Wenn der Impfstoff vorliegt, müsse schnell gehandelt werden. Aktuell werden landesweit überall Impfkapazitäten geprüft und Impfzentren aufgebaut. 1000 Impfungen am Tag…

Der Bund geht davon aus, dass es schon bald mit den Impfungen los gehen kann. In etwa drei Wochen könnte es in größeren Mengen einen ersten Impfstoff gegen das Corona-Virus bereitstellen kann. Vor diesem Hintergrund besteht Handlungsbedarf, kurzfristig die für die Durchführung der erforderlichen millionenfachen Impfung in Hessen notwendige Infrastruktur zu schaffen. Hessens Ministerpräsident erklärt, dass sich das Land mit Hochdruck auf die Impfung von rund 4 Millionen Menschen vorbereite,

„Nach vorherrschender Expertenmeinung eine Impfquote von etwa 60 Prozent notwendig, um der Pandemie wirkungsvoll begegnen zu können. Wir bereiten uns bestmöglich auf den Zeitpunkt vor, zu dem ein Impfstoff zugelassen wird, um dann die Mammutaufgabe dieser riesigen logistischen Herausforderung effizient zu stemmen.“ – Ministerpräsident Volker Bouffier

Sobald der Bund die Impfstoffe geliefert habe, würden die Bürger eingeladen, sich möglichst wohnortnah impfen zu lassen. Je mehr Menschen mitmachen würden, desto erfolgreicher und schneller könnte Hessen und Deutschland die Pandemie bezwingen.

„Die Bevölkerung in unserem Land auch mit einem Impfstoff vor dem Virus zu schützen, ist eine Aufgabe von nationaler Bedeutung.“ – Ministerpräsident Volker Bouffier

Bouffier betonte zugleich, dass dieser Lichtstreif am Horizont nicht davon ablenken dürfe, dass die Infektionszahlen aktuell immer noch zu hoch seien und sich weiterhin alle diszipliniert an die je geltenden Maßnahmen halten müssten. Der Krisenstab der Hessischen Landesregierung habe unterdessen die Kreise und kreisfreien Städte mit ihren Gesundheitsämtern und unteren Katastrophenschutzbehörden beauftragt, landesweit Impfzentren einzurichten. Mindestens ein Anlaufpunkt soll pro Landkreis und kreisfreier Stadt in Hessen mit Unterstützung der hessischen Hilfsorganisationen, des Technischen Hilfswerks und der Bundeswehr zur Verfügung gestellt werden.

„Es werden nicht sofort Impfdosen für alle zur Verfügung stehen können. Deshalb richten wir uns nach der Nationalen Impfstrategie, indem wir Impfzentren einrichten und dann gezielt Personengruppen impfen, Schritt für Schritt.“ – Sozial- und Integrationsminister Kai Klose

Zu den vorrangig zu impfenden Gruppen würden Menschen zählen, die aufgrund ihres Alters oder vorbelasteten Gesundheitszustands ein stark erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf aufweisen. An zweiter Stelle stünden beispielsweise Mitarbeiter von stationären bzw. ambulanten Einrichtungen der Gesundheitsversorgung und der Altenpflege. Solange nicht ausreichend Impfstoff für die gesamte Bevölkerung verfügbar ist, werden die Impfungen auf Basis der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission, des Deutschen Ethikrats sowie der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina priorisiert an die zuvor von der Bundesregierung bestimmten Zielgruppen ausgegeben.

„Die Impfung ist ein freiwilliges Angebot, das seine Wirkung dann voll entfalten kann, wenn möglichst viele Menschen das Angebot annehmen. Je mehr Bürger gegen die Ansteckung mit dem Corona-Virus geimpft sind, desto weniger Menschen werden an dieser tückischen Infektionskrankheit sterben.“ – Sozial- und Integrationsminister Kai Klose

Für die Frauen und Männer im Gesundheitssektor bedeute die Umsetzung der nationalen Impfstrategie einen weiteren großen Kraftakt über einen langen Zeitraum. Zur Unterstützung dieser wichtigen Aufgabe und Koordination aller Fragen rund um die Impfung gegen Corona haben wir eine eigene Task Force im Krisenstab der Landesregierung eingesetzt, die allen Partnern zur Verfügung steht., so der Minister weiter.

„Die landesweiten Impfzentren werden Anlaufpunkte für mehrere Millionen Hessen sein. Damit die größte Impfaktion in der Geschichte unseres Landes gelingen kann, sind umfangreiche logistische und organisatorische Vorbereitungen notwendig, mit denen wir heute in die konkrete Umsetzung gehen.“ – Hessische Innenminister Peter Beuth

Die Landkreise und kreisfreien Städte in Hessen würden beim Aufbau der Impfzentren von den ehrenamtlichen Kräften der Katastrophenschutzeinheiten unterstützt. Das Land sei den Frauen und Männern der Hilfsorganisationen für ihre große Einsatzbereitschaft im Kampf gegen Corona sehr dankbar, so der Hessische Innenminister weiter.

1000 Impfungen am Tag

Um die Impfungen effizient durchführen zu können, soll an sieben Tagen in der Woche geimpft werden. In den Zentren sollen jeweils Impfungen in einer Größenordnung von ca. 1000 pro Tag durchgeführt werden. Damit alles strukturiert und geordnet ablaufe, werden die Menschen zu den Impfungen eingeladen und über den genauen Ablauf vor Ort informiert, so Minister Klose weiter. Die umfassende Information, Begleitung und medizinische Betreuung rund um die Impfung seien von größter Bedeutung.  möchten, dass alle, die sich impfen lassen wissen, dass sie bestmöglich begleitet werden, unterstrich er.

Kräfte bündeln

Medizinisches Fachpersonal solle über externe Dienstleister wie beispielsweise das Deutsches Rotes Kreuz und über die Kassenärztliche Vereinigung oder die Landesärztekammer gewonnen werden. Die Bereitschaft der Ärzte ist zentral für das Gelingen dieser großangelegten Impfaktion, denn der eigentlichen Impfung ist immer ein Impfgespräch vorgeschaltet. Die KV Hessen ist zuversichtlich, was die Rekrutierung des Personals anbelangt. Wie bei der ersten Welle der Corona-Pandemie sollen bspw. auch Ärzte gewonnen werden, die bereits im Ruhestand sind. Das Land trägt dafür Sorge, dass der Impfstoff in den Zentren zur Verfügung steht, beschafft zudem Material wie Spritzen, Kanülen, Tupfer und Pflaster und die Schutzausrüstung für das medizinische Personal. Die Terminkoordinierung und die Dokumentation der Impfungen vor Ort wird durch eine IT-Lösung gewährleistet.

Nationale Impfstrategie COVID-19

Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik bestand die Notwendigkeit, so viele Menschen vor einer Infektionskrankheit zu schützen, wie bei der Bedrohung durch das Corona-Virus. Die Bundesregierung hat daher eine Nationale Impfstrategie COVID-19 beschlossen und wird die entsprechenden Impfstoffe nach ihrer Zulassung durch das Paul-Ehrlich-Institut zur Verfügung stellen. Den Bundesländern obliegt es, dafür Sorge zu tragen, dass der schützende Impfstoff dort ankommt, wo er benötigt wird: vor Ort in den Kommunen.

Task Force Impfkoordination

Die Hessische Landesregierung hat zur Organisation der aufwändigen Logistik und zur Unterstützung der Landkreise und kreisfreien Städte in Abstimmung mit der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) und den Kommunalen Spitzenverbänden die Task Force Impfkoordination (TFI) des Krisenstabs eingerichtet. Die Einheit besteht aus mehr als 70 Mitarbeitern der Landesverwaltung sowie weiteren Experten aus dem Gesundheitssektor und dem Katastrophenschutz.  Dem Aufbau der regionalen Impfzentren sind zahlreiche Gespräche der Task Force mit dem für die nationale Impfstrategie zuständigen Bund, den Landkreisen, Städten und Gemeinden sowie der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen und der Landesärztekammer vorausgegangen.

Mit vereinten Kräten

Sobald Impfstoffe gegen das Corona-Virus verfügbar sind, sollen diese – gemäß der Priorisierung des Bundes – schnellstmöglich auch in Hessen zum Einsatz kommen, um die Bürger vor einer Infektion zu schützen. Die TFI hat den Gesundheitsämtern und unteren Katastrophenschutzbehörden der Kommunen darüber hinaus umfangreiche Informationen und Hinweise zum Aufbau und Betrieb der kommunalen Anlaufstellen übermittelt. Sie werden nun in enger Abstimmung mit der Task Force landesweit aufgebaut.

Weitere Nachrichten zum Thema Coronavirus lesen Sie hier.

Die offizielle Internetseite des Impfstoff-Herstellers Curevac finden Sie unter www.curevac.com.

 

Sie möchten keinen Beitrag mehr verpassen und stets aktuell informiert sein? Dann bestellen Sie doch gleich unseren Newsletter oder folgen uns auf Twitter, Instagram und werden Sie Fan von Wiesbaden lebt!