Menschen zwischen 18 und 25 Jahren haben mit 43 Prozent eine höhere Bereitschaft zur Organspende als ältere. Der Organspende-Skandal vergangener Jahre wirkt vor allem bei den älteren nach.

Die Heftigkeit, mit der ein Virus namens SARS-CoV-2 aktuell gerade die Welt verändert, macht auch vor dem Tag der Organspende nicht halt. Zum ersten Mal seit 37-jährigen Geschichte wird es am ersten Samstag im Juni keine zentrale Veranstaltung vor Ort geben. Anstatt in Halle (Saale) finden die Begegnungen mit Menschen, deren Schicksale eng mit der Organspende verbunden sind, nun ausschließlich online statt. Virtuelle Events und Aktionen auf der neuen Homepage sowie den sozialen Netzwerken von Facebook, Instagram und YouTube werden den Tag der Organspende am 6. Juni begleiten. 

„Jeder von uns sollte eine informierte und selbstbestimmte Entscheidung treffen und sie auch dokumentieren, zum Beispiel in einem Organspendeausweis und einer Patientenverfügung.“

Der Tag der Organspende ist traditionell ein Tag des Dankes gegenüber allen Organspendern und ihren Angehörigen, ein Tag der Aufklärung und des Anstoßes für jeden Einzelnen, sich mit der Organspende auseinanderzusetzen. Zu den üblichen Programmpunkten der Veranstaltung zählen ein ökumenischer Dankgottesdienst, Themenzelte mit erlebnisreichen Aktionen sowie ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm mit viel Musik und informativen Gesprächen mit Betroffenen und Experten. Dabei stehen die bewegenden Schicksale der Menschen im Blickpunkt, die Organe gespendet haben oder denen als Organempfänger ein neues Leben geschenkt wurde. 

„Noch immer stehen viele tausend Menschen auf den Wartelisten für ein Spenderorgan. Die meisten von ihnen warten bereits seit Jahren – und zu viele warten vergeblich.“

Deshalb ist der Tag der Organspende auch so wichtig – und wenn er diesmal ganz anders sein wird, bleiben die Botschaften und Anliegen bestehen. Denn auch in Zeiten der COVID-19-Pandemie gibt es weiterhin Patienten, die dringend auf eine lebensrettende Organspende angewiesen sind. Ihr Leben gilt es zu retten. 

Rechtswege

Rechtsgrundlage für eine Organspende in Deutschland ist derzeit die sogenannte Entscheidungslösung. Danach ist eine Organspende nur dann möglich, wenn die Spendenden eingewilligt oder die nächsten Angehörigen zugestimmt haben. Um die Bereitschaft zu fördern, Organe nach dem eigenen Tod zu spenden, hat der Deutsche Bundestag im März 2020 die sogenannte Zustimmungslösung beschlossen, die voraussichtlich im ersten Quartal 2022 in Kraft tritt. Ziel ist es, die persönliche Entscheidung zu registrieren, verbindliche Information und bessere Aufklärung zu gewährleisten und die regelmäßige Auseinandersetzung mit der Thematik zu fördern.

„Die Bewegung bei der Spendenbereitschaft ist ein positives Signal dafür, dass sich die Menschen sehr wohl mit diesem sensiblen Thema auseinandersetzen und eine Entscheidung treffen wollen.“ – Prof. Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der BARMER

In einer repräsentativen Umfrage unter rund 1000 Versicherten im Mai dieses Jahres erklärten 32 Prozent der Befragten, dass sie bestimmt zur Organspende bereit sind. Ein Jahr zuvor waren es mit 23 Prozent deutlich weniger. Zugleich sank die Zahl derer, die eine Organspende bestimmt ausschließen, von 16 Prozent auf neun Prozent. (Foto: Organspendeausweis ©2020 Bild von Jasmin777 auf Pixabay)

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Ein offizieller Kalkender mit vielen kuriose Jahrestagen finden Sie unter www.kleiner-kalender.de.

 

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