Kunst am Bau. Eine dreiteilige Skulptur, die sich auf der Rasenfläche einfügt. Die Verbindung zu Wasser schafft die Interpretation als Gefäß. Also doch eine zerdrückte Getränkedose? Nein: Kunst!
Im zweiten Anlauf gewinnt die in Frankfurt lebende und arbeitende 37-jährige Bildhauerin Emilia Neumann. Sie hat den von der TriWiCon ausgelobten nichtoffenen Einladungswettbewerb Kunst am Bau des RheinMain CongressCenter (RMCC) für sich entscheiden. Nach einer Planungsphase soll im kommenden Jahr mit der Umsetzung der Skulpturen von Emilia Neumann, denen durch die Vermischung von Farbe und Materialien eine besondere Lebendigkeit zu eigen ist, begonnen werden.
„Es freut mich, dass der Wettbewerb ‚Kunst am Bau des RMCC‘ erfolgreich durchgeführt worden ist und ein neues Kunstobjekt den öffentlichen Raum prägen wird.“ – Christiane Hinninger
Getränkedosen? Abfall? nein, amorphe Strukturen, erklärt Neumann. Der Entwurf der Frankfurter Bildhauerin beschreibt in der Durchdringung verschiedene Alltagsgegenstände und verbindet sie mit dem für Wiesbaden so wichtigen Thema Wasser. Das Dreierlei hat sich gegen sieben weitere Wettbewerbsbeiträge durchgesetzt. Ein unabhängiges Auswahlgremium hatte potenzielle Künstler zur Einreichung eines Entwurfs aufgefordert. Den Vorsitz des unabhängigen Preisgerichts hatte Museumsdirektorin Dr. Beate Kemfert (Opelvillen, Rüsselsheim) inne. Wiesbadens neu gewählte Wirtschaftsdezernentin und Vorsitzende der TriWiCon-Betriebskommission freit sich, dass das Projekt ein gutes Ende findet.
„Meine Aufgabe im Preisgericht war im zweiten Verfahren nicht nur spannend, sondern hat darüber hinaus auch Freude gemacht. Mit Emilia Neumann wurde eine Künstlerin prämiert, deren künstlerische Setzung durch die Wahl des Standorts und durch die Besonderheit ihrer Werke überzeugte.“ – Dr. Beate Kemfert
An dem Wettbewerb Kunst am Bau des RMCC hatten sich neben Emilia Neumann die Künstler Christine Biehler (Hanau), Cécile Dupaquier (Berlin), Iman Issa (Berlin), Levent Kunt (Frankfurt am Main), Christiane Möbus (Hannover), Heather Phillipson (London) und Thomas Schönauer (Düsseldorf) beteiligt. Die Fachjury kürte allein den einen Siegerentwurf, ein weiteres Ranking der anderen Wettbewerbsbeiträge wurde nicht vorgenommen. Alle eingereichten Arbeiten können von Donnerstag, 1. Dezember, bis Dienstag, 6. Dezember, im Foyer des RMCC besichtigt werden.
„Zur Formfindung nutzte Neumann Alltagsfundstücke, die sie miteinander derart durchdrang, dass man sich den Objekten von mehreren Seiten nähern werden kann. Ihre gewählten Farben und erzeugten Farbschlieren unterstreichen darüber hinaus ihre Selbstbestimmtheit im künstlerischen Prozess.“ – Dr. Beate Kemfert
Dem Auswahlgremium, dem das Vorschlagsrecht für die einzuladenden Künstlerinnen und Künstler oblag, gehörten Dr. Jörg Daur, Kustos für zeitgenössische Kunst des Museums Wiesbaden – Hessisches Landesmuseum für Kunst und Natur (Wiesbaden), Elke Gruhn, Vorsitzende/Künstlerische Leitung Nassauischer Kunstverein (Wiesbaden), Vollrad Kutscher, Künstler (Frankfurt am Main) und Daniela Leykam, KfW Stiftung (Frankfurt am Main) an. Das Preisgericht setzte sich aus Ferdinand Heide, Architektenbüro Heide, Architekt RMCC (Frankfurt am Main), Dr. Andreas Henning, Museumsdirektor Landesmuseum Wiesbaden, Thomas-W. Sante, früherer Betriebsleiter TriWiCon, Heike Sütter, contemporary art projects (Trebur) und der Vorsitzenden Dr. Beate Kemfert, Direktorin Kunst- und Kulturstiftung, Opelvillen Rüsselsheim, zusammen.
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Rückblick
Es ist der zweite Anlauf für Kunst am Bau vor dem 2018 eröffneten RMCC. Der erste endete mit einem Eklat, als die international bekannte Künstlerin Monica Bonvicini ihren Siegerentwurf, eine vier Meter hohe begehbare Pyramide, nach etlichen Querelen schließlich zurückzog
Foto oben©2022 LH Wiesbaden
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Die Internetseite der Bildhauerin Emilia Neumann finden Sie unter emilianeumann.com.
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