Der Wiesbadener Weihnachtscircus startet mit Artistik, Todesrad und spektakulärem Splitting Globe in seine zwölfte Spielzeit auf dem Biebricher Festplatz.
Der Wiesbadener Weihnachtscircus ist zurück – und mit ihm ein ganz eigener Klang, ein vertrauter Geruch, ein Versprechen. Sägemehl liegt in der Luft, die Lautsprecher knistern, jemand ruft „Hochverehrtes Publikum!“. Auf dem Biebricher Festplatz hat am Donnerstagabend die zwölfte Spielzeit des traditionsreichen Circus der Familie Frank. Sie endet erst am 5. Januar – und sie zeigt bis dahin, warum die klassische Manege nichts von ihrer Anziehungskraft verloren hat.
Neun Generationen unter der Zeltkuppel
Schon beim Opening wird deutlich, dass hier mehr geschieht als bloße Nummernabfolge. John Frank, gerqde einmal acht Jahre alt, mischt als Clown verkleidet munter mit, sucht den Blickkontakt zum Publikum und genießt jede Reaktion. Gemeinsam mit seinem 19-jährigen Bruder Brandon steht er für die neunte Generation der Zirkusfamilie. Der Circus erzählt hier nicht nur Geschichten – er lebt sie, sichtbar und spürbar.
12. Wiesbadener Weihnachtscirkus
12. Wiesbadener Weihanchtscirkus – Weihnachten anders erleben
Karten: ab 20,00 Euro
Wann: bis zum 5. Januar 2025 in Wiesbaden
Wo: Gibb, Weihergasse 20, 65203 Wiesbaden
Alle Vorstellungen:
Freitag, 19.12.2025 – 15:00 Uhr (Familientag)
Samstag, 20.12.2025 – 15:00 Uhr und 19:30 Uhr
Sonntag, 21.12.2025 – 15:00 Uhr und 19:30 Uhr
Montag, 22.12.2025 – 15:00 Uhr (Familientag)
Dienstag, 23.12.2025 – 15:00 Uhr (Familientag)
Heiligabend, 24.12.2025 – 15:00 Uhr
(pro zahlendem Erwachsenen hat 1 Kind freien Eintritt!)
Erster Weihnachtsfeiertag – 25.12.2023 15:00 Uhr und 19:30 Uhr
Zweiter Weihnachtsfeiertag – 26.12.2023 15:00 Uhr und 19:30 Uhr
Freitag, 27.12.2024 – 15:00 Uhr (Familientag)
Samstag, 28.12.2024 – 15:00 uns 19:30 Uhr
Sonntag, 29.12.2024 – 15:00 Uhr und 19:30 Uhr
Montag, 30.12.2024 – 15:00 Uhr und 19:30 Uhr
Dienstag, 31.12.2024 – 15:00 Uhr und 19:30 Uhr Sylvester-Gala mit Sktempfang
Neujahr, 01.01.2025 – Spielfrei
Donnerstag, 02.01.2025 – 15:00 Uhr (Familientag)
Freitag, 03.01.2025 – 15:00 Uhr (Familientag)
Samstag, 04.01.2025 – 15:00 uns 19:30 Uhr
Sonntag, 05.01.2025 – 15:00 uns 19:30 Uhr
Große Silvestergala am 31. Dezember 2025 mit Sektempfang um 19 Uhr
Eleganz, Balance und schwebende Momente
Die Show entfaltet sich in ruhigen, bewusst gesetzten Bögen. Miss Lorienn schwebt am Vertikaltuch durch den Raum, wickelt sich ein, löst sich wieder, stürzt scheinbar schwerelos in die Tiefe und fängt sich im letzten Moment. Ihre Choreografie verbindet Kraft und Poesie, Spannung und Stille.
Einen ganz anderen Ton schlagen die Velvet Girls an. Auf riesigen Kugeln balancieren sie über schmale Bretter, vorwärts, rückwärts, immer höher. Jeder Schritt fordert Konzentration, jede Bewegung Präzision – das Publikum hält den Atem an, während auf der nachempfundenen Kugelbahn alles zentimetergenau abfolgt.
Nach der Pause: Adrenalin pur im Todesrad
Nach der Pause zieht die Show spürbar an. Das amerikanische Todesrad dominiert nun die Manege. Vier Stuntakrobaten laufen außen auf rotierenden Stahlrädern, springen über Leerräume, wechseln Ebenen, während sich alles unaufhaltsam dreht. Die Schritte dulden keine Fehler. Die Spannung entsteht aus der Reduktion – kein Netz, keine Ablenkung, nur Bewegung und Mut. Der Applaus setzt erst ein, als das Rad zum Stillstand kommt.
Slapstick, Tanz und musikalische Akzente
Zwischen den Akten sorgen die Clowns immer wieder für willkommene Entlastung. Sie greifen Zuschauer spielerisch auf, verteilen Glocken für ein improvisiertes Konzert, lassen Popcorn durch die Manege fliegen und fangen es mit dem Mund, improvisieren und reagieren auf jede Bewegung im Zelt. Diese humorvollen Zwischenspiele halten den Rhythmus der Show lebendig.
Den roten Faden spannt das ukrainische Show-Ballett, das mit dezenten Kostümen und präzise choreografierten Auftritten den Abend begleitet. Die Tänzerinnen verbinden die einzelnen Nummern, stehen plätzlich im Publikum, schaffen Übergänge und geben der Gala ihren festlichen Glanz. Als Überraschungsgast setzt Sängerin Vanessa Neigert musikalisch markante Akzente. Mit ihrer Stimme verleiht sie dem Programm zusätzliche Emotionen und sorgt für jene Momente, in denen die Manege kurz zum Konzertsaal wird.
Tiere, Verantwortung und Transparenz
Zum Circus gehören aber auch Tiere – ein Thema, das seit Jahren kritisch diskutiert wird. Die Familie Frank stellt sich dieser Debatte offen. Zirkusdirektor Robert Frank betont, dass die Tierhaltung strengen gesetzlichen Vorgaben unterliegt und regelmäßig vom Veterinäramt kontrolliert werde. Dabei prüfen die Behörden nicht nur Gehegegrößen, sondern auch Pflegezustand, Fell, Hufe, Auslaufmöglichkeiten und den allgemeinen Gesundheitszustand der Tiere.
In Wiesbaden, so Frank, habe das Veterinäramt keinerlei Mängel festgestellt. Die Tiere leben in großzügigen Außengehegen, werden täglich versorgt und sind an den Kontakt mit Menschen gewöhnt. Wer Zweifel habe, könne sich selbst ein Bild machen. Diese Offenheit kommt an – der Applaus des Premierenpublikums fällt deutlich aus.
Finale aus Stahl und Geschwindigkeit: Splitting Globe
Zum Ende der Vorstellung steigert sich die Spannung ein letztes Mal. Benzingeruch liegt in der Luft, Motoren knattern. Die Splitting Globe, eine sich öffnende Motorradkugel aus massivem Stahl, wird zum Finale. Bis zu vier Fahrer rasen gleichzeitig durch den nur fünf Meter engen Raum, kreuzen sich, beschleunigen, rotieren. Weltweit existieren nur drei dieser Kugeln. Wiesbaden erlebt eine davon – und verlässt das Zelt mit klopfendem Herzen.
Foto – Duo Ilusión ©2025 Volker Watschounek
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Die Internetseite des Wiesbadener Weihnachtszirkus finden Sie unterwww.weihnachtscircuswiesbaden.de.



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