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Stadtanalyse „Wiesbaden – (k)ein Ort für Studierende?“

Das Amt für Statistik und Stadtforschung hat Studierende zur Attraktivität Wiesbadens aus Sicht junger Menschen befragt. Die Ergebnisse finden sich in der Stadtanalyse „Wiesbaden – (k)ein Ort für Studierende?“.

Kyra Intelliana 3 Stunden vor 0

Das Amt für Statistik und Stadtforschung hat Studierende zur Attraktivität Wiesbadens aus Sicht junger Menschen befragt. Die Ergebnisse finden sich in der Stadtanalyse „Wiesbaden – (k)ein Ort für Studierende?“.

„Die überwiegende Mehrheit der Studierenden in Wiesbaden fühlt sich wohl hier, schätzt das schöne Stadtbild und die vielen Park– und Grünanlagen. Dennoch sind sie mit einigen Aspekten vor Ort nicht besonders zufrieden. Dies sind Ergebnisse einer Befragung Studierender, die zum Wintersemester 2024/2025 erstmals flächendeckend an allen Wiesbadener Hochschulen stattfand“, erklärt Maral Koohestanian, Dezernentin für Smart City, Europa und Ordnung. 

Die Online-Befragung wurde auf Initiative der Stadt in Kooperation mit den Hochschulen im Wiesbadener Netzwerk der Wissenschaften durchgeführt. 

„Wiesbaden ist keine klassische ‚Studierendenstadt‘, nichtsdestotrotz ist die Hochschullandschaft in der Landeshauptstadt innerhalb der letzten beiden Jahrzehnte auf mittlerweile knapp 14.000 Studierende gewachsen. Die Zahl der Studierenden hat sich damit innerhalb der letzten 12 Jahre nahezu verdoppelt“, ergänzt Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende. „Gerade deshalb war und ist uns die Meinung der jungen Menschen, die oftmals neu in Wiesbaden sind, wichtig“. 

Neben der als mangelhaft wahrgenommenen Attraktivität des Studierendenlebens und der Ausgehmöglichkeiten spielen hier vor allem die Themen Wohnsituation und Verkehr eine gewichtige Rolle. 

In Wiesbaden kommen viele junge Menschen in die Stadt, um zu studieren, eine Ausbildung zu machen oder ins Berufsleben einzusteigen. Viele verlassen die Stadt ein paar Jahre später wieder. Ein hoher Anteil der Studierenden in Wiesbaden zieht gar nicht erst in die Stadt, sondern pendelt in das Stadtgebiet. In der Befragung wurden unter anderem die Gründe hierfür näher beleuchtet. Für die befragten Studierenden, die sich für das Wohnen in Wiesbaden entschieden haben, war hier hauptsächlich die Nähe zur Hochschule ausschlaggebend. Städtische Attraktivität („Flair“ oder Infrastruktur für Freizeit oder Einkaufen) sind kaum relevante Gründe. 

Die häufigste Wohnform der Studierenden innerhalb Wiesbadens ist die Wohngemeinschaft. Dies ist jedoch meist nicht die bevorzugte Wohnform. Auch Studierende außerhalb wünschen sich häufiger eine eigene Wohnung unabhängig vom elterlichen Haushalt. Die meisten vor Ort wohnenden Studierenden müssen mehr als ein Drittel ihres monatlichen Budgets für die Wohnkosten ausgeben. Zehn Prozent haben hierfür keine Ausgaben (da noch bei den Eltern), während bei knapp 30 Prozent mehr als die Hälfte des Budgets für das Wohnen „draufgehen“. Nur 14 Prozent der vor Ort Lebenden empfindet keine Belastung durch die Wohnkosten. Auswärtige haben eine deutlich geringere Belastung, weil sie zu hohen Anteilen noch bei den Eltern wohnen. 

Hinsichtlich der Freizeitsituation punktet Wiesbaden vor allem durch die vielen Grünanlagen und Parks der Stadt sowie mit vielen städtischen Festen, die gerne und häufig von den Studierenden besucht werden. „Die Landeshauptstadt wird von ihnen überwiegend als weltoffene Stadt wahrgenommen. Wer bereits Kontakt zur Stadtverwaltung hatte, bewertet diesen überwiegend positiv. Das freut uns natürlich“, so Dezernentin Maral Koohestanian weiter. 

Bei allen positiven Bewertungen bleibt allerdings „Luft nach oben“. Ein Viertel der Befragten gibt an, gerne in Wiesbaden zu studieren, für weitere 47 Prozent ist es „ok“. 27 Prozent würden lieber woanders studieren. Am stärksten ist die Unzufriedenheit mit Ausgehmöglichkeiten und Nachtleben, dem (bezahlbaren) Wohnungsangebot sowie dem Verkehr, was zum einen die Fahrradsituation aber auch sehr stark den ÖPNV betrifft. Dieser ist das wichtigste Fortbewegungsmittel der Studierenden innerhalb der Stadt und spielt eine wichtige Rolle für die Erreichbarkeit sowohl des Studienstandortes als auch für Freizeit– und Ausgeh-Aktivitäten. Auch die Bezahlbarkeit von Freizeitangeboten wird mäßig bewertet und mehr Angebote speziell für Studierende beziehungsweise junge Menschen generell gewünscht. 

Die beruflichen Perspektiven in Wiesbaden und Region werden von den Befragten insgesamt als gut eingeschätzt. Dennoch will nur ein Fünftel der vor Ort Lebenden nach dem Studium dezidiert in Wiesbaden bleiben (20 Prozent). Etwa ein Drittel macht dies abhängig von einem guten Jobangebot sowie passender Wohnmöglichkeit. 41 Prozent möchten die Stadt nach dem Abschluss auf jeden Fall verlassen. Häufig genannte Gründe hierfür sind mangelnde Attraktivität der Stadt für junge Menschen, was sich insbesondere auf das Ausgeh– und Freizeitangebot für diese Zielgruppe bezieht. Für viele spielt hier auch die Verkehrssituation eine große Rolle, die die Freizeitmobilität einschränkt, sowie die Lebenshaltungskosten vor Ort insbesondere für das Wohnen. 

Die Ergebnisse wurden in einem ersten Schritt verwaltungsintern mit verschiedenen Fachbereichen reflektiert sowie im Weiteren mit dem Netzwerk der Wissenschaften unter Beteiligung der Hochschulen und Vertreterinnen und Vertretern der Studierenden vorgestellt und diskutiert. Zu den hierbei auf Basis der Befragungsergebnisse herausgearbeiteten „To Dos“ wird die Hochschulbeauftragte der Landeshauptstadt Wiesbaden die Gespräche und Aktivitäten mit den verschiedenen Bereichen und Kooperationspartnern weiterführen, um entsprechende Maßnahmen und Aktivitäten anzustoßen, um Wiesbaden attraktiver zu machen für Studierende sowie generell für junge Menschen in der Stadt. 

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