten Druck fordert Schulze.

Ergebnisse des verdi.-Versorgungsbarometers

  • der Lohn reichte im letzten Monat immerhin bei 52% aus, bei 40% nicht
  • einen Zusatzjob hatten 19% der Befragten
  • die Grundpflege bedarfsgerecht ausführen konnten immer oder überwiegend 58%
  • keine oder nur sehr selten Zeit für ein Gespräch mit Patienten*innen oder Bewohnern*innen hatten mehr als die Hälfte der Befragten (52%)
  • ebenso gaben 40 % an, dass sie nie oder nur sehr selten die in der Planung vorgesehenen Betreuungsangebote durchführen können (immer oder überwiegend konnten das 38%)
  • zwei Drittel der Befragten (67%) gaben an, dass ihre Tätigkeit gar nicht oder nur sehr selten ihren Ansprüchen an ihren Beruf entspricht
  • fast die Hälfte (47%) gaben an, dass sie nie oder nur sehr selten Auszubildende strukturiert anleiten können
  • immerhin in 81% aller Fälle steht inzwischen genügend persönliche Corona Schutzausrüstung zur Verfügung (5% nie oder nur sehr selten)

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Die offizielle Internetseite des ver.di Bezirk Wiesbaden finden Sie unter wiesbaden.verdi.de.

 

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