Nordfriedhof: Wo und wie Friedhöfe anzulegen sind, hat einst nicht interessiert. Die Entscheidungsgrundlage haben vorhandene Flächen gegeben. Auch die Art und Weise der Bepflanzung wird erst in jüngster Zeit thematisiert.

München, Köln, Frankfurt, Wiesbaden … vor Jahrzehnte angelegte Friedhöfe sind vor dem Hintergrund, dass sie in Bereichen angelegt wurden, deren Böden nicht unbedingt für Erdbestattungen geeignet sind, heute marode. Hinzu kommt, das viele Pflanzen stark verwurzelt sind und alte Mauern angreifen – so wie zuletzt am Nordfriedhof in Wiesbaden.

Nordfriedhof

Der Mauerabschnitt an der Ostseite des Nordfriedhofs war akut einsturzgefährdet und musste abgetragen werden. Ursachen für die Schäden sind an die Mauer heranragende Bäume, die auf falsche Grabbepflanzungen zurückzuführen sind, sowie ein Abrutschen des Bodens im östlichen Bereich zum Hellkundweg. Die durch Wurzeldruck und eindringende Feuchtigkeit geschädigten Fundamente der rund 120 Jahre alten Mauer sorgten für eine Schieflage und ein mögliches Umstürzen der Mauerscheibe. Bei vielen der insgesamt 22 Friedhöfe entstanden nicht zuletzt durch Falschbepflanzung solche Schäden. Dies führt dann zu negativen Auswirkungen auf die Friedhofsgebühren. Das Grünflächenamt empfiehlt daher dringend, die Gestaltungsvorschriften zu beachten und wird in Zukunft verstärkt ungeeignete Grabbepflanzungen beanstanden.

2000 Meter Mauer

Nach einem sorgfältigen Rückbau des desolaten Mauerstücks wurde nach einer eingehenden Prüfung der Statik das verbliebene Fundament verstärkt und ergänzt. In Zusammenarbeit mit dem Hochbauamt wird aktuell dieser Mauerabschnitt neu errichtet. Die Gestaltung entspricht dabei der ursprünglichen Bauweise und wurde mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt. Für die Projektbeteiligten ist es wichtig, hier den Originalzustand der insgesamt 2.000 Meter langen Außenmauer möglichst authentisch wiederherzustellen.

Metall rostet

Am Eingangstor des Hauptportals des Nordfriedhofs wurden außerdem die schmiedeeisernen Torflügel demontiert und nach sorgfältigster Überarbeitung wieder angebracht. Auch hier müssen in den nächsten Jahren die Mauer und Torpfeiler saniert werden, damit sich das Haupttor des mit 14,5 Hektar zweitgrößten Friedhofs in Wiesbaden wieder angemessen präsentiert.

Delkenheim

Auch im Ortsteil Delkenheim war der Friedhof in die Jahre gekommen. Dort wurde ein Teilstück der denkmalgeschützten Friedhofsmauer saniert. In diesem Abschnitt wurden unterschiedliche Materialien und Bautechniken angewendet, die jetzt ein Jahr der Witterung ausgesetzt sind. Im kommenden Sommer wird über die am besten geeignete Bauweise entschieden und die gesamte nordwestliche Mauer saniert.

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Die offizielle Internetseite zum Nordfriedhof finden Sie unter www.friedhoefe-wiesbaden.de.

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