Der „Großer Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden“ ist entschieden. Nach 43 Jahren setzte sich wieder ein US-Amerikaner an die Spitze. Die 22-jährige Chloe Reid gewann im Sattel von Luis P.

43 Jahre haben die US-amerikanischen Springreiter auf einen Sieg in der hessischen Landeshauptstadt gewartet. Buddy Brown war der letzte US-Sieger im Jahr 1976. Jetzt wäre Wiesbadens Großer Preis fast sogar mit einer US-Doppelspitze ausgegangen. 37 Starter aus 13 Nationen waren in diesem Großen Preis am Start, 13 aus acht hatten sich für das Stechen qualifiziert. Wiesbadens Oberbürgermeister Sven Gerich, Stammgast beim PfingstTurnier, formulierte knapp auf den Punkt.

„Die PfingstTage im Schlosspark waren großartig!“ – Oberbürgermeister Sven Gerich

Der Reihe nach: Der Jüngste im Stechen, der 21-jährige Lucas Porter aus den USA, setzte seine Kollegen mächtig unter Druck. Mit fehlerfreiem Stechparcours in 48,08 Sekunden sauste er auf dem zwölfjährigen C Hunter durch den Parcours und übernahm als fünfter Teilnehmer im Stechen die Führung. Vier Reiter später toppte seine Landsmännin, Chloe Reid, seine Vorlage und übernahm den Spitzenplatz. 47,97 Sekunden brauchte die 22-Jährige mit dem zehnjährigen Luis P. Aber der ‚Große-Preis-Krimi‘ war noch nicht vorbei. Charlotte Bettendorf aus Luxemburg setzte mit Hope Street alles auf eine Karte: Es sah verdammt knapp aus, die Zuschauer hielten die Luft an, am Ende konnte die 30-Jährige aber doch nicht die Zeit von Reid übertrumpfen und wurde Zweite. USA-Luxemburg-USA – auf Platz vier hielt Marcel Marschall als bester Deutscher die Fahnen hoch. Auch der baden-württembergische Springprofi, der zusammen mit Vater Manfred einen Springstall in Heiligkreuztal leitet, hatte eine flotte Nullrunde hingelegt. Seine Zeit: 49,35 Sekunden.

„Ich habe den Ritt von Lucas gesehen. Er hat ganz schön Gas gegeben. Das hat mich noch mehr angespornt.“ – Chloe Reid

Seit vier Jahren trainiert Reid im Stall von Markus und Meredith Beerbaum und betont. Sie hätte in dieser Zeit unheimlich viel gelernt. Kurz vor dem Stechen habe Meredith sie noch angerufen und erklärt, dass Markus den Großen Preis in Wiesbaden gewonnen habe, sein Bruder Ludger auch und nun sei sie an der Reihe. Das hat geklappt!

„Aber ich hätte auch im Nachhinein betrachtet nicht viel schneller reiten können“, gab der Vierte des Großen Preises zu. „Ich habe mit Utopia alles auf den Großen Preis ausgerichtet und das hat sich gelohnt. Ich bin super glücklich mit Platz vier.“ – Marcel Marshall

Die zweitplatzierte Bettendorf war mächtig stolz auf ihre zehnjährige Stute. Für Hope Street sei es erst der zweite Vier-Sterne-Grand Prix. Sie sei begeistert wie sie das heute mitgemacht hat. Leicht geknickt über seinen dritten Platz gab Porter zu: Ich hätte schon gerne gewonnen. Ich bin als schneller Reiter bekannt und Hunter ist ein super Pferd. Aber den Sieg an eine US-Kollegin abzugeben, das ist die zweitbeste Alternative.

Bunte Springprüfunf

Michael Krieger, verantwortlich für das Springen in Wiesbaden, resümierte: Es ist tatsächlich so: Wiesbadens Springprüfungen werden immer bunter – nicht nur durch die vielen verschiedenen Nationen, auch wenn man sieht, dass die jungen Reiter hier ganz vorne mitgemischt und einige ‚alte Hasen‘ abgezogen haben.

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