Moriki zieht nicht ins Park-Café ein. Kosten steigen, Pläne scheitern. Die WiBau sucht neue Ideen für den Traditionsstandort.
Es klang lange nach einem Aufbruch. Ein neues Kapitel für das traditionsreiche Park-Café, ein Hauch Metropole an der Wilhelmstraße. Doch jetzt endet das Projekt, bevor es überhaupt beginnt. Das geplante Restaurant „Moriki“ wird nicht nach Wiesbaden kommen.
Wenn Zahlen die Pläne stoppen
Noch Anfang Februar hatten viele noch Hoffnung, berichten Beteiligte von lediglich von Verzögerungen durch Baumängel. Jetzt steht fest: Die Rechnung geht nicht mehr auf. Die ursprünglich kalkulierten Kosten von rund 2,7 Millionen Euro steigen im Zuge vertiefter Planungen auf etwa 4,4 Millionen Euro. Technische Anforderungen, statische Fragen und der Denkmalschutz treiben die Summe in die Höhe.
Christoph Golla, Geschäftsführer der WiBau, beschreibt die Entwicklung nüchtern: Anfangs habe das Projekt realisierbar gewirkt. Doch je genauer die Planer hinschauten, desto deutlicher zeigten sich die Grenzen. Ein moderner Gastronomiebetrieb lässt sich nicht ohne Weiteres in ein historisches Gebäude pressen.
Viel Geschichte, wenig Bewegung
Wer heute am Park-Café vorbeigeht, sieht keine Bauzäune mehr. Doch Bewegung gibt es auch nicht. Die Baustelle ruht – und das schon länger. Die Vision einer pan-asiatischen Crossover-Küche, entwickelt von Frankfurter Gastronomen und prominenten Partnern, hat sich verflüchtigt.
Dabei trägt das Gebäude eine Geschichte, die bis heute nachwirkt. Hier feierten einst internationale Stars, hier mischten sich Glamour und Alltag. Namen wie Elvis Presley oder Udo Jürgens schweben noch immer durch die Räume – zumindest in der Erinnerung. Udo Jürgens, Charlie Chaplin, Roy Black, Roberto Blanco, Nina Hagen oder die Pet Shop Boys haben hier den Erzählungen nach die Nacht zum Tag gemacht.
Die Suche beginnt von vorn
Die WiBau richtet den Blick nun nach vorn. Statt großer Umbauten sollen künftig Konzepte entstehen, die sich mit weniger Eingriffen umsetzen lassen. Die Anforderungen bleiben hoch, die Möglichkeiten begrenzt.
Was bleibt, ist ein Ort mit Vergangenheit – und eine Zukunft, die erneut offen ist. Vielleicht braucht es weniger Vision und mehr Pragmatismus. Oder, wie man in Wiesbaden sagen könnte: ein bisschen weniger Großstadt und ein bisschen mehr Gefühl für das, was schon da ist.





