In vier Kategorien haben 75 Handwerker aus Hessen ihre Arbeiten eingereicht. Nicht immer führt Überraschendes zu Sieg – aber auch.  

Im Laufe der Woche wurde in Wiesbaden wieder der Hessische Gestaltungspreis in vier Kategorien vergeben. Der Preis ist ist mit 2.000 Euro je Kategorie dotiert. Preisträger der Kategorie Möbel + Skulpturen wurde der Tischler und Gestalter Jonas Nitsch aus Ober-Ramstadt. Sein Couchtisch überzeugte die Jury.

Der Couchtisch modernisiert das Thema Bugholzmöbel. Der Preisträger entwickelt die Beinform als Bügel mit konischem Querschnittsverlauf. – Jury

Preisträger in der Kategorie Wohnen + Leben ist der Drechsler Thomas Pildner mit seinem Gefäßobjekt aus Bad Homburg. In der Kategorie Mode + Accessoires konnte sich die Meister Maßschneiderin und Modedesignerin Theresa Klinkenberg aus Offenbach durchsetzen. Sie überzeugte die Jury mit einer kulturell übergreifenden Arbeit – und transformiert das klassische Dirndl in das 21. Jahrhundert.

Der Preisträger folgt der Holzstruktur wie ein Bildhauer. Dabei berücksichtigt er das spektakuläre Farbbild des Mammutholzes. – Jury

In der Kategorie Schmuck + Gerät setzte sich die staatlich geprüfte Designerin und Meisterin im Goldschmiedehandwerk und  Claire Selby aus Hanau durch. Bei ihrer Arbeit hat sie sich  vom Abendhimmel inspirieren lassen und ihre Eindrücke Idee in einen sehr räumlichen Halsschmuck umgesetzt – der  „Fascination Constellation“.

Wie ein wissenschaftliches Gerät überzeugt die Jury die Umsetzung der handwerkstechnischen Perfektion von Selby.

Daneben wurde ein Gesellen- und ein Nachwuchspreis ausgelobt. Der Gesellenpreis ging an Christoph Pilsel, Silberschmied aus Hanau für sein Objekt Schale in Schale und der Nachwuchspreis an Olivia Cazzato, Goldschmiedin aus Darmstadtfür das Objekt Brosche + Kette Die beide Preise sind mit je 1.000 Euro dotiert.

„Handwerk soll sich als etwas Künstlerisches zu erkennen geben und Kunst als etwas Handwerkliches.“ – Dr. Christoph Gelking

In seiner Begrüßung betonte Dr. Christoph Gelking, Leiter des Büros der Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Handwerkskammern, die Bedeutung des Hessischen Gestaltungspreises: „Handwerk soll sich als etwas Künstlerisches zu erkennen geben und Kunst als etwas Handwerkliches.“ Die besondere Gestaltungskompetenz der  Preisträger werde an der besonderen Formgebung und Formensprache deutlich. Gelking bedankte sich für die finanzielle Unterstützung und die Schirmherrschaft durch das Hessische Wirtschaftsministerium.

„Das Handwerk ist eine tragende Säule der hessischen Wirtschaft und ist damit ein zentraler Wirtschaftsfaktor in Hessen.“ – Mathias Samson,

Mathias Samson, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, lobte die gestalterische Kraft der Wettbewerbsarbeiten. Er machte in seiner Ansprache deutlich, dass man bei dem Begriff „Handwerk“ nicht automatisch an Gestaltung denke. Doch die ausgestallten Objekte und Produkte würden eindrucksvoll belegen, dass Handwerk über ein großes Maß an Kreativität und Individualität verfüge.

Wanderausstellung

Mit der Preisverleihung wurde auch die Wanderausstellung zum 16. Gestaltungspreis eröffnet, die noch bis zum 11. Juli in der Handwerkskammer Wiesbaden zu sehen ist. Vom 13. bis zum 15. Juli wird die Ausstellung in der Villa Metzler in Frankfurt präsentiert und vom 26. Juli bis 1. September in der Handwerkskammer Kassel.

Hintergrund zum Hessischen Gestaltungspreis

Mit dem Hessischen Gestaltungspreis werden hervorragende Arbeiten von hessischen Handwerkern ausgezeichnet. Gefördert werden soll die Wettbewerbsfähigkeit des gestaltenden Handwerks in Hessen. Teilnahmeberechtigt sind Handwerker und Kunsthandwerker, die den Gesellenbrief in einem gestaltenden Handwerk erworben haben oder über einen vergleichbaren Abschluss verfügen bzw. eine vergleichbare Qualifikation erworben haben, die die Eintragung in die Handwerksrolle ermöglicht bzw. Mitglied des Verbandes angewandte Kunst Hessen oder des Bundesverbandes Kunsthandwerk sind. Sie müssen zudem aktiv in einem Handwerk in Hessen tätig sein (selbstständig oder angestellt). Die Wettbewerbsarbeiten dürfen nicht älter als zwei Jahre sein und dürfen noch nicht bei anderen Wettbewerben prämiert worden sein. Meisterstücke waren generell zugelassen, Gesellenstücke ausschließlich zum Nachwuchspreis. Informationen und Katalog unter www.gestaltungspreis-hessen.de.

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