Vom 23. bis zum 25. Februar findet die virtuelle Vollversammlung der Deutschen Bischöfe statt. Maria 2.0 nutzt das Wochenende, um auf die Missstände der katholischen Kirche hinzuweisen.

Zusammen mit vielen anderen Frauen und Männern haben am Sonntagvormittag Frauen an den Kirchenportalen landauf landab ihr Thesenpapier an den Pforten der katholischen Gotteshäuser angebracht. So auch in Wiesbadener Vorort Schierstein. Von innen und von außen gut sichtbar für alle Kirchgänger, haben Elisabeth Kessels und Christina Kahlen-Pappas, Mitglieder der Wiesbadener Gruppe, am 21. Februar ihre Thesen an die Kirchentüren „angeschlagen“. In unmissverständlichen Worten hängen die sieben Thesen seit dem Morgen an der Kirchentür der Pfarrkirche St. Peter und Paul.

Thesen, unsere Kirche ist

  1. gerecht: gleiche Würde – gleiche Rechte
  2. partizipativ: gemeinsame Verantwortung
  3. glaubwürdig: respektvoller Umgang und Transparenz
  4. bunt: leben in gelingenden Beziehungen
  5. lebensnah: ohne Pflichtzölibat
  6. verantwortungsvoll: nachhaltiges Wirtschaften
  7. relevant: für Menschen, Gesellschaft und Umwelt

Mit ihren Thesen wollen die Maria-2.0-Gruppen auf Missstände in der katholischen Kirche hinweisen und untermauern ihre Forderungen nach Reformen hin zu einer zukunftsfähigen Kirche. Im Mittelpunkt der Arbeit von Maria 2.0 steht unter anderem der Zugang für alle Menschen zu allen Ämtern der Kirche, sowie die Aufklärung, Verfolgung und Bekämpfung der Ursachen von sexualisierter Gewalt und die Aufhebung des Pflichtzölibats. (Foto: Elisabeth Kessels und Christina Kahlen-Pappas schlagen die Thesen an, ©2021 Volker Watschounek)

Carolin Kebekus erklärt Maria 2.0

Maria 2.0

Maria 2.0 bezeichnet eine von Frauen in der römisch-katholischen Kirche in Deutschland ausgehende Reformbewegung. Die Bewegung richtet sich gegen Machtstrukturen in der katholischen Kirche. Sie fordert Zugang von Frauen zu allen kirchlichen Ämtern bis hin zum Papst, die Aufhebung des Pflichtzölibats und eine umfassende Aufklärung die Missbrauchsfälle.

Es um die Gleichstellung von Männern und Frauen. Ihren Ursprung hat Maria 2.0 unter anderem in Münster, im Marienmonat Mai und in der Aktionswoche vom 11. bis zum 18. Mai 2019. Frauen riefen damals zum Streik auf: Wir betreten keine Kirche mehr und tun keinen Dienst. Vor den Kirchen werden wir Gottesdienst feiern und unsere Klagen und Forderungen nachdrücklich und kreativ zum Ausdruck bringen. In Süddeutschland wurde die Initiative teils am 13. bzw. erst am 19. Mai aufgegriffen und bis zum 26. Mai fortgeführt.

Elisabeth Kessels und Christia Kahlen-Pappas hängen die Thesen auf. Foto: Volker Watschounek

Elisabeth Kessels und Christia Kahlen-Pappas hängen die Thesen auf.
Foto: Volker Watschounek

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Die offizielle Internetseite von Maria 2.0 finden Sie unter www.mariazweipunktnull.de.

 

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