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Arne Evers und Winfried Marchner vor dem JoHo

PPR 2.0: Klinikbeschäftigte fordern bessere Personalausstattung

Bundesweit haben am Montagmittag Krankenhausbeschäftigte für bedarfsgerechte Personalvorgaben protestiert. Anlass dazu gab die Bundestagsanhörung zum „Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung“. Die Beschäftigten kritisieren, dass keine bedarfsgerechte Personalbemessung thematisiert werde.

Volker Watschounek 3 Jahren vor 0

Im Rüsselsheimer Gesundheits- und Pflegezentrum, in den Dr. Horst-Schmidt-Kliniken oder im St. Josefs-Hospital fordern in einer aktiven Mittagspause die PPR 2.0.

Bundesweit protestieren Krankenhausbeschäftigte am 12. April für bedarfsgerechte Personalvorgaben. So auch in hessischen Kliniken. Der Schwerpunkt der Aktionen lag im Rhein-Main Gebiet. Anlass ist die zeitgleich stattfindende Bundestagsanhörung zum Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung. Die Beschäftigten der Kliniken kritisieren, dass im aktuellen Entwurf erneut keine bedarfsgerechte Personalbemessung auf den Weg gebracht wird.

„Die Kollegen in den Krankenhäusern sind am Ende ihrer Kräfte, und das nicht erst seit der Corona-Pandemie.“Georg Schulze, Landesfachbereichsleiter Gesundheit bei der Gewerkschaft ver.di in Hessen

Schon seit Jahren macht der Landesverband darauf aufmerksam, dass an allen Ecken und Enden Personal fehlt. Doch trotz vieler Versprechungen sei in den Kliniken bislang nichts oder nur sehr wenig angekommen. Immer wieder habe Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Entlastungen versprochen. Im Rahmen der Konzertierten Aktion Pflege wurden die Deutsche Krankenhausgesellschaft, der Deutschen Pflegerat und ver.di damit beauftragt, ein Instrument zur Personalbemessung zu erarbeiten. Seit über einem Jahr liegt dieses vor, die sogenannte PPR 2.0. Passiert sei damit bislang aber nichts

„Die Geduld der Pflegekräfte ist längst aufgebraucht. Sie haben es satt, sich immer wieder vertrösten zu lassen. Die PPR 2.0 muss sofort eingeführt werden.“ – Georg Schulze, Landesfachbereichsleiter Gesundheit bei der Gewerkschaft ver.di in Hessen

Um die Forderung zu unterstreichen, haben bundesweit Beschäftigte verschiedener Kliniken zu einer Foto-Aktion zusammengeschlossen. Die Menschen können nicht so versorgt werden, wie es sein sollte. Die Kollegen gehen unzufrieden nach Hause. Etliche reduzieren ihre Arbeitszeit oder flüchten ganz aus dem Beruf, weil sie es nicht mehr aushalten. Sie brauchen dringend die verbindliche Perspektive, dass sich die Bedingungen verbessern,“ sagt Uwe Richtmann, Personalratsvorsitzender der Frankfurter Uniklinik. Das Vorhaben dürfe nicht mit Verweis auf ein noch zu entwickelndes wissenschaftliches Verfahren zur Personalbemessung auf die lange Bank geschoben werden, ergänzt Schulze. Die bestehende Pflegepersonaluntergrenzenverordnung (PpuGV) für einzelne Klinikbereiche sei völlig unzureichend und garantiere keine gute Versorgung, so Schulze. So sähen die bestehenden Personaluntergrenzen für Intensivstationen maximal 2 Patienten pro Pflegekraft vor. Das hindere aber zum Beispiel die Bad Sodener Main-Taunus-Kliniken aktuell nicht daran, den Pflegekräften ihrer Intensivstation per Aushang mitzuteilen, dass aktuell pro Schicht drei Intensivpatienten von einer Pflegekraft zu betreuen seien. Die PpUGV sei laut Aushang derzeit in den Main-Taunus-Kliniken nicht wirksam, die Klinik teilt mit, sie habe Ausgleichszahlungen geleistet, so Schulze weiter: Das beweist einmal mehr: Wir brauchen jetzt die PPR 2.0!

„Die Einführung eines Pflegepersonalbemessungsinstruments ist uns ein gemeinsames Kernanliegen. Solche Instrumente unterstützen die Pflegekräfte in ihrer Arbeit und stellen transparent die Leistung von Pflegekräften dar. Sie sind ein wichtiger Bestandteil für den Erhalt und die Sicherung einer guten Pflege in allen Kliniken.“Winfried Marchner und Arne Evers

Auch das JoHo Wiesbaden setzte heute ein Zeichen und warb für die bedarfsgerechte Personalausstattung in der Pflege. Stellvertretend für die Mitarbeiter des Pflegedienstes im unterstützen Winfried Marchner, Mitglied der Arbeitsrechtlichen Kommission des Deutschen Caritasverbands und Mitarbeiter, sowie Arne Evers, Pflegedienstleiter, die Forderung, die PPR 2.0 einzuführen.

„Die PPR 2.0 ist ein Interimsinstrument. Bis ein wissenschaftlich fundiertes neues Instrument vorliegt, dauert es aber noch bis 2025 – und die Situation der Pflege verbessert sich nicht, in dem man die Zeit bis dahin aussitzt. Daher fordern wir die politisch geäußerte und von der Gesellschaft geforderte Unterstützung für die Pflegekräfte auch in Tatsachen umzusetzen.“ Winfried Marchner und Arne Evers

Die geforderte PPR 2.0 ist als solches bürokratiearm und schnell in den Berufsalltag integriert. Das St. Josefs-Hospital Wiesbaden war eine der ausgewählten Kliniken, welche die PPR 2.0 bereits ausgiebig im Echtbetrieb testen konnten. Die Erfahrungen waren durchweg positiv.

Hintergrund

Die Entwicklung eines Pflegepersonalbemessungsinstruments durch ver.di, die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und den Deutschen Pflegerat (DPR) war ein Ergebnis der sogenannten „Konzertierten Aktion Pflege“, initiiert durch die Bundesminister*innen Jens Spahn, Franziska Giffey und Hubertus Heil. Das Instrument wurde fristgerecht bereits vor über einem Jahr durch die drei Partner entwickelt und vorgestellt. Seitdem warten wir auf eine Umsetzung der PPR 2.0.

Foto: ©2021 Arne Evers und Winfried Marchner vor dem JoHo ©2021 Sankt Josefs Hospital

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Die offizielle Internetseite des Sankt Josefs Hospital finden sie unter www.joho.de

 

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Volker Watschounek lebt und arbeitet als freier Fotograf und Journalist in Wiesbaden. SEO und SEO-gerechtes Schreiben gehören zu seinem Portfolio. Mit Search Engine Marketing kennt er sich aus. Und mit Tinte ist er vertraut, wie mit Bits und Bytes. Als Redakteur und Fotograf bedient er Online-Medien, Zeitungen, Magazine und Fachmagazine. Auch immer mehr Firmen wissen sein Know-how zu schätzen.