Wiesbaden fordert mit die weltweite Abschaffung der Todesstrafe – mit klarer Haltung und breiter Unterstützung.
Wiesbaden stellt sich am Sonntag, 30. November, sichtbar auf die Seite der Menschenrechte. Die Stadt beteiligt sich erneut am internationalen Aktionstag „Cities for Life – Städte für das Leben/Städte gegen die Todesstrafe“ – einer Initiative, die seit 2002 weltweit Aufmerksamkeit erzeugt. Sie lädt dazu ein, über Würde, Leben und Verantwortung nachzudenken, gerade in einer Zeit voller Konflikte, Repressionen und zunehmender Polarisierung.
Cities for Life Day
Der „Cities for Life Day“ erinnert weltweit an den 30. November 1786 – den Tag, an dem das Großherzogtum Toskana als erster Staat Folter und Todesstrafe abschaffte. Der Aktionstag gilt heute als stärkstes internationales Signal gegen staatliche Hinrichtungen. Seine Wurzeln reichen zurück zu Cesare Beccaria, dessen Werk „Von den Verbrechen und Strafen“ 1764 erstmals moderne, rationale Argumente gegen die Todesstrafe formulierte.
Seit der Einführung des Aktionstags im Jahr 2002 wächst das globale Netzwerk stetig. Rund 1.600 Städte, darunter mehr als 70 Hauptstädte, beteiligen sich inzwischen. Viele beleuchten an diesem Tag symbolträchtige Gebäude – vom Kolosseum in Rom bis zum Atomium in Brüssel – und fordern ein weltweites Ende der Hinrichtungen.
Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende formuliert die städtische Linie ohne Umwege: „Die Todesstrafe ist eine nicht zu akzeptierende Strafe. Sie muss weltweit geächtet werden.“ Die Stadt bezieht damit klar Position – und sendet zugleich ein Signal in Länder, die erneut über eine Wiedereinführung nachdenken oder Hinrichtungen intensivieren.
Um die Position auch nach außen sichtbar zu machen, wird in Wiesbaden am Sonntag ab 17:00 Uhr laut Amnitsty International Wiesbaden die Ringkirche blau angestrahlt.
Ein globales Netzwerk wächst weiter
Mehr als 3.000 Städte weltweit schließen sich dem Aktionstag an, in Deutschland rund 300. Beleuchtete Gebäude, Lesungen, Gespräche oder Schulprojekte machen sichtbar, wie viele Kommunen sich für ein humanes Rechtssystem starkmachen. Die Initiative zeigt, dass Städte längst mehr sind als Verwaltungsräume – sie agieren politisch, kulturell und moralisch.
Getragen wird „Cities for Life“ von der christlichen Laienbewegung Sant’Egidio, die in rund 70 Ländern für Frieden und soziale Gerechtigkeit arbeitet. Seit 1998 kämpft sie gegen die Todesstrafe.
Warum Wiesbaden mitmacht – und warum es wichtig bleibt
Menschenrechte geraten weltweit unter Druck. Gerade deshalb wirkt symbolische Politik stärker, als manche glauben. Sie schafft Bewusstsein, vernetzt Akteure, stärkt Initiativen und erinnert daran, dass Humanität keine Fußnote ist. Wir alle setzen damit nicht nur ein Zeichen nach außen, sondern schärfen auch unsere demokratische Kultur.
Foto oben ©2021 Volker Watschounek
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Noch mehr Informationen zum Aktionstag Cities for Life finden Sie unter www.wikipedia.de.



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