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Aufklärung statt Wegsehen: Aktionstag gegen FGM/C

Das Murnau Filmtheater zeigt am 6. Februar den Dokumentarfilm „Grausames Ritual – beschnittene Mädchen suchen Hilfe in Deutschland“. Anschließend präsentiert San. Rat. Dr. Werner Halfinger über sein Engagement im Rahmen seiner Stiftung Safe Mothers und die Einweihung einer Geburtsstation in Burkina Faso.

Grafik: Kathleen Rother Redaktion 4 Tagen vor 0

Film, Vortrag und Austausch rücken weibliche Genitalverstümmelung ins Licht – sachlich, nahbar und konsequent.

Wiesbaden schaut hin, wo andere wegsehen. Am Internationalen Aktionstag gegen weibliche Genitalverstümmelung öffnet sich im Murnau Filmtheater ein Raum für Aufklärung, Austausch und klare Worte. Der Dokumentarfilm des Bayerischer Rundfunk „Grausames Ritual – beschnittene Mädchen suchen Hilfe in Deutschland“ (Video am Seitenende) bringt Stimmen zu Gehör, die sonst kaum gehört werden. Er zeigt, wie nah das Thema ist – auch hier.

Zahlen, die nicht abstrakt bleiben

Mindestens 230 Millionen Mädchen und Frauen leben weltweit mit den Folgen weiblicher Genitalverstümmelung. Jährlich geraten Millionen weitere in Gefahr. Auch Deutschland ist betroffen: Zehntausende Frauen leben hier mit körperlichen und seelischen Narben, tausende Mädchen gelten als gefährdet. Diese Zahlen bleiben an diesem Abend nicht Statistik. Sie bekommen Gesichter, Geschichten, Konsequenzen.

Medizinische Hilfe und Verantwortung

Nach dem Film spricht Sanitätsrat Dr. Werner Halfinger über sein Engagement mit der Stiftung Safe Mothers und über konkrete Hilfe vor Ort, etwa durch den Aufbau einer Geburtsstation in Burkina Faso. Sein Bericht verbindet medizinische Praxis mit Verantwortung – und zeigt, dass Hilfe wirkt, wenn sie konsequent ansetzt.

Austausch statt Betroffenheitsroutine

Die Veranstaltung setzt bewusst auf Gespräch. Nach Film und Vortrag öffnet sich die Runde für Fragen, Einwände, Erfahrungen. Der Wiesbadener Arbeitskreis FGM/C lädt gemeinsam mit der Landeshauptstadt Wiesbaden, der Kommunalen Frauenbeauftragten und dem Kino zum Dialog. Ziel ist nicht moralische Erschütterung allein, sondern Wissen, das schützt.

Lokal handeln, global denken

Der Wiesbadener Arbeitskreis FGM/C existiert seit 2023. Er informiert, berät, vernetzt und arbeitet an einer Fachberatungsstelle vor Ort. Die Geschäftsführung liegt beim Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Wiesbaden. Unterstützung findet der Aktionstag auch auf internationaler Ebene: Die UN-Menschenrechtskommission verankerte den 6. Februar als weltweiten Gedenk- und Aktionstag.

Der Abend zeigt: Aufklärung endet nicht mit dem Abspann. Sie beginnt dort erst.

Beschnittene Mädchen suchen Hilfe in Deutschland

Scenenfoto – Grausames Ritual – beschnittene Mädchen suchen Hilfe in Deutschland ©BR / YouTube

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Erstveröffentlichung: 26.01.2026
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