Der andere Gaststättenbesuch: Platz nehmen, in die Besucherliste eintragen und danach bestellen. Die Liste ist vier Wochen lang aufzubewahren, und auf Anfrage des Gesundheitsamts herauszugeben.

In den Restaurants, aber auch bei der Außenbewirtschaftung, gilt die Formel „fünf Quadratmeter pro Gast“. Das Personal muss Masken tragen, die Gästen sollen es – soweit zumutbar. Alles, was zu enge Begegnungen mit sich bringt, muss reguliert werden – bis hin zur Nutzung der Toiletten: ein Gaststättenbesuch, den man nicht so schnell vergisst.
Wiesbadens Gastronomen haben sich gut vorbereitet. Im Gastraum sowie auf den Außenterrassen sind die Plätze entzerrt. Um das den Gästen gleich deutlich zu machen, wurden beispielsweise im Du & Ich in den Neugasse die Sitzpolster der gesperrten Stühle entfernt. Das Cafe Central Park am Mauritiusplatz nutzt dagegen den Platz in der Breite und sorgt so mit genügend Abstand zum Tischnachbarn für die notwendigen 1,50 Meter Abstand. Neue Gäste wurden gleich auf der Straße abgefangen und noch vor der Terrasse zum Warten aufgefordert. Ist ein Platz frei, wird dieser desinfiziert und erst danach die neuen Gäste platziert. Und das immer wieder und immer wieder. Zwischenzeitlich füllen sich auf Empfehlung die Ordner in den mit den „Meldezetteln“. Jeder, Gast wird akribisch erfasst. Datum, Uhrzeit, Tischnummer: alles im Fall der Fälle um die Infektionsketten nachvollziehen zu können. Und abends?

„Ein großes Kompliment an die Gaststättenbetreiber, die die Auflagen sehr gut umgesetzt haben.“  – Bürgermeister Dr. Oliver Franz

Listen, Namen, Zeiten: Am Samstagabend das gleiche Bild. Gaststätten wie Zum Schwejk legten Listen aus, wo sich die Gäste bereitwillig eingetragen haben. Die Gäste vor dem Eimer  in der Wagemannstraße ebenso. Ob das am Freitagabend ebenso war, ist anzunehmen. Ob am ende aber jeder sich eingetragen hat –? Die Stadtpolizei berichtet, dass sich leider nicht alle Gäste so vorbildlich verhalten hätten. Am Freitagabend kam es insbesondere in den Abendstunden im Innenstadtbereich vor den Kneipen zu Problemen. Innerhalb des sogenannten Schiffchens hielten sich teilweise rund 70 bis 80 Personen auf engster Fläche auf. Stadtpolizei und Landespolizei waren beide Nächte vor Ort. Musste sie am ersten Abend immer wieder Gruppen aufzulösen, hatte sich das Zusammenspiel zwischen Gästen und Gastwirten am Samstagabend eingespielt.

„Es kann nicht sein, dass das Verhalten einiger Unbelehrbarer zu restriktiveren Maßnahmen und damit zum Nachteil der Mehrheit führt, die sich an die Regeln hält“. – Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende und Bürgermeister Dr. Oliver Franz

Nicht immer waren die Ansprachen und Durchsagen der Stadtpolizei von Erfolg gekrönt. Haben sich Gäste uneinsichtig gezeigt, was aber nur in Ausnahmefällen der Fall war, wurden durch die Stadtpolizei die Personalien aufgenommen und Bußgelder wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsverbot verhängt. Auch wenn die erheblichen Lockerungen es nicht vermuten lassen: Die Kontaktbeschränkungen und die Hygienevorschriften sind trotz aller Lockerungen weiterhin in Kraft. Wiesbadens Oberbürgermeister und Bürgermeister betonen, dass die Wiedereröffnungen von Restaurants, Cafés und Gaststätten – unter Auflagen – nicht zu Verstößen führen dürfen und nicht als Einladung zu einer Party und Feierten gesehen werden dürften.

Bilanz

In den fast zwei Monaten der Corona-Kontrollen hat die Stadtpolizei jetzt insgesamt 8399 Kontrollen durchgeführt und dabei 572 Verstöße festgestellt. 283 wurde die Verletzung der Versammlungsobergrenze festgestellt. Damit sind rund die Hälfte aller Verstöße in diesem Bereich angesiedelt. Insgesamt wurden von der Stadtpolizei 430 Bußgeldverfahren eingeleitet.

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Einen Überblick über Wiesbadens Gastronomie erhalten Sie unter www.wiesbaden.de.

 

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