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Gedenkkerze, Blumen am Bahngleis, Dahinter InterRegio-Zug.

Schweigeminute: auch in Wiesabden

Ein Zugbegleiter stirbt nach einer Fahrkartenkontrolle. Deutschland hält um 15 Uhr inne. Die EVG ruft zur Schweigeminute an Bahnhöfen auf. Politik fordert mehr Schutz. Der Alltag im Zug zeigt, wie verletzlich Arbeit im öffentlichen Raum geworden ist.

Volker Watschounek 2 Stunden vor 0

Wenn Bahnhöfe heute schweigen, dann, um gehört zu werden. Der Tod des Zugbegleiters zwingt zur Debatte über Sicherheit, Prävention, Verantwortung.

Ein Zugbegleiter stirbt nach einer Fahrkartenkontrolle. Der Regionalexpress hat den Bahnhof Landstuhl bei Kaiserslautern gerade verlassen, als ein 26-jähriger Fahrgast den 36-jährigen Bahnmitarbeiter im Regionalexpress Richtung Kaiserslautern angreift. Faustschläge gegen den Kopf. Keine Waffe. Schwere Verletzungen. Wenig später ist der Mann tot.

Schweigeminute um 15 Uhr – bundesweit

Als Zeichen der Trauer ruft die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft für heute um 15 Uhr zu einer Schweigeminute an Bahnhöfen in ganz Deutschland auf. „Heute steht die Eisenbahnerfamilie still“, sagt der EVG-Vorsitzende Martin Burkert. Ein stiller Moment für einen Kollegen – und für eine Arbeit, die allzu oft zwischen Taktplan und Konflikt gerät. Mitarbeiter sowie Kunden sind aufgerufen, Inne zu halten.

Ermittlungen: Schläge, keine Waffe

Die Staatsanwaltschaft Zweibrücken hat inzwischen bestätigt: Der Zugbegleiter erliegt Verletzungen durch Schläge mit der Faust. Die Ermittlungen laufen. Der Tatort liegt im Zug, der Kontext ist banal – eine Kontrolle, eine fehlender Fahrausweis. Diese Banalität macht sprachlos.

Politik fordert Schutz – und Konsequenzen

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder spricht gegenüber der Frankfurter Rundschau von „roher und sinnloser Gewalt“. Züge und Bahnhöfe müssten sicher sein. Es gehe um den Schutz der Mitarbeiter – jetzt, nicht irgendwann. Worte, die nach Umsetzung verlangen.

Auch die Länder reagieren. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer und Saarlands Regierungschefin Anke Rehlinger äußern Wut und Trauer zugleich. Jemand stirbt, weil er seinen Job macht. Mehr Hintergrund braucht es nicht.

Alltag unter Spannung

Zugbegleiter kontrollieren, erklären, deeskalieren. Sie halten Abläufe am Laufen – und geraten doch zunehmend in Konflikte. Gewalt im öffentlichen Raum verschiebt Grenzen. Was früher Ausnahme war, fühlt sich häufiger an. Die Schweigeminute um 15 Uhr wird deshalb mehr als Gedenken: ein kollektiver Halt, der fragt, wie Arbeit geschützt wird.

Symbolfoto ©2026 KI-generiert

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Mehr: Zugbegleiter stirbt nach Angriff in Bahn im Kreis Kaiserslautern.

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