City-Bahn, Verkehrsprojekt im Dialog: 3.399 Bewertungen, 876 Kommentare aus dem Online-Dialog und 115 Anmerkungen über das Kontak-Formular

Rund 1.350 Interessierte kamen zu den Veranstaltungen und verschafften sich persönlich ein umfassendes Bild von Wiesbadens aktuell größtem Verkehrsprojekt. An den Ständen der City-Bahn GmbH wurden neben den Planungsunterlagen auch die bis dahin eingegangenen Anregungen aus dem vorgeschalteten Online-Dialog auf Moderationskarten präsentiert und den Plänen zugeordnet.

„Insgesamt waren die Gespräche sehr sachbezogen und konstruktiv.“ – Andreas Kowol, Verkehtsdezernent

Die Besucher der Info-Messen bewerteten vor Ort mithilfe von grünen und roten Punkten die ersten Anregungen Dialog und ergänzten diese mit eigenen Ideen. Mit den 30 Planern, Vertretern der Fachämter sowie der Politik diskutierten die Interessierten auch Themen wie Haltestellen, Umsteigemöglichkeiten, Parkraum und Lärmentwicklung, aber auch Fragen zu Planungsdetails.

„Jetzt gilt es, das Wissen der Menschen zu nutzen und die bestmögliche Lösung für die Linienführung der City-Bahn zu finden.“ – Andreas Kowol, Verkehtsdezernent

Die Vertreter der beiden Bürgerinitiativen, die sich pro und contra zur City-Bahn positionieren, wurden mit eigenen Ständen in die Infomessen eingebunden.
Laut einer Umfrage der Stabstelle für Bürgerbeteiligung der Landeshauptstadt Wiesbaden war der überwiegende Teil der  Bürger vom Format der Infomessen überzeugt. Nach der Auswertung von Gabriele Kotzke von der Stabstelle waren zwei Drittel der Befragten mit der Aufbereitung der dargebotenen Informationen zufrieden und begrüßten das Gesprächsangebot der anwesenden Planer. Nur wenige beurteilten die Veranstaltungen negativ.

CityBahn Info-Messe an der Hochschule RheinMain. Das Interesse war groß. ©2018 Volker Watschounek

CityBahn Info-Messe an der Hochschule RheinMain. Das Interesse war groß. ©2018 Volker Watschounek

City-Bahn im Dialog

5.349 Bewertungen und 385 Anmerkungen haben die Wiesbadener  Bürger während der vier City-Bahn-Infomessen in den Wiesbadener Ortsteilen zur Vorschlagslinienführung eingebracht. Die zentralen Themen wurden aufgenommen und werden in den kommenden Wochen in die Pläne mit eingearbeitet, verspricht Professor Hermann Zemlin, Geschäftsführer der City-Bahn GmbH. Bereits im Mai wollen die City-Bahn GmbH der Öffentlichkeit dann eine überarbeitete Linienführung vorstellen.

Wünsche und Anregungen

Auf Wunsch vieler Studierender sowie des Präsidenten der Hochschule RheinMain, Professor Dr. Detlev Reymann, prüfen die Planer eine eigene Haltestelle für den Campus am Kurt-Schumacher-Ring.

In der Innenstadt wird die Variante über die Rheinstraße auf Anregung der Bürger im folgenden Planungsverlauf mit Priorität weiterverfolgt, die deutlich schmalere Luisenstraße wird voraussichtlich nicht von der City-fBahn befahren.

Damit einhergehend könnten die Planer auch einen verkehrsberuhigten Platz an der Ringkirche realisieren; zunächst muss jedoch eine alternative Verkehrsführung für die Pkw sowie Ersatz für den wegfallenden Parkraum gefunden werden.

Die Bewohner von Biebrich sprachen sich mehrheitlich gegen eine Linienführung über die Rathaustraße aus, begrüßten aber eine Weiterführung der Strecke Richtung Rheinufer. Der genaue Linienverlauf durch den Stadtteil wird in den kommenden Wochen von den Planern geprüft.

Viele Bürger votierten für den Erhalt der Bäume auf der Biebricher Allee. Der Alleecharakter soll beim Bau der City-Bahn erhalten bleiben.

Schon bald könnte die City-Bahn-Bürgerbeteiligung zu konkreten Verbesserungen im Verkehr zwischen den beiden Landeshauptstädten führen: Unabhängig vom Bau der Straßenbahn soll eine Ampelanlage die Situation am Brückenkopf der Theodor-Heuss-Brücke verbessern.

CityBahn Info-Messe an der Hochschule RheinMain. Das Interesse war groß. ©2018 Volker Watschounek

CityBahn Info-Messe an der Hochschule RheinMain. Das Interesse war groß. ©2018 Volker Watschounek

City-Bahn unter der Lupe?

Ob die Vorwürfe der überparteilichen Interessengemeinschaft von ehrenamtlich engagierten Wiesbadener Bürgern bei soviel Transparenz noch haltbar sind, ist in der Kürze nicht zu klären. Die Tatsache, dass sich die Bürgerinitiative im Rahmen der vier Messen mit präsentieren durfte, spricht eher dagegen. Die Bürgerinitiative ist auch nicht, wie viele denken,  per se dagegen. Die Initiative hat sich gefunden um Verantwortung zu übernehmen, um das Projekt CityBahn und dessen Auswirkungen auf Wiesbaden und seine Stadteile kritisch zu hinterfragen.

Die Initiative weist darauf hin, dass alle Wiesbadener Bürger – nicht nur die Anwohner entlang der bislang möglichen Strecken – , sondern wie die Wünsche und Anregungen zeigen, auch der Handel, das Handwerk und der Individualverkehr von einer etwaigen Realisierung einer City-Bahn betroffen sind.

Schienen durch Wiesbaden

Darüberhinaus zielt die City-Bahn mit der Einführung eines Schienensystems auf eine Verkehrstechnologie, mit der Wiesbadens Stadtbild jahrzehntelang verändert würde. Dem nicht genug: Bei der City-Bahn handelt es sich um die vermutlich größte bisher von der Stadt Wiesbaden zu treffende Investitionsentscheidung, durch die über Jahrzehnte die Haushalte gebunden und belastet werden.

Berücksichtigen Wiesbadens Bürger dies, ist aus Sicht der Bürgerinitiative die bisher vorgesehene Bürgerbeteiligung nicht angemessen. Insbesondere, weil sich die Info-Messen allein auf das „WIE“ des Vorhabens City-Bahn beschränken – Alternativlösungen aber erst gar nicht evaluiert und ausgerollt werden.

Echte Mitbesimmung

Das Ziel der Bürgerinitiative ist es, eine echte Mitbestimmung aller Wiesbadener Bürger zu erreichen. Die Bürger sollen, wie etwa in Aachen, Oberhausen, Rostock bei vergleichbaren Schienenprojekten, über das „OB“, und damit auch über die langfristigen Auswirkungen, einer City-Bahn mitbestimmen dürfen. Deshalb habe man die Petition ins Leben gerufen: nicht um per se gegen die City-Bahn zu stellen, sondern um Alternativen Gehör zu verschaffen und mit bestimmen zu dürfen.

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Die offizielle Seite zur Online Petition finden Sie unter  www.openpetition.de/petition.

 

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