Wieder einmal darf Wiesbaden die Fehler von Bund und Land ausbaden, schreibt Chrstian Diers, FDP. Die Wiederanbindung des Wiesbadener Hauptbahnhofes habe oberste Priorität 

Keine sieben Tage ist es her, da haben Autofahrer auf herunterfallen de Betonstücke an der Salzbachtalbrücke aufmerksam gemacht. Ohne zu zögern sind Bauerarbeiter eingeschritten und haben den Verkehr auf der Mainzer Straße selbstständig gestoppt. Seit dem ist der Wiesbadener Hauptbahnhof vom ICE-Netz der Deutschen Bahn abgehängt, die Autobahn A 66 sowie die Mainzer Straße gesperrt.

Pressemitteilung, FDP

Zur Sperrung der Salzbachtalbrücke erklärte der Fraktionsvorsitzende der FDP im Wiesbadener Rathaus, Christian Diers, am Mittwoch 23. Juni wie folgt:

Nach der Sperrung der Schiersteiner Brücke vor einigen Jahren steht Wiesbaden nach der Havarie der Salzbachtalbrücke ein zweites Mal unverschuldet vor den Trümmern der Verkehrspolitik von Bund und Land. Die Wiesbadener dürfen wieder einmal die Fehler und die falsche Prioritätensetzung höherer Ebenen ausbaden. Jetzt gilt es, schnell gangbare Lösungen zu entwickeln, um mit der Situation umzugehen.

Alexander Winkelmann, verkehrspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, fügt an: Die Sperrung der Salzbachtalbrücke darf nicht missbraucht werden, um durch die Hintertür das eigene Wahlprogramm durchzusetzen. Stattdessen bedarf es eines ergebnisoffenen Diskurses über Sofortmaßnahmen, die die Auswirkungen durch die Brückensperrung zumindest mindern würden. Insbesondere für die Pendlerströme nach Mainz und Frankfurt muss hier eine adäquate Lösung gefunden werden, wenn Wiesbaden in den nächsten Monaten nicht im Verkehr ersticken soll. „Heilige Kühe“ darf es dabei auch für das Verkehrsdezernat nicht geben. Die vom Dezernat vorangetriebene Verknappung des Straßenraums in den letzten Jahren rächt sich jetzt noch stärker als in der Vergangenheit.

Anschluss des Wiesbadener Hauptbahnhofes

Für die Freien Demokraten haben jetzt zwei Dinge oberste Priorität – nämlich der Anschluss des Wiesbadener Hauptbahnhofes und die Gewährleistung der Unter- oder Überquerungsmöglichkeit der Brücke. Die weiteren vorgeschlagenen Maßnahmen, wie etwa zusätzliche Fahrspuren und Beschleunigung des Verkehrsabflusses durch mehr Grünphasen auf den relevanten Strecken begrüßen die Freien Demokraten – einen weiteren dauerhaften und ersatzlosen Wegfall von Parkplätzen darf es aber angesichts der verfehlten Parkplatzpolitik der letzten Jahre nicht geben.

Um die Pendlerströme nach Frankfurt und Mainz bestmöglich aufzunehmen, müssen alle Möglichkeiten zur besseren Anbindung des Wiesbadener Hauptbahnhofes geprüft werden – auch, wenn eine kurzfristige Stabilisierung der Brücke nicht möglich ist.

Alternative Bahnverbindungen

Dazu Christian Diers: Die Pendlerströme nach Mainz und nach Frankfurt abzufangen, ist ein zentraler Punkt, um Wiesbaden vom Verkehr zu entlasten. Dazu muss schnellstmöglich der Wiesbadener Hauptbahnhof wieder stärker ans Schienennetz angebunden werden. Um dieses Ziel zu erreichen kommen insbesondere drei Möglichkeiten in Betracht. Zunächst ist zu prüfen, inwieweit die Anbindung der Aartalbahn kurzfristig wieder in Stand gesetzt werden kann, um den Anschluss des Wiesbadener Hauptbahnhofes an den Mainzer Hauptbahnhof über einen möglichen Behelfshalt am Landesdenkmal zu gewährleisten. Möglicherweise kommt auch kurzfristig die Erschließung nach Dotzheim Bahnhof in Betracht. Dort gab es bereits einige Aktivitäten aus dem Bereich der Befürworter einer Reaktivierung der gesamten Aartalbahn. Diese Vorarbeiten sollten unbedingt vom Magistrat aufgegriffen werden. Eine weitere Möglichkeit, die zeitnah in Zusammenarbeit mit den übergeordneten Verkehrsbetrieben geprüft werden muss, ist eine Verstärkerfahrt über den Abzweig der Ländchesbahn auf die ICE-Strecke Köln-Frankfurt mit einer Wendung des Zuges im Bereich Wallau/Breckenheim, um eine Verbindung von Wiesbaden Hauptbahnhof nach Frankfurt zu ermöglichen. Für beide Vorschläge ist eine enge Abstimmung und Koordination mit der Deutschen Bahn und dem RMV erforderlich. Sollte dies nicht möglich sein, ist ein zusätzliche Expressbusverbindung in Richtung Niedernhausen vom Hauptbahnhof ausgehend zu prüfen, um den Pendlern dann dort die Möglichkeit zu bieten die Schienenverbindung nach Frankfurt zu nutzen.

Unter- und Überquerungsmöglichkeit

Zur Problematik der Unter- und Überquerungsmöglichkeit der Brücke wurden bereits verschiedene Vorschläge gemacht. Bemerkenswert ist dabei, dass offensichtlich keinerlei Vorkehrungen von grünem Verkehrsministerium und Verkehrsdezernat für einen solchen Fall des Absackens der Brücke getroffen wurden – insbesondere vor dem Hintergrund der Vorgeschichte der Salzbachtalbrücke und auch der Schiersteiner Brücke. Wir erwarten deshalb, dass alle – auch deutschlandweit – verfügbaren Ressourcen 24 Stunden am Tag und 7 Tage in der Woche darauf verwendet werden die Brücke so zu sichern und zu stabilisieren, dass die Unter- und Überquerung möglich werden. Weitere Maßnahmen, wie etwa die vorgeschlagene Nutzung der Autobahnrampen, um dem Busverkehr die Querung zu ermöglichen, sind ebenso zu prüfen. Sollte eine kurzfristige Stabilisierung und Sicherung der Brücke nicht möglich sein, müssen sämtliche Ressourcen auf den schnellstmöglichen Rückbau der schadhaften Teile verwendet werden. Dass hier seit Freitag nichts bzgl. Sicherung und Stabilisierung passiert ist, ist ebenso bemerkenswert, so Winkelmann weiter.
Klare Perspektiven

Wir erwarten, dass das Land und Bund Wiesbaden jetzt nicht im Regen stehen lassen. Es muss schnellstmöglich eine klare Perspektive aufgezeigt werden, wie der Verkehr auf und unter der Salzbachtalbrücke schnellstmöglich wieder aufgenommen werden kann. Angesichts der hohen volkswirtschaftlichen und ökologischen Kosten der Sperrung, dürfen die finanziellen Kosten für eine zügige Instandsetzung oder einen Abriss nur eine untergeordnete Rolle spielen. Wir erwarten, dass Bund, Land und die Stadt Tag und Nacht daran arbeiten den Verkehrsfluss wieder zu gewährleisten, so Diers abschließend

Foto oben ©2021 Wiesbaden lebt

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