Wiesbadens Stadtarchiv startet DIMAG: Digitale Akten, Fotos und Datenbanken archivieren, sichern und für künftige Generationen verfügbar machen.
Wer das Stadtarchiv Wiesbaden betritt, taucht sofort in eine andere Welt ein. Kilometerweise reihen sich Akten, Pläne und gedruckte Karten aneinander, wohlgeordnet in Pappschachteln. Überall stapeln sich Dokumente aus Jahrzehnten städtischer Verwaltung: Geburtsurkunden, Baupläne, Sitzungsprotokolle, Fotos von Straßen, Parks und Festen. Archivare huschen zwischen den Regalen, tragen Kartons, blättern vorsichtig in Akten, als wären sie seltene Schätze. Der Geruch von altem Papier liegt in der Luft, zwischen den Gängen summt leise die Klimaanlage, die die wertvollen Unterlagen schützt.
DIMAG gehört die Zukunft
Und während die Papierberge wachsen, entsteht parallel ein neues, digitales Magazin. Auch wenn an der Adresse Im Rad 42 derzeit die physischen Lagerräume erweitert werden, wächst in den Rechnern des Stadtarchivs ein unsichtbares digitales Archiv heran: DIMAG, das Digitale Magazin, nimmt die ersten Akten auf – nicht in Pappschachteln, sondern als Datenpakete, die sicher, verschlüsselt und für die Zukunft verfügbar sind.
Vom Papier ins Digitale
Am Montag, 29. September, startete der Produktivbetrieb. Stadtkämmerer Dr. Hendrik Schmehl drückte zusammen mit Dr. Peter Quadflieg den symbolischen Startknopf, indem Kulturdezernent und Archivleiter die ersten digitalen Dokumente hochluden – Akten des Corona-Krisenstabes von 2020. Die Papierberge verschwinden erst einmal nicht, es entsteht eine digitale Ebene, die künftig das Herz der städtischen Archivierung bilden wird.
Kilometer Akten, jetzt ein Klick entfernt
DIMAG speichert Fotos, E-Akten, Datenbanken und Auszüge aus Fachanwendungen dauerhaft und rechtssicher. ISO-Standards, mehrfach redundante Speicherung und verschlüsselte Netze schützen die Daten zuverlässig vor Verlust, Hackerangriffen und Katastrophen. „Wir sichern Dokumente, die ausschließlich elektronisch existieren, damit auch in 100 Jahren Forscher darauf zugreifen können“, erklärt Archivdirektor Peter Quadflieg.
Jahre der Vorbereitung
Seit 2019 bereitet die Stadt Wiesbaden diesen Schritt vor. 2021 trat das Archiv dem DIMAG-Verbund bei. Technische Abstimmungen, Datenschutzprüfungen und IT-Sicherheitsfragen beanspruchten Jahre. „Sorgfalt ging vor Schnelligkeit – alles ohne zusätzliches Personal“, betont Quadflieg.
Mit DIMAG archiviert das Stadtarchiv nun elektronische Unterlagen dauerhaft. Kulturdezernent Schmehl sieht darin einen Baustein für ein modernes E-Government: „Die rechtssichere Speicherung digitaler Daten stärkt unsere digitale Infrastruktur und sichert Informationen für kommende Generationen.“
Papierakten bleiben weiterhin relevant – doch die digitale Zukunft hat begonnen. In Wiesbaden klickt man jetzt, statt nur zu stapeln.
Foto – Dr. Hendrik Schmehl und Dr. Peter Quadflieg mit Uwe Funk © 2025 LH Wiesbaden
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