Wohnraum wird immer knapper. Bundesweit entzünden sich daran Debatten zum Thema Gentrifizierung, Mietpreisbremsen und Bodenreformen. In Wiesbaden ein wohlbekanntes Problem. Unterschriften sollen die Politik wachrütteln.

Wiesbaden braucht dringend mehr bezahlbaren Wohnraum. Jeder fünfte Wiesbadener ist der Meinung, durch seine Miete finanziell stark belastet zu werden. Jede zweite Person nimmt eine gewisse Belastung wahr. Insofern erscheint es nicht verwunderlich, dass schon 2018 im Rahmen einer Studie 82 Prozent der Wiesbadener angaben, dass die Schaffung von preisgünstigem Wohnraum in der Landeshauptstadt „von hoher Bedeutung“ sei.

Initiativen für bezahlbaren Wohnraum

Es regt sich aber auch Widerstand gegen die steigenden Wohnpreise. Organisiert wird dieser seit einigen Jahren vom DGB Kreisverband Wiesbaden Rheingau-Taunus sowie der BI Gemeinwohl hat Vorfahrt. Gemeinsam ist man der Meinung, dass die nachhaltige Schaffung bezahlbaren Wohnraums zu den dringlichsten Aufgaben in der Landeshauptstadt gehört.

„Wir brauchen in dieser Frage eine Umorientierung, hin zu einer gemeinwohlorientierten Boden- und Wohnungspolitik. Wohnen muss als zentraler Teil der Daseinsvorsorge betrachtet werden und darf sich nicht am Gewinnmaximierungsprinzip ausrichten.“ – Sascha Schmidt, Kreisvorsitzender DGB Wiesbaden Rheingau-Taunus

In der Vergangenheit versuchte man mit zahlreichen Veranstaltungen und Pressemitteilungen auf das Thema aufmerksam zu machen. Getan hat sich den Aktivisten zufolge bis heute wenig. Seit einiger Zeit organisieren die Verantwortlichen deshalb eine Unterschriftenkampagne unter dem Slogan Wohnen muss bezahlbar sein, die die politischen Verantwortungsträger wachrütteln soll. Die Aktion wird unterstützt von der Katholischen Kirche Wiesbaden, dem AWO Kreisverband Wiesbaden, dem Paritätischen Wiesbaden, dem AStA der Hochschule Rhein-Main sowie den Bürgerinitiativen Gemeinwohl hat Vorfahrt und Wiesbaden Sozial 2030. Unterschrieben haben bis heute demnach mehr als 3000 Menschen, aufgrund der Pandemie musste das Sammeln der Unterschriften eingestellt werden. Dass Formular findet man jedoch weiterhin online.

Unterschriften für OB

Zum Auftakt des Kommunalwahlkampfes im März wollen die Aktivisten, die Verantwortlichen im Magistrat sowie alle demokratischen Parteien in der Wiesbadener Stadtverordnetenversammlung mit ihren Forderungen konfrontieren. Aus diesem Grund werden Sie am Dienstag, 09. Februar um 15:oo Uhr die bis dahin gesammelten Unterschriften vor dem Wiesbadener Rathaus OB Gert-Uwe Mende übergeben. (Symbolfoto: Volker Watschounek)

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Die offizielle Internetseite der DGB Region Frankfurt-Rhein-Main finden Sie unter www.frankfurt-rhein-main.dgb.de.

 

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