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Speerspitzen der Erinnerung

„Speerspitzen der Erinnerung“, Museum Wiesbaden öffnet die Depots

Vom Depot in die Debatte: „Speerspitzen der Erinnerung“ legt im Museum Wiesbaden koloniale Erwerbswege offen, bindet kamerunische Perspektiven ein und macht Provenienzforschung zur aktiven Haltung – mit Workshops, Gesprächen und klaren Fragen an die Gegenwart.

Volker Watschounek 7 Stunden vor 0

Die Ausstellung „Speerspitzen der Erinnerung“ zeigt koloniale Erwerbswege und heutige Perspektiven – transparent, dialogisch, unbequem.

Seit dem 16. November und bis zum 19. April 2026 richtet das Museum Wiesbaden den Blick nach innen – und zugleich weit hinaus. Mit der Studienausstellung „Speerspitzen der Erinnerung“ legt das Landesmuseum offen, was sonst im Depot ruht: Objekte aus der einstigen deutschen Kolonie in Kamerun, ihre Wege nach Wiesbaden und die Verantwortung, die aus diesem Wissen wächst. Das Feuilletonthema der Stunde heißt Transparenz – und das Museum macht daraus Praxis.

Museum Wiesbaden, kurz gefasst

Ausstellung (Studienausstellung)Speerspitzen der Erinnerung
Wann: Mittwoch, 16. November 2025 bis 19. April 2026
Eintritt: 8,00 Euro, ermäßigt 5,00 Euro
Öffnungszeiten:
Mo geschlossen | Di, Mi, Fr 10:00—17:00 Uhr | Do 10:00—21:00 Uhr
Sa, So, Feiertage 10:00—17:00 Uhr
Wo: Museum Wiesbaden – Hessisches Landesmuseum für Kunst und Natur, Friedrich-Ebert-Allee 2, 65185 Wiesbaden

Zehntausende Stücke aus kolonialen Kontexten lagern in deutschen Museen. Sie erzählen von Neugier und Weltbezug, aber auch von Gewalt, Ausbeutung und rassistischer Ignoranz. Die Wiesbadener Schau wählt keinen Umweg: Sie rekonstruiert Erwerbswege, benennt Sammler, fragt nach Machtverhältnissen – und öffnet den Diskurs für heutige Perspektiven aus Kamerun. Provenienzforschung wird hier nicht zur Fußnote, sondern zum erzählerischen Kern.

Zwischen Archiv und Gegenwart

Im Mittelpunkt stehen ethnologische und naturkundliche Bestände, die Justo Weiler und Carl Feldmann in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts übergaben. Als Akteure kolonialer Wirtschaftsstrukturen sammelten sie aus unterschiedlichen Motiven. Die Ausstellung zeichnet diese Ambivalenzen nach, ordnet ein, widerspricht – und lädt zur Debatte ein. Kuratiert wird die Schau von Yvonne Finzler, die bewusst auf eine offene Dramaturgie setzt.

Brücken schlagen – mit Konsequenz

Museumsdirektor Andreas Henning formuliert den Anspruch klar: Kulturgüter können verbinden, gerade in Zeiten gesellschaftlicher Zersplitterung. Doch was bedeutet Verbindung für Gesellschaften, deren zentrale Objekte verschleppt wurden? Antworten entstehen hier nicht allein aus Forschung, sondern aus Begegnung.

Kooperation als Methode

Das Museum arbeitet mit Dr. Moris Samen und dem Verein dekasa e.V. zusammen. Workshops, Sonderführungen und Abendvorträge binden die kamerunische Diaspora ein. Das Haus wird so zum Ort des Austauschs zwischen Menschen und Kulturen – nicht nur zur Bühne für Exponate.

Rückenwind aus Hessen

Die Ausstellung ist Teil eines Maßnahmenpakets des Landes Hessen, das die Aufarbeitung kolonialer Sammlungsgüter stärkt. Gefördert wird die Schau von der Alfred Weigle Stiftung; hr2 begleitet sie als Kulturpartner. Ergebnis ist eine Ausstellung, die Haltung zeigt – und Wirkung entfalten will.

Bild – Speerspitzen der Erinnerung: Ausstellungsansicht. ©2026 Museum Wiesbaden/Bernd Fickert

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Mehr vom Museum Wiesbaden finden Sie unter museum-wiesbaden.de.

Erstveröffentlichung: 10.11.2025
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