Normalerweise ist die Zahl der Arbeitslosen in den Frühlings- und Sommermonaten saison-beding rückläufig. Nicht so in diesem Jahr. Die Folgend erst Pandemie werden jetzt im Jobcenter deutlich.

Allein im März wurden im Jobcenter 745 Anträge auf Leistungen zum Lebensunterhalt nach dem SGB II gestellt. Vor der Corona-Krise waren es durchschnittlich 320 Anträge pro Monat. Von den bewilligten Anträgen sind etwas mehr als die Hälfte auf das Coronavirus zurück zu führen. Darunter sind beispielsweise die Solo-Selbstständigen, denen mit den Erwerbseinkünften auch die Mittel für den eigenen Lebensunterhalt weggebrochen sind. Aber auch Personen, die ihr Kurzarbeitergeld aufstocken müssen oder von einer Kündigung betroffen waren und keinen ausreichenden Anspruch auf Arbeitslosengeld I haben“, erläutert Sozialdezernent Christoph Manjura. Insgesamt sei die Zahl der so genannten Leistungsberechtigten von März bis Mai um 1100 Personen gestiegen.

„Den Kollegen vom Kommunalen Jobcenter ist es trotz der beträchtlichen Zahl an Neuanträgen gelungen, ihre Prozesse ad hoc zu vereinfachen und den Bürgern trotzdem eine gute digitale Erreichbarkeit zu ermöglichen und somit Existenzen zu sichern.“ – Christoph Manjura, Sozialdezernent

Was sonst in vielen persönlichen Gesprächen geklärt wird, musste die vergangenen Monate telefonisch oder per Mail erledigt werden. „Das war für die Bürgern als auch für die Kollegen eine große Umstellung, die gut gelungen ist,“ erläutert Amtsleiterin Ariane Patzelt. Im April 2020 fanden mehr als 1250 und im Mai 3000 telefonische Beratungsgespräche statt. „Dank der großartigen Teamleistung konnte die soziale Arbeit des Kommunalen Jobcenters auch unter den erschwerten Krisenbedingungen stattfinden.

„Im Mittelpunkt des Kommunalen Jobcenters steht weiterhin die Arbeit mit den Menschen. Es ist gut, dass wir im Zuge der Corona-Pandemie Prozesse vereinfacht und automatisiert haben. Zukünftig wollen wir diesen ‚Digitalisierungsgewinn‘ nutzen, um unsere Beratungstätigkeit für und mit den Leistungsberechtigten noch besser zu gestalten.“ – Christoph Manjura, Sozialdezernent

Patzelt und Manjura loben die Ankündigung der Regierungskoalition aus Berlin, sich künftig mit einem dauerhaft erhöhten Anteil an den Kosten der Unterkunft, sprich den Mietkosten im SGB II zu beteiligen. Für Wiesbaden bedeute dies eine Summe von etwa 20 Millionen Euro. Das entlastet uns im Sozialetat bei gesetzlichen Pflichtaufwendungen, die im Zuge des aktuellen Fallzahlenanstiegs noch sehr ansteigen werden.

„Der Zuschuss gibt uns finanziellen Spielraum für kommunale soziale Dienstleistungen wie den Ausbau der Kinderbetreuung, Schulsozialarbeit, Gemeinwesenarbeit in den Stadtteilen, Elternbildungsangebote und vieles mehr. All dies werden in der kommenden Zeit mehr denn je brauchen.“ – Christoph Manjura, Sozialdezernent

Auf ein sehr wichtiges, aber bis dahin kaum beachtetes Detail weisen beide abschließend hin. So habe sich die Große Koalition im Bund darauf verständigt, dass für die Kosten der Unterkunft im SGB II in der Verfassung abweichend geregelt werde, dass trotz des erhöhten Bundesanteils keine so genannte Bundesauftragsverwaltung einhergehen soll. Wir Kommunen kennen den örtlichen Wohnungsmarkt am besten und benötigen deswegen von Region zu Region unterschiedliche Handlungsspielräume. Es ist gut, dass das erkannt wurde. Für uns in Wiesbaden ist das von enormer Wichtigkeit, betont Patzelt abschließend.

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Die offizielle Internetseite des Kommunalen Jobcenters in Wiesbaden finden Sie unter www.wiesbaden.de.

 

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