Wiesbaden legt vor: Während andernorts Baufirmen ihre Entsorgung selbst regeln, sorgt beim Sportpark Rheinhöhe ein Rahmenververtrag für klare Prozesse.
Die Entsorgungsbetriebe der Landeshauptstadt Wiesbaden (ELW) und die Stadtentwicklungsgesellschaft Wiesbaden (SEG) starten eine wegweisende Kooperation: Das Projekt Sportpark Rheinhöhe markiert den Beginn einer langfristigen Zusammenarbeit. Diese Partnerschaft soll nicht nur sportliche Infrastruktur schaffen, sondern durch kurze Wege und Synergien auch einen signifikanten Beitrag zum Klimaschutz leisten.
Nachhaltige Entsorgung sichergestellt
Wiesbaden zeigt, wie es geht: Während normalerweise Baufirmen unabhängig über die Entsorgung entscheiden, regelt diesmal eine Rahmenvereinbarung die Prozesse. Die SEG hat für den Sportpark Rheinhöhe ausgeschrieben, welches Unternehmen das Material löst und transportiert. Wohin das Material geht, bestimmt ebenfalls die SEG – nämlich zur nächstgelegenen Deponie 4 der ELW. Der direkte Weg spart Ressourcen und reduziert Emissionen, – und die Unternehmen sind zuversichtlich, dass man hier Hand in Hand arbeiten werde .
Ökologische und ökonomische Vorteile
Die Kosten für die Entsorgung des Aushubs am Konrad-Adenauer-Ring bleiben mit rund 10 Millionen Euro in der Stadt. Sie geben den ELW Spielraum für andere Projekte und helfen auch, die Unterdeckung der Abfallentsorgung aus dem letzten Jahr mit auszugleichen. Der Betrag stärkt somit die lokale Wirtschaft. Zudem entfallen lange Transportwege, die sonst üblich sind, wenn Baufirmen aus dem Ausland kommen. Und diese neue Vorgehensweise ist ein bedeutender Schritt in Richtung Klimaschutz.
Fachkompetenz gebündelt
Gemeinsam bündeln ELW und SEG ihre Expertise. Holz, Metall und andere Materialien werden getrennt und separat verwertet, um die Umwelt zu schonen. Flexibilität bei den Öffnungszeiten der Deponien ermöglicht eine effiziente Bauplanung. Die ersten LKWs sind bereits unterwegs, 250.000 Tonnen Erdreich werden verlagert – ein Großprojekt nimmt Fahrt auf. Bis zum Baustart werden rund 8500 LKW Ladungen zwischen der Baustelle und der neuen Deponie verkehren.

Zukunftsweisende Projekte
Die SEG-Geschäftsführer Roland Stöcklin und Andreas Guntrum sind zuversichtlich, dass diese Zusammenarbeit Modellcharakter für zukünftige Bauprojekte haben könnte. In den nächsten Jahren sollen weitere Projekte folgen, bei der sicher auf kurzen Wegen und nachhaltige Entsorgungslösungen in betracht gezogen werden könnten: etwa beim Bau des neuen Bürgerhaus in Biebrich. Wiesbaden hat damit die Weichen gestellt, um sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Ziele zu erreichen.
Wiesbaden baut auf Zukunft
Mit dieser innovativen Herangehensweise zeigt Wiesbaden, dass nachhaltige Stadtentwicklung und ökonomische Vernunft Hand in Hand gehen können. Die langfristige Kooperation zwischen ELW und SEG ist ein Paradebeispiel für gelebten Klimaschutz und regionale Wertschöpfung.
Fotos – Volker Watschounek / Wiesbaden lebt1
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Die Internetseite der SEG Stadtentwicklungsgesellaschaft finden Sie unter www.seg-wiesbaden.de