Das Netzwerk der Literaturhäuser, dem das Literaturhaus Villa Clementine angehört, verleiht den Preis der Literaturhäuser 2026 der Autorin und Essayistin Lena Gorelik.
Mit ihrem Debütroman „Meine weißen Nächte“ (2004) wurde sie als Entdeckung gefeiert, mit „Hochzeit in Jerusalem“ (2007) war sie für den Deutschen Buchpreis nominiert. Zuletzt veröffentlichte sie den Roman „Wer wir sind“ (2021), im Frühjahr 2026 erscheint „Alle meine Mütter“ (alle Rowohlt Verlag). Außerdem schreibt Lena Gorelik regelmäßig Essays und Reportagen zu aktuellen Themen, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung und Die Zeit.
Lena Gorelik ist nicht nur eine vielfach ausgezeichnete Autorin, sondern nutzt die Möglichkeiten der Literatur und des Veranstaltungsbetriebs, um auf gesellschaftliche Entwicklungen zu reagieren. Als Mit-Herausgeberin von „Trotzdem sprechen“ trat sie bei Veranstaltungen nach dem 7. Oktober 2023 dafür ein, im Dialog zu bleiben. Das Buch ist ein Plädoyer für Menschlichkeit in Zeiten von Hass, Hetze und Rechtspopulismus. Die gemeinsam mit Carolin Emcke gestaltete Lese-Performance von József Debreczeni: Kaltes Krematorium trug dazu bei, die Erinnerungen an die Verbrechen der Nationalsozialisten wachzuhalten. Lena Gorelik regt mit ihren Büchern und durch ihre Auftritte auf der Bühne zu einem differenzierten, lebendigen und kritischen Austausch an, wofür sie mit dem Preis der Literaturhäuser ausgezeichnet wird.
1981 in St. Petersburg geboren, kam Lena Gorelik 1992 mit ihrer russisch-jüdischen Familie nach Deutschland. Nach ihrer Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München absolvierte sie den Elitestudiengang „Osteuropastudien“. Sie wurde unter anderem mit dem Bayerischen Kunstförderpreis, dem Ernst-Hoferichter-Preis, dem Friedrich-Hölderlin-Preis und 2024 mit dem Heinrich-Mann-Preis für Essayistik ausgezeichnet. Sie unterrichtet zudem Kreatives Schreiben, kuratierte 2023 das Literaturfestival Stuttgart und hatte 2022 eine Poetikdozentur an der Universität Hannover inne.
Die Programmleiterinnen und -leiter der im Netzwerk verbundenen Literaturhäuser ehren Lena Gorelik als Autorin, die sich in hohem Maße um den einmaligen Charakter von Literaturveranstaltungen verdient macht.
Der Preis der Literaturhäuser wird seit 2002 verliehen, zuletzt an Antje Rávik Strubel (2019), Marlene Streeruwitz (2020), Ingo Schulze (2021), Sasha Marianna Salzmann (2022) und Fiston Mwanza Mujila (2024). Das Preisgeld beträgt 20.000 Euro.




