Der digitale Wandel erfasst die gesamte Welt. Auch wenn Deutschland im internationalen Vergleich hinterherhinkt, machen sich die Veränderungen auch hier bemerkbar. Das gilt auch für Hessen und Wiesbaden: an allen Ecken und Enden.

Woran macht sich der Wandel im Spezifischen bemerkbar? Daran dass auf der Straße Menschen mit Smartphone in der Hand an der Ampel stehen. Dass Autos rechts ranfahren um sich schnell mit Smartphone zu orientieren? Das Plätze auf der Sommerterrasse erst nach elektronischer Registrierung gewährt werden? Es gibt eine Vielzahl von Aspekten, welche es zu nennen gilt. Schauen wir uns ein paar in diesem Artikel näher.

Medikamente digitales verschreiben

In Großbritannien spielen E-Rezepte schon länger eine Rolle, aber in Deutschland war das Ausstellen von elektronischen Rezepten in den letzten Jahren noch nicht allzu gängig. Im Jahr 2021 soll sich das ändern. Bereits jetzt gibt es weit mehr Ärzte, die entsprechende Rezepte beziehungsweise Medikamente digital verschreiben. Dieser Popularitätsanstieg der E-Rezepte in Deutschland hängt weniger mit einem veränderten Bewusstsein von Ärzten zusammen, sondern vielmehr mit dem neuen E-Health-Gesetz, welches eine schnellere Einführung medizinischer Anwendungen für Patienten möglich macht. Im Zuge des E-Health-Gesetzes sollen auch weitere Innovationen wie eine elektronische Patientenakte und eine elektronische Gesundheitskarte aufkommen, um dadurch eine bessere Versorgung von Patienten in ganz Deutschland zu gewährleisten. Viele Ärzte in Hessen – sowohl Haus- als auch Fachärzte – bieten entsprechende Angebote bereits an und es ist davon auszugehen, dass deren Anzahl in den kommenden Monaten rapide ansteigen wird.

Medikament auf QR Code

Ein E-Rezept ist weit weniger komplex als es klingt. Im Grunde handelt es sich lediglich um eine Form der Datenübertragung zwischen Ärzten und Apotheken. Hierfür wird Patienten ein digitales Rezept übermittelt, wodurch das klassische Papierrezept wegfällt. Das soll zu einem beschleunigten, sichereren und unkomplizierteren Prozess beitragen. Hinzukommen  Vorteile wie die Möglichkeit, soziale Distanzierung einzuhalten. Da das Coronavirus in Hessen nach wie vor ein nicht zu vernachlässigender Risikofaktor ist, muss das E-Rezepten ebenfalls zugutegehalten werden. Man könnte sogar fast schon sagen, dass die Pandemie deren weitflächige Verbreitung begünstigt hat. Bevor ein E-Rezept ausgestellt wird, findet über Videochat ein Gespräch zwischen Arzt und Patient statt. Sollte kein persönlicher Termin erforderlich sein, generiert der Arzt auf seinem Computer einen QR-Code, den er anschließend an das Smartphone des Patienten übermittelt. Mit diesem elektronischen Rezept geht der Patient zur Apotheke. Dort wird das Rezept eingescannt und der Patient erhält seine Medikamente.

Telemedizin: einfach und sicher

Es lässt sich nicht bestreiten, dass das Aufkommen von E-Rezepten ein großer Fortschritt für die Telemedizin ist. Trotzdem gibt es immer noch Personen, die dem Ganzen kritisch gegenüberstehen. Das liegt meist daran, dass Sicherheitsbedenken vorliegen. Solche sind jedoch unbegründet, da das Übertragen der Daten auf einem sicheren Kanal und datenschutzkonform erfolgt. Zudem liegt eine Sicherung seitens der Software vor, sodass jedes E-Rezept nur ein einziges Mal eingelöst werden kann. Das ist wichtig, um beispielsweise Betrugsfälle durch Drogenabhängige zu vermeiden. Generell liegen eine Reihe von Sicherheitsvorkehrungen vor, um das Risiko eines Datenmissbrauchs auf das absolute Minimum zu reduzieren. Es ist also äußerst unwahrscheinlich, dass es in Zukunft diesbezüglich vermehrt zu Problemen kommt. Patienten sollten die Option also wahrnehmen und von ihren Vorteilen profitieren. Zumal sich elektronische Rezepte in den kommenden Jahren ohnehin weiterentwickeln werden. In Zukunft dürfte der gesamte Prozess also noch einfacher und noch sicherer sein.

Televisite mit NäPa in Breckenheimer Praxis. NPA Sylvia Hackenspiel bei einem Patienten in Medenbach. Foto: Volker Watschounek

Archivbild: Televisite mit NäPa in Breckenheimer Praxis. NPA Sylvia Hackenspiel bei einem Patienten in Medenbach.
Foto: @2021 Wiesbaden lebt!

Staatliche Konzepte fördern Digitalisierung

Alle Bundesländer haben in den vergangenen Jahren Konzepte zum Vorantreiben der Digitalisierung hervorgebracht. Hessen ist davon nicht ausgenommen. Eines der besten Beispiele dafür ist das von der Hessischen Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung ins Leben gerufene Projekt Digitales Hessen, das die digitale Zukunft des Bundeslands fördern soll. Die Strategie verfolgt drei übergeordnete Ziele. Zum einen soll der technologische Fortschritt dazu beitragen, gesellschaftliche Herausforderungen wie den demografischen Wandel, die Energiewende und die Veränderung des Klimas zu bewältigen. Zum anderen sollen gute Arbeitsbedingungen und eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung gesichert werden. Nicht zuletzt gilt es noch die Stärkung der Innovationskraft Hessens zu nennen. Es wird das Ziel verfolgt, Hessen zu einem der führenden europäischen Technologiestandorte zu machen, um beispielsweise ausländische Unternehmen anzuziehen.

Fortschritt im Dienste der Gesellschaft

Im Endeffekt geht es bei dem Konzept darum, die Potenziale der Digitalisierung zu nutzen, um damit das Leben aller in Hessen lebenden Menschen zu verbessern. Der Fortschritt soll also der Gesellschaft zugutekommen. Aus diesem Grund wurde die Strategie gemeinsam mit Vertretern aus den Bereichen Dienstleistung, Forschung, Handel und Industrie konzipiert. Allerdings ist es nun mal so, dass sich die Auswirkungen der Digitalisierung nicht vollständig ermessen lassen. Es handelt sich um einen stetig voranschreitenden Prozess, der eines gründlichen Monitorings und einer durchdachten Weiterentwicklung bedarf. Dafür braucht es neben Know-how auch innovative Ideen. Erste Erfolge konnten in jedem Fall schon erzielt werden und in ganz Hessen gibt es Förderprogramme, welche den digitalen Fortschritt vorantreiben sollen. So können Unternehmen, die sich stärker auf digitale Konzepte konzentrieren wollen, vom Bundesland unterstützen lassen. Fördermittel gibt es jedoch nicht nur auf Länder-, sondern auch auf Bundesebene. Ein Beispiel für ein solches Konzept wäre „Digital Jetzt“, das sich auf die digitale Förderung des Mittelstands konzentriert.

Mobilfunk und 5 G

Praktisch alle Branchen haben sich verändert und eine der am meisten betroffenen ist unumstritten die Mobilfunkindustrie. Es lässt sich nicht bestreiten, dass sich in der Welt des Mobilfunks eine Menge verändert hat. Der Ausbau des 5G-Netzes geht in Deutschland zwar nur langsam voran, aber auch unabhängig davon gibt es eine Reihe von Veränderungen, die sich im alltäglichen Leben der Bevölkerung Hessens bemerkbar machen. Diesbezüglich gilt es unter anderem das mobile Internet zu nennen. Vor gar nicht allzu langer Zeit war mobiles Internet ein Luxus, den sich nur die wenigsten Menschen leisten konnten. Bereits wenige Minuten mit dem Handy zu surfen, war extrem teuer und führte dazu, dass das Prepaid-Guthaben binnen kürzester Zeit leer ging oder am Ende des Monats eine erschreckende Rechnung wartete.

Flatrate oder Tarifdschungel

Heutzutage ist davon nicht mehr die Rede, denn mobiles Internet ist bezahlbar und zwar selbst dann, wenn man sich für eine Flatrate entscheiden sollte. Infolgedessen gibt es kaum noch jemanden, der auf die Nutzung von mobilem Internet verzichtet. Eine weitere Veränderung zeigt sich an Prepaid-Karten und Verträgen. Früher unterschieden sich die beiden Optionen gewaltig und sich für eine davon zu entscheiden, war nicht immer einfach. Mittlerweile ist der Unterschied nicht mehr allzu groß. Wer sich für eine Prepaid-Karte entscheidet, kann trotzdem auf Services wie Flatrates zurückgreifen. Früher war das nur mit Verträgen möglich, aber solche sind in unserer heutigen Zeit meist nur dann interessant, wenn es darum geht, ein teures Smartphone zu finanzieren oder zu einem vergünstigten Preis zu erhalten.

XR-Technologien im Kommen

XR-Technologien gibt es schon etwas länger und bisher konnten sich Augmented Reality, Mixed Reality und Virtual Reality nicht komplett durchsetzen. Der anfangs erwartete Hype blieb aus, weswegen die Technologien etwas in Vergessenheit geraten sind. Allerdings spielen sie nach wie vor eine Rolle und das Potenzial geht weit über Games wie Pokémon GO oder Harry Potter: Wizards Unite hinaus. Zugegebenermaßen werden XR-Technologien die Unterhaltungsbranche früher oder später massiv verändern, aber sie sind auch in der Industrie von Bedeutung, wie sich am Potenzial von Virtual-Reality-Brillen zeigt. Solche können beispielsweise von Technikern genutzt werden, um während der Arbeit die Hände freizuhaben, während wichtige Informationen übertragen werden. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs und sobald der Ausbau des 5G-Netzes vorangekommen ist, werden sich zahlreiche Möglichkeiten eröffnen. Anhand von XR-Technologien werden Ärzte in der Lage sein, Operationen aus der Ferne durchzuführen, was insbesondere ländlichen Regionen mit Mangel an Fachärzten wie Chirurgen zugutekommen würde.

Alltagshelfer beim Rasenmähen ©2021 Pixabay

Roboter werden zu Alltagshelfern

Es ist gar nicht allzu lange her, da galten Roboter als Zukunftsvision und waren eher Gegenstand von Science-Fiction-Filmen als etwas, womit man sich in der Realität beschäftigte. In den vergangenen Jahren hat sich diesbezüglich jedoch viel getan und mittlerweile gibt es sogar zahlreiche Privatpersonen in Hessen, die Roboter während des Alltags nutzen. Ein Wandel, wie er im Buche steht. Dazu gehört auch der Einsatz von Saugrobotern. Er ist weit verbreitet, da solche inzwischen ausgereifter sind und eine echte Hilfe im Haushalt sein können. In Zukunft werden jedoch noch weit mehr Roboter auf den Markt kommen. Generell dürfte das Thema Robotik schon bald allgegenwertig sein. Möglicherweise ist es in wenigen Jahren sogar so, dass Roboter alle Aufgaben im Haushalt eigenständig erledigen. Verwunderlich wäre das nicht, da die damit zusammenhängenden Technologien sich stetig weiterentwickeln und künstliche Intelligenz immer „intelligenter“ wird.

Präzision durch Roboter

Roboter entwickeln sich jedoch nicht nur zu einem unverzichtbaren Bestandteil im Haushalt, sondern werden auch immer häufiger in der Industrie eingesetzt. Das ist wahrlich keine Neuheit mehr, aber die Bedeutung von Robotern hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Viele industrielle Unternehmen in Hessen nutzen inzwischen Roboter für die unterschiedlichsten Aufgaben und in Zukunft wird deren Anzahl zunehmen. Womöglich wird es früher oder später sogar darauf hinauslaufen, dass Roboter einen Teil der menschlichen Arbeitskräfte ersetzen. Im Grunde ist das nur logisch, da auch im Zuge der industriellen Revolution eine Vielzahl von menschlichen Arbeitskräften durch Maschinen ersetzt wurde. Roboter werden also schon bald im Bereich der Wirtschaft stark verbreitet sein. Das wird sich jedoch nicht nur auf den Arbeitsmarkt auswirken, sondern auch die Produktivität sowie Qualität einiger Branchen steigern. Schließlich lässt sich nicht bestreiten, dass Roboter in der Lage sind, eine gleichbleibende Leistung bei höchster Präzision zu erbringen.

Kein Leben ohne Smartphone

Eine der größten Innovationen unserer Zeit ist unumstritten das Smartphone, denn es gibt keine Technologie, die das alltägliche Leben mehr verändert hat. Für die meisten Menschen wäre ein Verzicht auf das Smartphone undenkbar. Angesichts der zahlreichen mit Smartphones einhergehenden Veränderungen ist das nachvollziehbar. Smartphones sind beispielsweise die erste Wahl, wenn es darum geht, sich spontan über ein bestimmtes Thema zu informieren. Wer kurzfristig etwas wissen muss, nutzt einfach Google und bekommt im Regelfall innerhalb weniger Sekunden eine Antwort. Das Potenzial von Smartphones ist jedoch selbsterklärend noch weit größer und unter anderem der Kommunikationsbereich hat sich durch Smartphones massiv verändert. Mit anderen Personen zu kommunizieren, ist dank Messaging-Apps unkompliziert möglich – wo und wann spielt keine Rolle mehr.

Orientieren und navigieren

Ein weiteres Beispiel für eine Erleichterung des alltäglichen Lebens wäre die Tatsache, dass man zur Orientierung meist keine physischen Karten mehr braucht. Solange eine Internetverbindung vorliegen sollte, können einfach virtuelle Karten abgerufen werden. Zudem besteht die Möglichkeit, sich von entsprechenden Diensten navigieren zu lassen. In unserer heutigen Zeit beispielsweise ein bestimmtes Restaurant zu finden, ist dadurch deutlich einfacher geworden. Nicht zuletzt sind Smartphones perfekt dafür geeignet, um sich die Zeit zu vertreiben. Sich mit seinem Smartphone zu unterhalten, ist einfacher denn je und zugegebenermaßen nicht nur eine gute Sache. Trotzdem lässt sich nicht leugnen, dass Wartezeiten an der Bushaltestelle oder vergleichbare Dinge inzwischen um einiges angenehmer sind. Allein schon aus dem Grund, da eine überwältigende Anzahl von Mobile Games auf uns wartet.

Mit Smarthome komfortable und sicher Leben

Es gab Zeiten, da galt Smarthome als Luxus, da ein gesamter Umbau des Wohnraums erforderlich war. Das ist nicht mehr der Fall und im Grunde ist die Technologie jedem zugänglich, der bereit ist, ein wenig Geld zu investieren und sich mit der Innovation vertraut zu machen. Im Grunde spricht nichts dagegen, denn Smarthome bringt einige Vorzüge mit sich. Einer der größten Vorteile ist unumstritten der gebotene Komfort. Durch intelligentes Wohnen lassen sich viele alltägliche Aufgaben erleichtern. Das Aus- oder Anschalten von Licht und das Kochen von Kaffee wären nur zwei von zahlreichen Beispielen. Was letztendlich möglich ist, hängt von den zur Verfügung stehenden Geräten ab.

Weg Finden, Arzt suchen oder schnell was googeln. ShotRav

Weg Finden, Arzt suchen oder schnell was googeln. Foto: ShotRav / Pixabay

 

Entertainment im Wandel

Neben einem höheren Komfort ermöglicht Smarthome auch besseres Entertainment. Wer Fernsehen schauen möchte, muss nicht mehr lange nach der Fernbedienung suchen, sondern kann alles über Sprachbefehle steuern. Umso erfreulicher, dass die meisten intelligenten Geräte auf einen geringen Stromverbrauch ausgelegt sind. Das Einrichten von Smarthome kann also langfristig auch zu einer geringeren Stromrechnung beitragen. Ein weiterer und gerade für ältere Menschen interessanter Aspekt wäre die erhöhte Sicherheit. Smarthome ist in der Lage, in Notfällen adäquat zu reagieren. Sollte ein Senior beispielsweise stürzen, können die intelligenten Systeme umgehend Hilfe holen und dadurch Schlimmeres verhindern. Das Potenzial geht jedoch noch weiter und kann auch dem Einbruchsschutz zugutekommen. Smarthome kann zum Beispiel den Besitzer einer Wohnung oder eines Hauses automatisch per Videonachricht benachrichtigen, sobald jemand das Grundstück betritt.

Foto oben: ©2021 jeshoots / Pixabay

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Die offizielle vom Land zum Thema Digitalisierung finden Sie unter digitales.hessen.de.

 

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