Leere Haltestellen, wartende Menschen: Der Warnstreik bei ESWE Verkehr verändert am Montag den Rhythmus der Stadt.
Der öffentliche Nahverkehr in Wiesbaden steht am Montag, 2. Februar, weitgehend still. Ein bundesweiter Warnstreik der Gewerkschaft ver.di trifft auch ESWE Verkehr – und damit zehntausende Fahrgäste, die sonst selbstverständlich auf Busse setzen. Ab den frühen Morgenstunden wird auch in Wiesbaden spürbar, wie sehr Mobilität vom Zusammenspiel vieler Hände abhängt.
Wenn der Motor aus bleibt
Der Streik beginnt mit dem Betriebsstart gegen 3 Uhr morgens und zieht sich voraussichtlich bis zum Ende des Betriebstages in der Nacht auf Dienstag, 3. Februar. In dieser Zeit entfallen die meisten Linien, die ESWE Verkehr im Stadtgebiet betreibt. Busse bleiben in den Depots, Haltestellen füllen sich trotzdem, Apps zeigen Lücken. Wer an diesem Tag Termine plant, lernt schnell: Planung ersetzt Bewegung nicht.
Wenige Linien, viele Fragezeichen
Ganz ohne Angebote bleibt die Stadt allerdings nicht. Die Linien der Partnerunternehmen 5, 28, 39 und 46 verkehren ebenso wie die Regionalbusse. Doch auch hier gilt: Fahrten können ausfallen oder sich verzögern. Verlässlichkeit wird zur Momentaufnahme, Geduld zur Tugend. Zusätzlich wirkt sich der Warnstreik auf die Mainzer Mobilität aus, was besonders Pendlerinnen und Pendler zwischen Rhein und Main trifft.
Arbeitskampf mit Signalwirkung
Der Warnstreik folgt einem bekannten Muster – und zeigt dennoch jedes Mal neue Wirkung. Beschäftigte nutzen das Mittel, um Druck aufzubauen und auf ihre Forderungen aufmerksam zu machen. Der Verkehr stockt, der Alltag ruckelt, Diskussionen entstehen. Während Fahrgäste improvisieren, rückt die Frage nach Arbeitsbedingungen und Wertschätzung erneut in den Fokus. Der Stillstand spricht eine deutliche Sprache.
Was Fahrgäste jetzt tun können
ESWE Verkehr empfiehlt, alternative Verkehrsmittel zu prüfen, Fahrgemeinschaften zu bilden oder – wenn möglich – Wege zu verschieben. Wer dennoch unterwegs sein muss, sollte mehr Zeit einplanen und kurzfristige Informationen prüfen. Der Montag wird kein Tag der schnellen Anschlüsse, sondern einer der Umwege.
Archivfoto – Streik, Tor in der Gartenfeldstraße © 2020 Volker Watschounek
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Erstveröffentlichung: 31.01.2026



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In letzter Zeit zeigt die ESWE Verkehr leider ein zunehmend chaotisches und verantwortungsloses Verhalten. Die Entscheidungen, die getroffen werden, wirken unkoordiniert und sind für die Bürgerinnen und Bürger in keiner Weise nachvollziehbar.
Besonders kritisch ist das Verhalten der zuständigen Gewerkschaft im Bereich Verkehr und Mobilität. Ihre Maßnahmen erscheinen überstürzt, wenig durchdacht und gehen eindeutig zulasten der Menschen, die täglich auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind.
Viele Fahrgäste – darunter Berufstätige, Schülerinnen und Schüler sowie Studierende – haben keine Alternative zum Busverkehr. Gerade diese Gruppen werden durch die aktuellen Zustände massiv benachteiligt.
Es entsteht der Eindruck, dass weder ein ausreichendes Verantwortungsbewusstsein noch ein ernsthaftes Interesse an den Bedürfnissen der Bevölkerung vorhanden ist. Entscheidungen werden wiederholt getroffen, ohne die Konsequenzen für die Betroffenen angemessen zu berücksichtigen.
Aus diesem Grund halte ich es für dringend notwendig, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und klare Maßnahmen zur Verbesserung der Situation einzuleiten. Ein funktionierender öffentlicher Nahverkehr ist kein Luxus, sondern eine grundlegende Voraussetzung für das tägliche Leben in Wiesbaden.